Haustiere fördern Gesundheit: besonders Senioren profitieren von tierischer Gemeinschaft

Haustiere fördern GesundheitHaustiere haben in Deutschland nicht nur unter Senioren einen sehr guten Ruf. Hunde und Katzen säumen das Straßen- und Wohnungsbild der Bundesrepublik. In einer repräsentativen Umfrage fand das Meinungsforschungs-Institut Forsa jetzt heraus, dass die meisten Deutschen Haustieren eine positive Wirkung auf verschiedenste Aspekte des Lebens bescheinigen. Insbesondere auf die Gesundheit. Wir wollten es genauer wissen, haben recherchiert und sind auf spannende Antworten gestoßen…

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Und tatsächlich belegen zahlreiche Studien, dass Heimtiere auf unterschiedliche Weise nicht nur allgemein zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, sondern auch ganz gezielt bei Krankheiten und Problemen helfen können.

Das Haustier muss zum Leben passen

Insbesondere Berufstätige oder ehrenamtlich stark engagierte Senioren haben allerdings nicht immer unbedingt Zeit für einen Hund oder ein Pferd und auch Katzen benötigen relativ viel Ansprache und erwarten nach Feierabend Beschäftigung. Wo die Zeit fehlt, sorgt ein pflegeintensives Tier eher zusätzlich für Stress und Belastung. Hier lohnt es sich, in kleineren Maßstäben zu denken.

Aquarien haben nachweisbar eine beruhigende Wirkung und eignen sich zudem noch hervorragend als Blickfang. Aufgrund der technischen Anforderungen ist es allerdings notwendig, sich vor der Anschaffung ein wenig einzulesen. Der große Vorteil ist auch die freie Gestaltungsmöglichkeit. Abseits von verschiedenen bunten Fischen lassen sich Aquarien nach den unterschiedlichsten Geschmäckern einrichten. Wer mag, gestaltet den Lebensraum seiner Fische möglichst natürlich, was insbesondere bei Meerwasser-Aquarien auch farbenfrohe Korallen einschließen kann.

Haustier Aquarium

Zusätzlich können Aquarien auch das Raumklima deutlich verbessern und helfen im Schlafzimmer beispielsweise bei Schlafstörungen wie Einschlafproblemen; eine leise Pumpe vorausgesetzt.

Kleine Nagetiere wie Hamster oder Mäuse kommen ebenfalls gut ohne ständige Ansprache aus. Allerdings sollten in beiden Fällen weder das Platzbedürfnis noch die eventuelle Geruchsentwicklung unterschätzt werden.Kleintiere wie Fische, Hamster oder Wellensittiche haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie in jeder Mietwohnung erlaubt sind, selbst wenn im Mietvertrag ein generelles Tierverbot angegeben ist.

Hunde und Katzen gehören nach wie vor zu den beliebtesten Haustieren. Studien haben nachgewiesen, dass schon das Streicheln eines Tieres den Blutdruck und Stresspegel deutlich senken kann und Katzen haben nicht umsonst den Ruf, dass ihre Anwesenheit Gemütlichkeit verbreitet.

Haustiere dienen darüber hinaus auch als Eisbrecher. Über ein Tier haben zwei Menschen unmittelbar einen gemeinsamen Bezugspunkt, über den sie sich unterhalten können.

Tiere und Senioren

Durch den immer loseren Familienzusammenhalt leben Senioren in Deutschland häufig zurückgezogen und isoliert. Aufgrund des hohen Alters verzichten sie lieber auf die Anschaffung eines Haustieres, weil nicht klar ist, was im Todesfall mit dem Tier geschehen soll. Gewisse Konzepte greifen diese Problematik auf; z. B. werden Hunde leihweise an Senioren gegeben. Rechtlich gesehen bleibt der Hund im Besitz der jeweiligen Agentur, sodass das Tier abgesichert ist, falls der Senior irgendwann körperlich doch nicht mehr in der Lage ist, den Hund zu versorgen. So können auch ältere Menschen so lange es geht ihr Leben mit einem Tier teilen.

Tiere, insbesondere Hunde, haben für Senioren auch den Vorteil, dass sie zu regelmäßiger Bewegung anregen. Frische Luft und der vereinfachte Kontakt zu anderen Menschen sind nicht nur gut für das seelische Wohl, sondern haben auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Viele Menschen haben im Alter auch das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden und leiden sehr darunter; die Kinder sind aus dem Haus, dem Beruf wird nicht mehr nachgegangen. Ein Haustier sorgt für neuerliche Verantwortung und hält geistig und körperlich beweglich. Zudem sorgen sie für einen geregelten Tagesablauf, während sie gleichzeitig Abwechslung ins Leben bringen und Gesprächsstoff liefern. Haustiere bringen ihren Haltern Zuneigung entgegen, die vielleicht anderweitig im Alltag fehlt und vergrößern dadurch die Lebensfreude. Studien haben außerdem nachgewiesen, dass insbesondere Tierhalter weniger anfällig für Schmerzen und Krankheiten sind.

Tierschutzvereine helfen oft beim Knüpfen vom Netzwerken, sodass die Betreuung des Tieres auch im Notfall, etwa bei Krankenhausaufenthalten, gewährleistet ist, wo Angehörige die Pflege vielleicht nicht übernehmen können oder wollen.

