
Wer nach Albanien reist, wird schnell feststellen, dass das Land nach Jahren der kommunistischen Isolation inzwischen stark auf Tourismus umgestellt hat. Insbesondere in den Großstädten oder an den bekannteren Stränden reihen sich die Hotelburgen und von ursprünglicher Naturromantik ist nicht mehr viel übrig. Wer dem Massentourismus und der Konsumhölle entkommen möchte, sollte alternative Ziele ins Auge fassen.
Dazu gehört die Bergstadt Përmet. Zwar gehört diese ebenso zu den bekannteren Gegenden des vergleichsweise kleinen Landes, doch es ist hier sauber, ursprünglich und noch nicht überfüllt. Durch Përmet läuft die Vjosa, der „letzte Wildfluss Europas“ und wer die Stadt bereist, wird schon auf dem Weg dorthin am Flusslauf entlangreisen. Das klare Wasser und die schönen Bergkulissen bilden einen malerischen Anblick.
Langarica Canyon
Beliebtestes Ausflugsziel in der Region ist der Langarica Canyon. Diesen erkundet man über einen Flusslauf über mehrere Kilometer. Manche Besucher sind dafür eigens mit Wasserschuhen bzw. Badelatschen ausgestattet. Doch wer sich nicht an steinigen Untergrund stört, kann die Strecke auch barfuß bewältigen (natürliche Fußmassage).

Zu Beginn des Canyons stößt man auf ein besonderes Naturphänomen: Einige Thermalquellen laden zu Baden ein, sofern man nichts gegen einen leichten Schwefelgeruch hat. Ein Albaner erzählte uns, dass seine Großeltern hier sehr regelmäßig zu Besuch kommen, da die Thermalquellen heilende Wirkung hätten. Das erste Becken sei sehr gut für die Haut, das zweite für den Magen, das dritte für das Herz und gegen Rheuma. Angeblich hätten hier schon Wunder stattgefunden und kranke Menschen seien nach einem Bad wieder gesund gewesen. Auch wenn der Wahrheitsgehalt dieser Geschichten sicher angezweifelt werden kann, nehmen die Einheimischen die heilsame Wirkung der Quellen ernst. Viele ältere Menschen kommen auch außerhalb der Haupturlaubssaison zum Langarica Canyon, um in den Thermalquellen zu baden.


Doch auch abseits des Canyons gibt es in der Region Përmet viel zu entdecken. Wanderpfade führen zu Wasserfällen, durch Ziegenherden, über menschenleere Hochebenen. Wer also Albanien ins Auge fassen möchte, sollte einen Abstecher in die Region unbedingt in Erwägung ziehen.



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