Portrait: Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in: Über Ausbildung, Gehalt und Lebenziele

Krankenpflegehelferin

Mit der Reform der Pflegeausbildung, gibt es neue Mindestanforderungen, was die Zugangsvoraussetzungen zu examinierten Pflegeberufsausbildungen angeht. Wer nicht mindestens einen mittleren Schulabschluss vorweisen kann, darf nicht mehr direkt mit einer Ausbildung starten, sondern muss entweder eine fortführende Schule besuchen, um einen höheren Abschluss zu erreichen oder eine Ausbildung im Berufsbild „Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in“ absolvieren.

Für wen ist diese Ausbildung sinnvoll?

Diese Ausbildung ist für Menschen mit Hauptschulabschlüssen oder ausländischen Fachkräften, deren Abschluss noch nicht anerkannt ist, sinnvoll und sozusagen der erste Schritt auf der Karriereleiter in der Pflege.

Junge Menschen, die sich gern als Pflegefachmann ausbilden lassen würden, aber keine mittlere Reife haben, gewinnen mit dieser Fortbildung doppelt und sparen auch etwas Lebenszeit. Der Weg über einen höheren Schulabschluss ist theoretischer und mit viel Lernen verbunden. Wird die Prüfung nicht geschafft, muss wiederholt werden oder der Plan wird aufgegeben. Mit dieser Ausbildung, wird die Zugangsvoraussetzung für die generalisierte Pflegeausbildung erlangt und ein Berufsabschluss erworben. Lernen fällt durch den Praxisbezug viel leichter. Gerade, wer sich in seiner Praxiseinrichtung (Klinik oder Pflegeheim) gut bewährt, bekommt besonders gern einen Ausbildungsplatz angeboten, weil die Arbeitgeber es zu schätzen wissen, wenn sich junge Menschen engagieren und als verlässlich erweisen.

Ausländische Pflegekräfte sind in Deutschland nicht nur sehr begehrt, sie werden schlichtweg auch dringend gebraucht. Doch sie stehen vor unterschiedlichen Hindernissen, wie den Sprachbarrieren und der Anerkennung ihrer Abschlüsse. Die Gesundheit- und Krankenpflegehelfer Ausbildung [1] würde ausländischen Fachkräften helfen, das Fachvokabular zu lernen. Zudem ist sie inhaltlich nicht ganz so schwierig wie die Examensausbildungsgänge, wird aber auf diese anerkannt. Oft muss jedoch gar keine weitere Ausbildung mehr gemacht werden, weil die Helferausbildung fit genug für die Anerkennungsprüfung gemacht hat. Denn an Fachwissen mangelt es hier ja nicht, sondern an der Bewältigung der Sprachbarrieren und ggf. müssen interkulturelle Unterschiede ausgeglichen werden. Nicht zu vernachlässigen ist natürlich auch die Bürokratie, die im Pflegealltag sehr bedeutsam ist. Denn nur Leistungen, die dokumentiert sind, gelten als erbracht.

In Privathaushalten geht der Trend ja bereits seit längerem zu ausländischen Pflegekräften, doch auch große Universitätskliniken haben Rekrutierungsprogramme weltweit und engagieren sich bereits in den Herkunftsländern dafür, dass Deutsch gelernt wird, helfen bei der Übersiedelung und stellen Wohnraum bereit.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Krankenpflegehelferausbildungen sind nicht so genau geregelt, wie die generalisierten Ausbildungsberufe. Es gibt Bildungsträger die versprechen eine Ausbildung in wenigen Wochen, andere bieten die einjährige oder zweijährige Dauer an. Wird der Zugang zur Ausbildung als Pflegefachmann/frau angestrebt, sollte unbedingt vor Beginn der Helferausbildung geklärt werden, ob sie auf die generalisierte Ausbildung angerechnet, bzw. ob überhaupt der Zugang dazu mit dem Bildungsnachweis gewährt wird.

Gerade im Pflegebereich gibt es oft irreführende Bezeichnungen für Tätigkeitsfelder oder ein Begriff meint unterschiedliche Aufgabenbereiche. Die Dauer der Ausbildung ist auch kein Gradmesser für die Anerkennung des Bildungsangebotes. Gerade förderfähige Maßnahmen, die nach AZAV zertifiziert sind, müssen immer ein paar Stunden Bewerbungstraining beinhalten und werden oft mit EDV Anteilen zeitlich aufgebläht. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist anzuraten, sich bei dem Bildungsanbieter ausführlich beraten zu lassen und die Informationen ggf. zusammen mit einem Pflegeanbieter auf die Karrierewünsche hin zu überprüfen.