Wer sich die Pflege eines Tieres allein nicht mehr zutraut, kann im örtlichen Tierheim nach Besuchszeiten fragen. Viele Tierheime freuen sich über ehrenamtliche Hunde-Ausführer oder ermöglichen Spiel- und Streichelstunden mit Katzen.

Sehr beliebt sind Tiere auch in Senioreneinrichtungen. Oft werden Besuchsgruppen organisiert, bei denen Hunde oder Katzen in die Einrichtung mitgebracht werden, um mit den Bewohnern Zeit zu verbringen. Einige Einrichtungen schaffen auch ganz gezielt Wellensittiche, Fische, Kaninchen oder Katzen an, die frei zugänglich untergebracht sind und abwechselnd von den Bewohnern versorgt werden können. Sie sorgen für Abwechslung, Gesprächsstoff und eine angenehme Atmosphäre.

Haustiere Senioren

Speziell ausgebildete Therapietiere haben einen positiven Einfluss insbesondere auf Demenzkranke im Rahmen einer Demenzbetreuung. Sie sind darauf trainiert, auch bei unbeholfenen Bewegungen ruhig und geduldig zu bleiben. Viele ältere Menschen, die an Demenz leiden, blühen beim Kontakt mit Tieren oft geradezu auf.

Immer häufiger gestatten Senioreneinrichtungen auch, dass beim Einzug die bereits vorhandenen Haustiere mitgebracht werden dürfen, was für viele eine große Hilfe beim Wechsel in die neue Umgebung darstellt und natürlich profitiert auch das Tier davon, wenn es weiter bei seinem Besitzer verbleiben darf.

Hilfe bei psychischen Erkrankungen

Das Gefühl, gebraucht und geliebt zu werden, tröstet viele Menschen über Einsamkeit hinweg und hilft dabei, Krisensituationen zu überwinden. Tierhalter sehen das Tier als Motivator dafür, weiterzumachen. Gerade auch bei depressiven Verstimmungen können Haustiere ein großer Gewinn sein. Die notwendige Pflege etabliert Regelmäßigkeit und Routine im Leben und dadurch, dass beispielsweise Futter gekauft, das Aquarium gereinigt oder das Pferd bewegt werden muss, kommen die Menschen ganz automatisch in Bewegung und damit auch leichter wieder unter Menschen.

Gerade Hunde sind inzwischen auch beliebte Helfer in verschiedenen Therapien. Der klassische Einsatz ist natürlich der Blindenführhund. Er zeigt seinem Halter Hindernisse an und findet auf Kommando Straßenübergänge, Aufzüge oder Türen.

Haustiere Hunde

Begleithunde gibt es inzwischen für sehr viele körperliche Einschränkungen oder chronische Krankheiten. So können beispielsweise einige Begleithunde für ihre rollstuhlfahrenden Besitzer kleinere Aufgaben erledigen. Sie heben Dinge vom Boden auf, bringen auf Kommando gewünschte Gegenstände, öffnen Türen oder betätigen Lichtschalter.

Durch ihre empfindliche Nase sind Hunde auch in der Lage, Veränderungen im menschlichen Stoffwechsel zu bemerken. Immer häufiger werden Hunde zur Früherkennung eingesetzt, etwa bei Altersdiabetes. Sie können Über- und Unterzucker im Blut am Schweißgeruch erkennen und werden darauf trainiert, anzuschlagen, wenn sie ihn bemerken.

Auch Epileptiker profitieren von dem Geruchssinn der Hunde. Für Betroffene und Angehörige ist die Anschaffung eines solchen Begleithundes eine große Entlastung, denn die Hunde können auch den Schlaf überwachen und im Notfall alarmieren. Leider ist die Ausbildung solcher Hunde sehr kostenintensiv, weshalb die Anschaffung eines solchen Tieres sehr teuer ist. Manchmal helfen entsprechende Vereine und übernehmen einen Teil der Kosten.

Auch in der Psychotherapie werden Hunde und vermehrt auch Katzen wegen ihrer beruhigenden Wirkung eingesetzt. Da Tiere unmittelbar auf ihre Halter reagieren, kann ein Blick auf die Tierhaltung oftmals auch helfen, Probleme der Besitzer aufzudecken.

Gesünder leben mit tierischer Unterstützung

Wer kann, sollte also ein Haustier in sein Leben integrieren, sofern nicht eine Allergie oder generelle Abneigung dagegenspricht. Sowohl für Alleinstehende als auch Familien können Haustiere sehr bereichernd sein, denn sie sorgen für Abwechslung im Leben, fördern die Kommunikation und halten gesund. Insbesondere da, wo menschliche Gesellschaft fehlt, sorgen Tiere für Trost und Stressabbau. Dennoch sollten Tierliebhaber unbedingt dafür Sorge tragen, dass das gewünschte Tier auch einen Platz im Leben hat und nicht zum „Mittel zum Zweck“ verkommt.

Recherchequellen

  • http://de.statista.com/themen/174/haustiere/
  • http://www.mieterbund-rhein-ruhr.de/pdf/sonstiges/Tierhaltung_was_ist_erlaubt.pdf
  • http://www.zooroyal.de/blog/aquaristik/ein-aquarium-einrichten-mehr-als-fische-und-wasser-155895.html

Bildquellen:

  • Bild 1: © Pixabay PDPics (CC0 1.0)
  • Bild 2: © Pixabay geralt (CC0 1.0)
  • Bild 3: © Pixabay buerseberg (CC0 1.0)

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