Finanzverträge kündigen – das ist zu beachten!

Bei der Kündigung von Finanzverträgen bedarf es einiger Standards und RegularienEs existieren verschiedene Gründe für die Kündigung eines Finanzvertrags. Senioren kündigen Sparverträge häufig, um über das darin gebundene Guthaben zu verfügen, oder aber um das Geld lukrativer anzulegen. Versicherungsverträge werden meistens aufgelöst, weil sie überflüssig werden, wie zum Beispiel eine Kfz-Versicherung nach dem Verkauf des Autos, oder weil die Beiträge zu hoch erscheinen. Bei allen Finanzverträgen gilt: bei einer Kündigung sind gewisse Geflogenheiten und Fallstricke zu beachten.

Kündigungsfristen beachten

Wie bei allen Verträgen, ist auch bei Versicherungen sowie Spar- und Anlageverträgen unbedingt auf die Einhaltung der Kündigungsfrist zu achten. Wenn Sie nicht rechtzeitig wirksam kündigen, besteht die Gefahr, dass es zu einer automatischen Verlängerung des Vertrages kommt. Bei Versicherungen sind sowohl ordentliche als auch außerordentliche Kündigungen möglich. Der Kunde hat regelmäßig das Recht, seine Versicherungspolice

  • nach dem Wegfall des versicherten Risikos,
  • eines Schadensfalls,
  • einer Beitragserhöhung
  • oder Leistungserweiterung,

außerordentlich mit sofortiger Wirkung zu kündigen.

Nicht zur Kündigung drängen lassen

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Banken und Versicherungen ihre Kunden bedrängen, bestehende Verträge zu kündigen. Gegenwärtig sind davon insbesondere Besitzer von Bausparverträgen betroffen, die vor längerer Zeit abgeschlossen wurden. Sie profitieren von den damals vereinbarten hohen Zinsen, die weit über dem gegenwärtigen Marktniveau liegen. Doch wie zum Beispiel bei der Riester Rente, kann auch der Vertragsinhaber Gründe haben, den Vertrag frühzeitig aufzulösen.

Im Versicherungsbereich raten Versicherungsunternehmen Senioren häufig, eine Unfallversicherung zu kündigen, weil ihnen das Risiko für einen Schadenfall zu hoch erscheint. In diesen Fällen sollten Sie sich auf gar keinen Fall zu einer unüberlegten Kündigung überreden lassen, sondern genau prüfen, ob nicht eine Vertragsfortführung eher Ihren Interessen entspricht.

Form und Inhalt des Kündigungsschreibens

Auch wenn viele Vertragspartner heute durchaus ein Kündigungsschreiben in Form einer E-Mail oder eines Fax akzeptieren, ist die Schriftform zu bevorzugen. Das Kündigungsschreiben sollte neben ihrem vollständigen Namen und Ihrer Adresse auch die Vertragsnummer enthalten, um eine rasche Bearbeitung zu ermöglichen. Außerdem ist der Termin, zu dem gekündigt werden soll, zu benennen.

Sollten Sie hinsichtlich der Kündigungsfrist unsicher sein, können Sie hilfsweise „zum nächstmöglichen Termin“ kündigen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie eine Angabe zu dem Konto machen, auf das ein Sparguthaben oder auch die Rückerstattung zu viel gezahlter Versicherungsbeiträge überweisen werden sollen. Bitten Sie in Ihrem Schreiben stets um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung. Sollten Sie diese nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums von maximal zwei Wochen bekommen, haken Sie unbedingt nach.

Einzugsermächtigung widerrufen

Um einem unberechtigten Abbuchen von Spar- oder Versicherungsbeiträge vorzubeugen, ist es empfehlenswert, im Kündigungsschreiben auch die erteilte Einzugsermächtigung im Rahmen des Lastschriftverfahrens zu widerrufen. Die Formulierung sollte dabei unmissverständlich klarstellen, dass die Einzugsermächtigung in dem Moment erlischt, in dem die Kündigung wirksam wird. So verhindern Sie, dass der Vertragspartner auch nach der Beendigung des Vertragsverhältnisses Zugriff auf Ihr Konto hat.

Gute Mustervorlagen für Kündigungsschreiben bietet das Portal tagesgeldzinsen.com an. Unter der URL http://www.tagesgeldzinsen.com/tagesgeld-kuendigen/ findet sich beispielsweise ein Musterbrief. Speziell zum Widerrufsrecht finden sich bei der Verbrauchterzentrale unter der URL https://www.verbraucherzentrale.de/Kuendigung-von-Versicherungsvertraegen-2 weiterführende Informationen.

Besonderheiten bei der Kündigung von Sparkonten

Damit Ihnen aus der Kündigung von Anlagekonten keine Nachteile entstehen, sollten Sie erteilte Freistellungsaufträge widerrufen. Dann können Sie die so wieder frei gewordenen Beträge bei einer anderen Bank freistellen lassen. Außerdem ist es empfehlenswert, spätestens im Kündigungsschreiben auch um die Übersendung von Zins- und Steuerbescheinigungen zu bitten, die Sie für Ihre nächste Einkommensteuererklärung benötigen.

Bildquelle: Janina Dierks – Fotolia


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