Bildende Bücher: Mein persönlicher Vorsorgekoffer – Checklisten, Vollmachten und Testamente

Das Buch Mein persönlicher Vorsorgekoffer bietet Checklisten, Vollmachten, Testamente und gar Zitate für die Bewältigung der letzten LebensphaseNiemand beschäftigt sich gerne mit dem Tod, vor allem nicht, wenn es um den eigenen geht. Doch um den trauernden Angehörigen die zwingend anfallenden Formalitäten nach dem Ableben zu ersparen, ist diese Thematik irgendwann unumgänglich. Und kann sogar eine Chance im Rahmen der Vergangenheitsbewältigung darstellen. Felizitas Söbbekes Buch über „Checklisten, Vollmachten und Testamente – einfach und umfassend“ hilft dabei den persönlichen Vorsorgekoffer zu packen. Eine Rezension.

Die Autorin Felizita Söbbeke ist seit über 20 Jahren als Fachanwältin für Erbrecht und Notarin mit Schwerpunkt Erbrecht tätig. Ihr neustes Buch „Mein persönlicher Vorsorgekoffer – Checklisten, Vollmachten und Testamente – einfach und umfassend“ ist nun im Ellert & Richter Verlag erschienen und liest sich weit besser, als der trockene Hintergrund des „Erbrechts“ vermuten lässt.
Besonders die häufigen Zitate erleichtern dem Leser den Zugang zur Materie und stoßen bei der Lektüre immer wieder neue Gedankengänge und Sichtweisen an. So eröffnet die Autorin das Buch mit einem tiefgründigen Zitat von Heinrich Heine:

In meinen Hirne rumort es und knackt,
ich glaube da wird ein Koffer gepackt,
und mein Verstand reist ab – oh wehe –
noch früher als ich selber gehe

Der letzten Lebensphase aufrecht begegnen

Schnell wird klar, dass dieses Buch den Fokus nicht auf den Tod legt, sondern auf die letzte Lebensphase eines Menschen, welche „immer länger dauert und für den Betroffenen und die Angehörigen beschwerlicher werden kann“. Der Leser soll sich mündig damit auseinandersetzen, wie man diese finale Lebensphase gestalten möchte, seine Wünsche gezielt umsetzen kann. Wie man Streit in der Familie vermeidet und dafür sorgt, dass „alles seinen richtigen Gang“ nimmt. Wie man seine persönlichen Dinge mit sich selbst regelt, seine Gedanken steuert, neue Zuversicht erntet, mit dem Leben abschließen kann.

Dies gelingt nach Ansicht der Autoren am besten, wenn man sich auch in puncto Formalitäten hinreichend auf das Ende vorbereitet. Dazu stellt sie Mustervollmachten wie für die Patientenverfügung oder die Betreuungsverfügung zur Verfügung, kommentiert diese ausführlich, geht auf Sonderfälle ein.

Von Pflichtteilsstrafklausel bis Patchworkfamilie

Viele rechtliche Fragestellungen werden aufgeworfen und aufgeklärt: benötigte ich eine gesonderte Kontovollmacht? Kann mein Bevollmächtigter über freiheitentziehende oder beschränkende Maßnahmen treffen? Ist eine notarielle Beurkundung sinnvoll? Und auch das Testament wird in einem Kapital von allen Seiten beleuchtet: was ist ein Berliner Testament? Was ist eine Pflichtteilsstrafklausel? Muss ich Besonderheiten beachten, wenn ich Mitglied einer Patchworkfamilie bin? Zudem liefert das Buch viele Muster, etwa für die Generalvollmacht mit Patientenverfügung und vorsorgliche Betreuungsverfügung, sowie Checklisten zu Fragen wie: was ist nach einem Sterbefall zu tun?

Eine sanfte Einstiegshilfe

„Mein persönlicher Vorsorgekoffer – Checklisten, Vollmachten und Testamente – einfach und umfassend“ beinhaltet zahlreiche wertvolle Hinweise aus der Welt des Erbrechts, besticht dabei mit lockerem und leicht verständlichem Sprachstil. Es dient ideal als erste Einstiegshilfe, da das unliebsame Thema des Ablebens einfühlsam behandelt wird und den Leser nicht mit Fakten erschlägt. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte die mithilfe des Buches angegangenen Formalitäten aber nochmals individuell überprüfen lassen.

Seniorenbedarf INFO meint: sollte man der Meinung sein, sich diesem Thema bald widmen zu müssen, ist die Lektüre von Frau Söbbekes Buch mit Sicherheit von neuen Erkenntnissen geprägt!


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