Die Deutsche Rentenversicherung

Rentenversicherung„Achtung Verwechslungsgefahr !“ – mit diesem Ausruf möchten Experten am liebsten Bürger darauf aufmerksam machen, dass die Deutsche Rentenversicherung keinesfalls identisch ist mit der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, die auch unter ihrer Abkürzung BfA bekannt ist. Genauso wenig handelt es sich bei der Deutschen Rentenversicherung um eine eigene Behörde! Was aber ist die Deutsche Rentenversicherung dann? Unsere Redaktion hat des Rätsels Lösung…

Die Deutsche Rentenversicherung ist der Name, unter dem verschiedene öffentliche Rentenversicherungsträger seit dem 1. Oktober 2005 auftreten. Auch ein eigenes Logo besitzt die Deutsche Rentenversicherung, es zeigt zwei übereinander quer angeordnete Rechtecke in Blau beziehungsweise hellgrün, die abgerundete Ecken besitzen.

Rententräger, die zur Deutschen Rentenversicherung gehören

Unter dem Begriff Deutsche Rentenversicherung werden die folgenden öffentlichen Rententräge zusammengefasst:

  • Die Deutsche Rentenversicherung Bund, die aus dem Zusammenschluss der BfA mit dem Verband Deutscher Rentenversicherungsträger entstand
  • Die Deutsche Knappschaft Bahn-See, die aus der Vereinigung von Bundesknappschaft mit der Bahnversicherungsanstalt und der Seekasse hervorgegangen ist
  • und die ehemaligen Landesversicherungsanstalten, die seit dem 1. Oktober 2005 als Deutsche Rentenversicherung Nord oder Deutsche Rentenversichern Baden-Württemberg usw. auftreten

Geschichte und Aufgabe der Deutschen Rentenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung, beziehungsweise die unter diesem Namen zusammengefassten Rententräger, besitzen eine beeindruckende Tradition. Bereits seit mehr als 125 Jahren gewährleistet sie soziale Sicherheit für Arbeitnehmer.

Heute gilt die deutsche Rentenversicherung als größte gesetzliche Rentenversicherung in ganz Europa und besitzt knapp 53 Millionen Beitragszahler und zahlt mehr als 25 Millionen Renten aus (beides Stand 31.12.2013).

Beitragszahler und Rentenempfänger bilden, dem Leitbild der Deutschen Rentenversicherung gemäß, eine Solidargemeinschaft. Besser als die Deutsche Rentenversicherung selbst kann man ihren Zweck nicht bezeichnen: „Sicherheit für Generationen“. Die Deutsche Rentenversicherung trägt wesentlich dazu bei, dass Arbeitnehmer in Deutschland im Ruhestand ihren bisherigen Lebensstandard annährend beibehalten können. Die gesetzliche Rente bildet die wichtigste der drei Säulen der Altersvorsorge. Betriebliche und private Vorsorge, die Arbeitnehmer eigenverantwortlich und zum Teil mit Unterstützung des Arbeitgebers beziehungsweise des Staates aufbauen, ergänzen diese.

Zuständig auch für die berufliche Rehabilitation, Erwerbsminderung und die Hinterbliebenen

Die Deutsche Rentenversicherung übernimmt mit ihren Regional- und Bundesträgern auch die Aufgabe, Versicherte bei der beruflichen Rehabilitation nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall zu unterstützen. Zu diesem Zweck betreibt sie zahlreiche Reha-Zentren und –Kliniken in ganz Deutschland. Wer aufgrund einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage zu arbeiten ist, bekommt eine Erwerbsminderungsrente. Darüber hinaus schützt die Deutsche Rentenversicherung auch Ehepartner und Kinder, die beim Versterben des Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen eine Hinterbliebenenrente bzw. Witwenrente erhalten.

Generationenvertrag und Umlageverfahren

Die Deutsche Rentenversicherung ist seit dem Jahre 1957 nach dem Umlageprinzip organisiert. Das bedeutet, dass die Rentenzahlungen aus den laufenden Einnahmen der Rentenversicherungsträger aufgebracht werden. Bei diesen Einnahmen handelt es sich im Einzelnen um:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung von Arbeitnehmern und deren Arbeitgebern
  • Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt

Jeder Beitragszahler erhält als Gegenleistung für seine Beitragszahlungen einen Anspruch auf eine eigene gesetzliche Altersrente. Diese wird von der nächsten Generation der Beitragszahler in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt.

Da die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland seit Jahren rückläufig ist, mussten in der Vergangenheit Anpassungen vorgenommen werden, um die gesetzliche Rente zu sichern. Unter anderem hat die demographische Entwicklung zu einer Absenkung des Rentenniveaus für künftige Rentner geführt. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber die eigenverantwortliche Vorsorge durch die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge mit ihren verschiedenen Durchführungswegen (Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktzusage, Unterstützungskasse und Direktversicherung) erheblich gestärkt.

Übrigens ist die Kritik am System der Deutschen Rentenversicherung und ihrer Rentenberechnung, das seit Jahrzehnten auf dem Umlageprinzip basiert, in den letzten Jahren deutlich leiser geworden. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die Erkenntnis, dass das Umlageverfahren auch bei Verwerfungen an den Finanzmärkten wunderbar funktioniert. Anders als Renten, die auf dem Kapitaldeckungsprinzip basieren, sind umlagefinanzierte Altersbezüge völlig unabhängig vom Zinsniveau am Kapitalmarkt.

Guten Rat in Rentenangelegenheiten gibt es hier umsonst

Die Deutsche Rentenversicherung betreibt im gesamten Bundesgebiet rund eintausend Auskunfts- und Beratungsstellen. Dementsprechend kann jeder Verbraucher die Beratung dieser Organisationen in der Nähe seines Wohnortes wahrnehmen. Die dort tätigen Mitarbeiter geben kompetent und unabhängig Auskünfte und Ratschläge zu allen Fragen rund um das Thema Altersvorsorge. Selbstverständlich ist dies mit keinerlei Kosten verbunden. Außerdem haben Versicherte die Möglichkeit, sich an einen der etwa fünftausend ehrenamtlich tätigen Versichertenältesten oder –berater zu wenden.

Bildquelle: dessauer – Fotolia


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