Ambulante Pflege – die menschliche Urangst vor fremder Betreuung überwinden

Ambulante PflegeIm Leben gibt es Themen, die man gerne vor sich her schiebt. Dazu gehört auch die ambulante Pflege. Denn für viele Menschen ist ambulante Pflege ein schwieriger Lebenseinschnitt. Dabei geht es vor allem um persönliche Probleme, sich einzugestehen, dass man auf Pflege angewiesen ist. Dass die eigene Selbstständigkeit nicht ausreicht. Plötzlich soll man von Menschen abhängig sein, die man gar nicht kennt. Aufgrund dieser Ängste scheuen viele den ersten Schritt und schieben das Thema auf die sprichwörtliche lange Bank.

Lieber frühzeitig selber entscheiden

Hierzu lässt sich sagen, dass es gerade in Bezug auf Pflege sinnvoll ist, sich rechtzeitig Gedanken über das Alter zu machen. Denn wenn das Haus frühzeitig altersgerecht eingerichtet wird und die notwendigen Entscheidungen für die Pflege bereits dann getroffen werden, während man sich noch um alles selber kümmern kann, ist man auch später umso mehr Herr der Lage.

Viel gravierender werden nämlich die persönlichen Einschnitte dann, wenn der Pflegefall plötzlich eintritt und sich andere darum kümmern müssen, dass ein Pflegedienst beauftragt wird. Gerade bei Pflegediensten kommt es aber für das eigene Wohlbefinden entscheidend darauf an, dass man sich beim beauftragten ambulanten Anbieter persönlich gut aufgehoben fühlt.

Fremde in den eigenen vier Wänden

Denn bei der ambulanten Pflege wird man durch den Pflegedienst zuhause betreut. Auf einmal schauen fremde Menschen mehrmals in der Woche oder sogar täglich in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus vorbei. Die Haustür ist dann plötzlich keine undurchlässige Barriere vor der Außenwelt mehr.

Einen solchen Zustand lehnt man innerlich naturgemäß von Grund auf emotional ab. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig selber die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Denn Philosophie und vor allem das Personal des ambulanten Pflegedienstes sind die entscheidenden Kriterien dafür, dass man sich auch im Rahmen einer ambulanten Pflege zuhause noch sicher und wohl fühlt.

Ein guter persönlicher Draht hilft oft mehr als teures technisches Equipment. Dem Pflegepersonal der Dienste sind solche Problematiken aus ihrer täglichen Arbeit meist auch geläufig. Entsprechend gut lassen sich offene Fragen daher meist im Dialog klären, wenn man persönlich bei den in Frage kommenden Pflegediensten vorstellig wird.

Es gilt einer neuen Bezugsperson auch menschlich Chancen einzuräumen. Dies fällt meist leichter, wenn der erste Kontakt mit dem Unternehmen vor dem eigentlichen Pflegefall erfolgt, weil man zu diesem Zeitpunkt in ganz anderer Weise auf Augenhöhe kommuniziert und so eine tragfähige Basis für die spätere Zusammenarbeit schaffen kann.

Selbständigkeit möglichst lange erhalten

Wichtig ist, dass man sich im Zusammenhang ambulanter Pflege immer vor Augen führt, dass es das Ziel dieser Dienste ist, die persönliche Selbständigkeit der Betreuten möglichst lange zu erhalten. Es geht um Hilfen nur bei den Verrichtungen des täglichen Lebens, die man selber nicht mehr zu leisten imstande ist.

Trotzdem bleibt man in der vertrauten Umgebung und führt weiterhin ein selbstbestimmtes Leben am gewohnten Platz. Man verhindert so den viel weiterreichenden Schritt des Umzugs in ein Pflegeheim. Und man sorgt für eine Entlastung der eigenen Kinder. Denn ohne ambulanten Pflegedienst, der regelmäßig nach dem Rechten sieht, haben diese ihre eigenen Eltern ständig im Hinterkopf aus Sorge, was alles geschehen könnte.

Deshalb schadet es nichts, sich rechzeitig Gedanken über ein altersgerechtes Wohnen in den eigenen vier Wänden zu machen. Hierzu zählt neben einer Umgestaltung des Bads und der Überprüfung des Treppenhauses auf die Einbaumöglichkeiten für einen Treppenaufzug auch die erste Kontaktaufnahme mit ortsansässigen Pflegediensten. Im Falle eines Falles ist die Schwellenangst dann wesentlich geringer und für die notwendigen Schritte bereits alles vorgesorgt.

Recherchequellen:

Bildquelle: Alexander Raths – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Mariola Endres kommentierte am 24. Juli 2015 at 18:54

    Ihr Beitrag ist wunderbar recherchiert und voll von wichtigen Informationen!
    Es ist für die meisten schwer, sich mit dem eignen Älterwerden zu befassen und mögliche körperliche und geistige Probleme bei der Zukunftsplanung zu berücksichtigen.
    Der Kontakt mit Pflegekräften und Hilfspersonal in den eigenen vier Wänden bedeutet sicher anfangs eine große Umstellung.
    Es ist jedoch auch ein oft unterschätzter Luxus, trotz Hilfsbedürftigkeit im gewohnten Zuhause bleiben zu können. Empathie und Menschlichkeit unserer bestens ausgebildeten Pflegefachkräfte macht die Pflege in den eigenen vier Wänden zu einer großartigen Leistung unseres Pflegesystems.

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