Was verdient ein/e Krankenpflegehelfer/in

Die unterbezahlten Pflegekräfte, die teilweise wirklich übermenschliches leisten, sagen zu Recht – zu wenig! Bei den Recherchen nach dem Gehalt von Helfern und Fachkräften, zeigt sich, dass die Spanne sogar bei den Helfern schon fast 10 000 Euro im Jahr ausmachen kann. Als verlässliche Angabe gilt ein Einkommen für Krankenpflegehelfer/innen [2] zwischen 22 000 und 30 000 Euro brutto im Jahr. Die Unterschiede liegen hier nicht etwa in Schicht- oder Wochenenddiensten begründet, sondern darin, dass es unterschiedliche Tarife gibt und einige Pflegedienstleister eine andere Personalpolitik betreiben als Konkurrenten. Letztendlich sollten auch Sozialleistungen, die ein Arbeitgeber anbietet, wohlwollend gesehen und mit einkalkuliert werden. Zuschüsse zu Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten etc. wirken sich zwar nicht im Grundgehalt aus, helfen aber trotzdem.

Der Verdienst steigert sich natürlich, mit dem Erwerb des höher dotierten Abschlusses als Pflegefachkraft nach der generalisierten Ausbildung oder dem Erwerb des Examens als Gesundheits- und Krankenpfleger/in.

Fest steht, dass der nationale Pflegenotstand sich vor allem in der Altenpflege dahingehend auswirkt, dass privat oder von kleinen Verbänden geführte Häuser, den Menschen sehen und versuchen, mit Wertschätzung, Angeboten zur Work Life Balance und einem guten Belegungsmanagement, Personal zu gewinnen und zu halten.

Karriere und Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Nach der Ausbildung als Pflegehelfer/in bietet sich der Einstieg in die generalisierte Ausbildung an, die mit dem Abschluss Pflegefachmann/frau endet. Aufbauend auf diese gibt es zahlreiche Spezialisierungen und Fortbildungen, die je nach beruflichen Interessen in die hautnahe Pflege, das Qualitätsmanagement oder die Pflegedienstleitung führen können.

Der Pflegeberuf gilt nach wie vor als äußerst belastend. Diese Belastungen sind sowohl durch körperliche Anstrengungen (Patienten bewegen, schwere Geräte bewegen, schwer Heben, langes Stehen, viel Laufen), wie auch psychische Anforderungen gegeben. Der Umgang mit Menschen birgt immer Konfliktpotential. Sich abzugrenzen fällt bei Einzelschicksalen manchmal sehr schwer. Die Pflegeeinrichtungen bieten hier sehr viel Unterstützung an (Mediation, Sport- und Fitnessprogramme, Teambildung, Weiterbildungen), um die Verweildauer im Beruf zu maximieren.

Trotzdem müssen einige Pflegekräfte sich irgendwann neu orientieren, was besonders dann schwer fällt, wenn sie ihren Beruf sehr lieben. Hier gibt es viele aufbauende Seminare, die den Verbleib im Pflegebetrieb ermöglichen, aber ggf. die besonderen Belastungen abmildern. Denn der gesellschaftliche Wert des Berufes ist außerordentlich hoch, wie die Pandemie wieder einmal unter Beweis gestellt hat.

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird von Seiten der Pflegeanbieter aktiv verbessert. Hauseigene Kinderbetreuungsangebote, flexible Verträge, die kurzfristige Anpassungen des Stundenumfangs ermöglichen und das Aufsplitten von Stellen, damit Eltern ihren Beruf ausüben können, sind keine Seltenheit mehr. Die Öffnung und der Wunsch nach Transparenz ermöglichen auch das Einbringen der ganzen Familie in die Pflege, zumindest in Seniorenheimen. Kinder profitieren von dem Umgang mit Senioren und die Bewohner freuen sich über die Lebensfreude und Energie, die Mitarbeiterkinder ins Haus bringen. Viele Arbeitgeber begrüßen diese generationsübergreifenden Kontakte sogar, sofern die Kinder diesem Konzept gegenüber aufgeschlossen und nicht selbst zu betreuungsintensiv sind.

Unterschiedliche Pflegekonzepte bieten eine zeitliche Flexibilität, die für jede Situation Einsatzmöglichkeiten bietet. Die mobilen Pflegedienste bestimmen die Teams so, dass Eltern nur arbeiten, wenn die Betreuung gesichert ist und ergänzen die Zielgruppen, die nicht voll arbeiten können und die, die nicht mehr voll arbeiten möchten (Altersteilzeit). Teamplay, Werte und eine humanistische Idee zeichnen immer mehr Unternehmen im Pflegesektor aus, wie dieses Mission Statement eines Pflegedienstleisters durchblicken lässt: https://www.wentland.de/ueber-uns/vision-werte/ [3].

Recherchequellen

[1] https://www.wbs-schulen.de/ausbildungen-gesundheit-pflege-soziales/krankenpflegehelfer/
[2] https://www.stepstone.de/gehalt/Pflegehelfer-in.html
[3] https://www.wentland.de/ueber-uns/vision-werte/

Bild: Dank an https://pixabay.com/de/users/prettysleepy-2973588/


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