Häusliche Intensivpflege – Finanzierung gesichert, Verfügbarkeit regional unterschiedlich

Die Betreuung von Intensivpatienten zuhause ist stark nachgefragtMit dem Alter wird der Mensch häuslicher. Wohnen klettert im Stellenwert. Und mit der Weiterentwicklung der technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen richtet sich auch die medizinische Versorgung darauf ein. Häusliche Pflege und betreutes Wohnen werden immer populärer. Und sogar die Intensivmedizin kann in großen Teilen längst Hause durchgeführt werden, was Betroffenen sehr zugute kommt. Dabei ist die Finanzierung staatlich gesichert – problematisch ist eher die Verfügbarkeit guter Pflegedienste.

Krankenhausaufenthalt umgehen

Lebensbedrohliche Herzrhytmusstörungen, Störungen im Körperhaushalt, eintretende Bewusstlosigkeit und Koma. Es gibt Menschen, die sich im Laufe Ihres Lebens mit einem schweren Handicap konfrontiert sehen. Lange Zeit bedeuteten solchartige Diagnosen einen dauerhaften stationären Krankenhausaufenthalt, was oft mit Schwermut und Deperessionen einherging. Die Errungenschaft der steigenden Mobilität im Pflegebereich verhilft Betroffenen aber zunehmend zur Möglichkeit im eigenen zu Hause betreut zu werden.

Die Leistungen einer solchen häuslichen Intensivpflege setzen sich aus den krankheitserforderlichen Maßnahmen laut Sozialgesetzbuch V und XI, sowie organisatorischer Unterstützung (Arzttermine abstimmen, Therapeuten finden und einweisen, Hilfe bei der Pflege sozialer Kontakte) zusammen. Dabei können Angehörige – in den meisten Fällen der Ehepartner – in die Intesivpflege integriert werden, was von vielen Betroffenen und deren Familien auch ausdrücklich gewünscht wird.

Die Intensivpflege muss nicht zwangsweise von nur einem Pflegedienst übernommen werden und kann zudem auch nur tag-anteilig angefordert werden, sofern die Schwere der Pflegebedürftigkeit nicht zu erheblich ausfällt.

Besonders in ländlichen und bevölkerungsärmeren Gegenden mit geringer Infrastruktur an Pflegediensten kann es durchaus zu Engpässen in den Betreuungsmöglichkeiten kommen. Man sollte sich daher ausführlich über das lokale Angebot informieren und im Zweifelsfall private Anbieter, die bundesweit arbeiten, anfragen. Ist der Bedarf frühzeitig angezeigt, steigen die Chancen auf eine pflegedienstliche Abdeckbarkeit.

Die Kostenträger für häusliche Intensivpflege

Bei der Intensivpflege handelt es sich um eine besondere Art von ambulanter Pflege die normalerweise von allen Krankenkassen anerkannt und deren Kosten erstattet werden. Auch Pflegekassen, die Beihilfe und die Sozialhilfeträger können für als Kostenträger auftreten. Die Leistungen werden nicht in den aus dem ambulanten Pflegebereich üblichen Modulen, sondern in Stundensätzen nach Leistungsgruppe IV abgerechnet. Dabei können die Leistungen durchaus variieren – Pflegedienste wie etwa die Baden-Württembergische PGS Heimbeatmung übernehmen aber häufig die Verhandlungen mit den Kostenträgern, was den Betroffenen eine zusätzliche Last abnimmt.

Die Regelung in Pflegestufen kommt bei der häuslichen Intesivpflege in der Regel nicht zum Einsatz, obgleich die meisten Betroffenen ohnehin in Pflegestufe II oder III eingestuft sind. In Deutschland ist die Intensivpflege also eher Problem der Verfügbarkeit, denn der Finanzierung.

Examinierte Pflegekräfte im Einsatz

Die hohe Nachfrage am Arbeitsmarkt macht deutlich, wie dringend qualifiziertes Pflegepersonal von Pflegediensten – auch für den Bereich der Intensivpflege – gesucht wird. Hier gilt als Beschäftigungsvoraussetzung die Examinierung als Altenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder auch Kinderkrankenpfleger/in, wobei in speziellen Wohngruppen mitunter auch Pflegehelfer beschäftigt werden.

Wichtig ist den Dienstleistern oftmals die menschliche Note, schließlich stehen die Pflegekräfte in engen Kontakt mit den Betroffenen und müssen hier ausgeprägte sozialen Fähigkeiten besitzen, um den Empfängern von häuslicher Intensivpflege das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist davon auszugehen, dass der Staat verstärkt in die Subvention von Pflegediensten und den Pflegeberufen investieren wird, sodass die mitunter eingeschränkte regionale Verfügbarkeit zeitnah der Vergangenheit angehören wird.


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