Hellsehen – Scharlatanerie oder Schub fürs Selbstbewusstsein?

Hellseher und Wahrsager sind umstritten - das hat mitunter gute GründeKaum etwas ist so umstritten wie die beiden esoterischen Methoden Hellsehen und Wahrsagen. Die einen schwören darauf, dass ihre Horoskope ihnen häufig ihren Weg weisen, die anderen sind davon überzeugt, dass niemand die Möglichkeit besitzt, einem die Zukunft vorherzusagen. Was aber sieht man, wenn man einen möglichst neutralen Blick auf die vielen Angebote der Hellseher und Wahrsager wirft, die sich in der heutigen Zeit entwickelt haben?

Hellsehen möglich? Alles Scharlatane!

Es ist ganz offensichtlich: Hellsehen wird von vielen Menschen als Scharlatanerie abgetan. In die Zukunft schauen, allein mit Hilfe einer Glaskugel oder einem Medium? Da fehlen Fakten, Beweise, Argumente. Und die negative Einstellung der Menschen wird häufig auch durch jene Personen bestätigt, die das Hellsehen abwerten: Sie nutzen die Menschen aus, denken sich Geschichten aus, versuchen den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie in jeder anderen Branche auch, gibt es auch in der Esoterik Menschen, die sich die Leichtgläubigkeit der Menschen zunutze und nur Geld machen wollen. Aber sollte man wirklich von diesen, zugegeben nicht wenigen, Personen auf alle schließen?

Schaf im „Wolfspelz“? Esoterik als Gesprächsplattform betrachtet

Doch wofür stehen die Funktionen des Hellsehens und des Wahrsagens eigentlich? Welche Menschen sind es, die sich an andere Menschen wenden, um mehr über ihre Zukunft zu erfahren? Häufig sind es Menschen, die in ihrem Leben etwas vermissen, die unsicher sind, an Beklemmungen leiden, über kein Selbstbewusstsein verfügen. Sie wenden sich an Hellseher und vertrauen sich ihnen an, lassen sich von ihnen beraten und helfen.

Stellt man sich dies einmal vor, darf man nicht an die berühmten Hellseher aus dem Fernsehen denken, die ihren Anrufern kaum helfen können und es meist auch gar nicht wollen. Aber jene Hellsehergespräche, die im Privaten geschehen, zum Beispiel am Telefon oder persönlich, die haben einen ganz anderen Charakter: Ihr wahrer Schwerpunkt liegt darauf, den Menschen zu helfen.

Der Religionshistoriker Walter Burkert sagt zum Vorwurf der Scharlatanerie, dass Hellsehen als „Gewinn an Lebensmut“ gesehen werden kann, den die „Zeichen als Entscheidungshilfe einbringen“. Er kommt zum Ergebnis, dass „die Stärkung des Selbstvertrauens“ wichtiger sei, als „das eigentliche Vorherwissen“.

Das Burn Out Syndrom, der Verlust eines geliebten Menschen, kein erfolgreicher Schulabschluss oder keine Arbeit: Situationen dieser Art können Menschen zur Verzweiflung bringen. In dieser harten Zeit wenden sie sich an Hellseher, die ihnen zuhören, die versuchen sie zu lesen und sie wieder aufbauen.

Hellsehen als eine Art „Sozialtherapie“?

Dafür versuchen sie nicht nur, die Zukunft ihres Gegenübers zu analysieren, sie versuchen auch, die Gegenwart kennenzulernen. Damit konfrontieren sie die hilfesuchende Person mit ihrer eigenen Situation und helfen ihr, der Wahrheit ins Auge zu sehen.

Persönliche und private Gespräche bietet auch Questico an. Wer sich bei dem Thema allgemein noch unsicher ist, aber doch ein gewisses Interesse besitzt, der kann sich ganz in Ruhe die Internetseite anschauen und die Informationen durchlesen. Dabei sei aber auch stets auf die mit Wahrsagen verbundenen Gefahren hingewiesen, wie man in einem Welt.de-Artikel von 2009 nachlesen kann.


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