Alzheimer – wenn Altbekanntes plötzlich unbekannt erscheint

In vielen Fällen beginnt es mit einer scheinbar harmlosen Vergesslichkeit, die nach und nach zu ernsthaften Problemen führt. Namen, Orte, Menschen – plötzlich wissen Betroffene nicht mehr, warum sie das Haus verlassen haben, wohin sie gehen wollten oder mit wem sie sich gerade unterhalten. Alzheimer gehört zu den schwersten Erkrankungen des menschlichen Gehirns, denn sie verändert das Leben von Betroffenen dauerhaft.

Die schleichende Vergesslichkeit

Wenn Ihr Gedächtnis eines Tages nicht mehr so einwandfrei funktioniert wie Sie es gewohnt sind, müssen Sie sich nicht sofort Sorgen machen. Bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr lässt die geistige Leistungsfähigkeit auf natürliche Weise langsam nach, sie leiden deshalb nicht automatisch an einer Demenzerkrankung, auch wenn z. B. leichte Schlafstörungen den Anschein erwecken. Wenn Sie aber befürchten ernsthaft krank zu sein, lassen Sie sich untersuchen, denn Alzheimer kommt langsam und schleichend, was diese Krankheit für Betroffene so tückisch macht. Es ist selbst für Ärzte nicht immer leicht, zwischen einer leichten Demenz und einer beginnenden Alzheimererkrankung zu unterscheiden. Typische Symptome von Alzheimer sind neben der wachsenden Vergesslichkeit auch Angst, Wahnvorstellungen und eine hohe Reizbarkeit. Dadurch kommt es immer wieder zu Problemen im Alltag, das Autofahren etwa wird unmöglich. Es passiert zudem sehr oft, dass Angehörige diese Anzeichen eher wahrnehmen, als der Betroffene selbst. Spätestens dann ist es an der Zeit einen Arzt aufzusuchen, um herauszufinden, ob es wirklich Alzheimer ist.

Alzheimer ist nicht heilbar

Warum Alzheimer entsteht, kann kein Arzt oder Wissenschaftler genau sagen. Sie vermuten jedoch, dass Gefäßverkalkung, genetische Faktoren und körperliche Probleme wie Bluthochdruck oder Übergewicht eine Alzheimererkrankung begünstigen. Eine Heilung für Alzheimer gibt es nach dem derzeitigen Stand der Medizin nicht. Für Betroffene wird der Tag kommen, an dem sie ihre Angehörigen nicht mehr erkennen und nicht länger in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen. Die alltäglichen Erledigungen bleiben liegen, der soziale Kontakt nimmt ab und wichtige Themen wie der Versicherungsschutz bleiben einfach liegen. Mit Hilfe von Medikamenten und einer guten Betreuung, lässt sich der Verlauf von Alzheimer heute jedoch lange hinauszögern. Nehmen Sie weiterhin am Leben teil und binden Sie Ihre Angehörigen mit ein. Es gibt unzählige Behandlungsmethoden, die Ihr Gehirn fördern und aktiv halten. Nutzen Sie sie. Verfolgen Sie die Nachrichten, lösen sie Kreuzworträtsel, machen Sie Krankengymnastik, Beschäftigungs- und Sprachtherapien. Vertraute Bezugspersonen und ein geregelter Tagesverlauf stärken das Selbstvertrauen von Alzheimerpatienten und geben ihnen das Gefühl, trotz ihrer Krankheit gebraucht und geliebt zu werden.

Normal weiterleben trotz Alzheimer

Auch wenn die Alzheimer-Krankheit diesen Ruf hat, sie ist kein Todesurteil. Mit Hilfe von Ärzten, Therapien und Selbsthilfegruppen können sowohl Patienten als auch ihre Angehörigen lernen, die Krankheit zu akzeptieren und mit ihr ein fast normales Leben zu führen. Das Wichtigste dabei ist, sich zu informieren, was Sie erwartet, und weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen. Es ist nicht schlimm, etwas zu vergessen. Wenn Ihre Freunde und Familie wissen, dass Sie krank sind, werden Sie sich darauf einstellen und Ihnen dabei helfen, so lange wie nur irgend möglich ihr vertrautes Leben weiterzuführen.


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