Nachhaltige Heizquellen: gibt es Alternativen zu Gas und Öl?

Nachhaltige HeizquellenAuch wenn sich Besitzer von Ölheizungen gegenwärtig über die sensationell günstigen Preise für Heizöl freuen dürfen und auch die Gaspreise kontinuierlich sinken – die Frage nach alternativen Heizquellen ist dennoch aktuell. Denn zum einen ist nicht davon auszugehen, dass die Preise für Rohöl und Erdgas auf Dauer so niedrig bleiben werden und zum anderen schadet das Heizen mit fossilen Brennstoffen dem Klima und damit der Umwelt in erheblichem Maße. Es ist also Zeit, grundsätzlich umzudenken und in neue Heiztechnologien zu investieren, die für behagliche Wärme im eigenen Heim sorgen, die Natur schonen und nach Möglichkeit sogar Spareffekte gegenüber den konventionellen Heizformen entfalten.

Heizen mit der Kraft der Sonne

Solarthermie ermöglicht Hausbesitzern, umweltschonend und preiswert zu heizen. Als Faustregel gilt dabei, dass eine vierköpfige Familie Sonnenkollektoren mit einer Fläche von 10 bis 12 Quadratmetern benötigt. Außerdem ist für den Betrieb einer solarbetriebenen Heizung die Anschaffung eines Warmwasserspeichers unumgänglich. Dieser sollte eine Kapazität von mindestens 8.000 Litern haben. Diese Anlagen erfordern in der Regel Investitionen von rund 20.000 Euro.

Zwar sammeln die Solarkollektoren sogar Energie, wenn der Himmel bewölkt ist, doch die insgesamt erzeugte Heizenergie reicht nicht für das ganzjährige Heizen aus. In den kalten Wintermonaten ist es regelmäßig erforderlich, zusätzlich ein konventionelles Heizsystem zu nutzen. Wer als Hausbesitzer komplett umweltschonend heizen möchte, hat höchstens die Möglichkeit, die alternativen Heizquellen Sonnen und Holz miteinander zu kombinieren.

Heizen mit Holz

Auch Holz eignet sich als nachwachsender Rohstoff hervorragend für das umweltverträgliche Heizen. Beim Verbrennen von Holz erfolgt nämlich nur die Freisetzung von CO2 in einer maximalen Menge, die Bäume während ihres Wachstums gespeichert haben, sodass es unter dem Strich zu keiner Klimabelastung kommt, glaubt man den Experten. Schon für wenige tausend Euro können Sie sich einen Kamin oder Ofen ins Wohnzimmer oder in die Diele einbauen lassen. Allerdings ist es auf diese Weise nicht möglich, das ganze Haus zu beheizen, in der Regel benötigen Sie für die Bade- und Schlafzimmer andere Wärmequellen.

Wenn Sie sämtliche Räume mit Holz beheizen möchten, stellen preisgünstige Holzpellets die Lösung dar. Sie bestehen aus zu kleinen Zylindern gepressten Holzresten, die in einem modernen Heizsystem vollautomatisch verfeuert werden. Für diese innovative Art des Heizens werden größere Investitionen erforderlich, denn für den Einbau einer Pellet-Heizanlage sind Kosten von mindestens 20.000 Euro zu veranschlagen. Darüber hinaus existiert noch eine dritte Möglichkeit, den Naturstoff Holz fürs Heizen zu nutzen.

Arbeitsaufwändiges Verfahren

Bei der Stückholzheizung funktioniert die Brennstoffzufuhr anders als bei der Pelletheizung nicht vollautomatisch. Dies bedeutet für den Betreiber jede Menge Arbeit, denn um das Haus bei Kälte zu heizen, müssen mehrmals am Tag neue Scheite nachgelegt werden. Wer diesen Aufwand vermeiden möchte, entscheidet sich für einen Stückholzvergaser-Heizkessel, bei dem die Zufuhr über ein kleines Förderband erfolgt.

Bei diesem Heizsystem reicht es, alle paar Tage eine größere Menge an Holzscheiten nachzulegen. Doch auch dies ist insbesondere für ältere Menschen sehr anstrengend, hinzukommen das Aufschichten und eventuell noch Spalten des Holzes. Außerdem ist die Regulierung der Wärme bei einer Stückholz-Heizung nicht so präzise möglich wie bei konventionellen Heizsystemen.

Heizen mit Geothermie

Auch das Beheizen von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit Erdwärme stellt eine mögliche Alternative zu Erdgas und Heizöl dar. Diese extrem umweltfreundlichen Heizungen basieren auf dem Prinzip, dass Sonden in tiefen Erdschichten die dort vorhandene Wärme aufnehmen und nach oben leiten. So einfach die Fördermethode auf den ersten Blick wirkt, so schwierig stellt sich die Nutzung der Erdwärme in der Praxis leider oft dar.

Zum einen sind die Bohrungen, die eine ausreichende Tiefe erreichen müssen, relativ kostspielig. Ohne weiteres fallen hierfür Kosten von 30.000 Euro und mehr an. Zum anderen bekommen interessierte Hausbesitzer längst nicht überall eine entsprechende Genehmigung. Aus diesen Gründen kommt die Beheizung per Geothermie nicht für alle Häuser in Frage.

Nachhaltiger Heizen über Klimatarife?

Auch Gasunternehmen haben inzwischen erkannt, dass der Umweltfaktor einen für den Verbraucher wichtigen Aspekt bei der Wahl des Anbieters ausmacht. Und sehen das Potential für ihr Marketing. Laut des Vergleichsportals Toptarif lässt sich dabei sogar sparen: Angeblich rund zehn Prozent können deutsche Haushalte einsparen, wenn man sich für kostengünstige Klimatarifen entscheidet. Die Kohlendioxidemissionen der Gasheizung werden bei diesen Klimatarifen durch Investitionen in Kohlendioxid-mindernde Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Vergleichbar mit „Öko-Meilen“ beim Fliegen.

Recherchequellen:

Bildquellen: Christian Schwier – Fotolia


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