Kauftipp: darauf kommt es beim Kraftfahrzeug an

Senioren haben spezielle Erwartungen ans KraftfahrzeugDas Auto für die Generation 50+ ist beileibe nichts besonderes, auch wenn alle unter 50-Jährigen das zunächst so betrachten mögen. Doch ganz im Gegenteil: eine Universitätsstudie bewies unlängst, dass genau um die 50 Jahre das Durchschnittsalter der meisten deutschen Neuwagenkäufer pendelt. Es gibt daher gute Gründe für die Automobilindustrie, die Wünsche von Best-Agern und Senioren genau zu hinterfragen.

Mobilität ist gefragt

Gerade ab dem 50. Lebensjahr steigt der Wunsch nach Mobilität bei vielen Menschen rasant an, und das aus gutem Grund: Entweder ist ein beruflicher Gipfel erreicht, der viel automobile Bewegung geradezu erzwingt, oder es sind schon Enkel da, die Familie verlangt nun nach Vater und Opa zugleich, berufliche Verpflichtungen sind ebenfalls da. Die Anforderungen an das KFZ für Senioren unterscheiden sich schon aus diesen Gründen oft von denen in jüngeren Jahren, und zwar bei ein und derselben Person. Die Autohersteller lassen zwar ihre Marketingstrategen gern tönen, der klassische Neuwagenkäufer sei unter 30, hochgebildet und mit bestem Einkommen ausgestattet, das sind allerdings Wunschträume oder Werbesprüche. Die Realität hat im Jahr 2010 die Uni Duisburg-Essen ermittelt: 50,8 Jahre ist der durchschnittliche deutsche Neuwagenkäufer alt. Viele Menschen leisten sich in diesem Alter, bedingt durch den Auszug der Kinder oder Erfolg mit Aktienfonds überhaupt zum ersten Mal ein brandneues Auto. In der Oberklasse liegt das Alter sogar noch etwas höher, bei Mercedes waren es 56,1 und bei BMW 53,1 Jahre. Auch Tendenzen wurden ermittelt: Bei den unter 40-Jährigen sinkt der Anteil der Neuwagenkäufer seit einigen Jahren, bei den über 70-Jährigen wächst er hingegen. Die Demografie tut ihr Übriges, denn ab 2020 wird die Hälfte aller Bundesbürger über sechzig Jahre alt sein. Was werden wir für Autos fahren?

Es werden Fahrzeuge mit viel Platz und von hoher Qualität, aber nicht mit unbedingt superstarken Motoren sein. Die Menschen ab 60 möchten sich ganz besonders wohl im Auto fühlen, denn sie haben die Zeit, ihre Mobilität auch zu nutzen. Dennoch werden auch und gerade in diesem Alter hohe Funktionalität, frisches Design und ein gutes Markenimage gewünscht. Das persönliche Prestige drücken auch 50- bis 70-Jährige gern über ihren Wagen aus.

Checkliste für den Autokauf 50+

Da Menschen sich in jedem Alter in ihren Gewohnheiten voneinander unterscheiden, sollten sich Autokäufer jenseits der 50 genaue Fragen stellen, wenn sie den Neuwagenkauf planen. Zu diesen gehören:

  • Welchen Einsatzzweck soll das Auto erfüllen?
  • Fahre ich mehr Kurz- oder Langstrecke? Manchmal wohnen Kinder und Enkel weit weg.
  • Wie viele Personen würde ich gern befördern?
  • Was möchte und muss ich zuladen können?

Ein gutes Kraftfahrzeug für Senioren zeichnet sich unterschiedlich ausKinder und Enkel werden gern einbezogen, was sehr schnell auf den Van mit einem variablen Innenraum schließen lässt. Dieser hat noch weitere Vorzüge: Fahrer und Beifahrer sitzen leicht erhöht (wahlweise auf einem Sitzkissen), und das mögen Menschen über 50 und 60 Jahre ganz besonders. Sowohl der Überblick auf der Straße als auch das Ein- und Aussteigen verbessern sich (Kniewinkel beim Aussteigen: mindestens 90°, Sitzhöhe 60 cm, Fahrbahn-Dachkante 120 cm oder mehr), während man auf das lässige „auf der Straße kleben“ in einem Sportwagen kaum noch Wert legt. Einparkhilfen inklusive Rückfahrkamera sind hochwillkommen, denn die Körper-Kopf-Drehung fällt allmählich etwas schwerer. Die Ergonomie und das bequeme Verstellen von Sitzen bei KFZ für Senioren stehen überhaupt so hoch im Kurs wie eine barrierefreie Wohnung, das Cockpit sollte einen schnellen Überblick ermöglichen. Zu viel technischer Schnickschnack ist eher unerwünscht, Geräte mit Sprachsteuerung hingegen dürften sich – wenn sie marktreif sind – bei Menschen jenseits der 50 vielleicht am schnellsten durchsetzen. Auch die Kraft, die im Wagen selbst aufgebracht werden muss, sollte sich in Grenzen halten: Das spricht für die elektrische Parkbremse. Das Getriebe kann sehr gern eine Automatik sein, das Auto selbst darf nach außen gern mit Hightech behilflich sein. Dazu gehören die automatische Verkehrsschilderkennung, Abstands- und Spurassistenten, Totwinkelwarner und Notbremsfunktion. Das alles kostet ein wenig, doch bezahlen können das die meisten Best-Ager und Senioren. Die Autoindustrie stellt sich insgeheim längst darauf ein.


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Wolfgang Riedel kommentierte am 18. November 2012 at 15:16

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin 73 Jahre alt,allerdings noch sehr beweglich.

    Ich möchte ein neues Auto kaufen. Deshalb bin

    ich an einer Kaufberatung interessiert.

    Mit freundlichen Gruß Wolfgang Riedel

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