Private Krankenversicherung – welche Vorteile und Unwägbarkeiten diese Individualversicherung im steigenden Alter bietet

Die private Krankenversicherung wird aufgrund ihrer günstigen Beiträge in jungen Jahren oft frühzeitig als Individualversicherung abgeschlossen. Was passiert aber im gehobenen Alter? Ist die PKV auch für Menschen der „goldenen Generation“ zu empfehlen?

Die private Krankenversicherung bietet vielfältige Vorteile. So zum Beispiel wesentlich umfangreichere Leistungen als die gesetzliche Krankenversicherung. Darüber hinaus zahlen vor allem junge Erwachsene und teilweise auch Personen mittleren Alters geringere Versicherungsbeiträge für die PKV. Immer wieder wird aber die Frage gestellt, was mit den Versicherungsnehmern im gehobenen Alter passiert. Oftmals wird behauptet, ältere Menschen könnten sich die privaten Tarife nicht mehr leisten. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, auch mit steigendem Alter noch komfortable in der PKV versichert zu sein.

Beitragsreduzierungen der PKV im Alter

Grundsätzlich wird für jeden Versicherungsnehmer, ab Eintritt in die PKV, eine Alterungsrückstellung aufgebaut. Für die Alterungsrückstellung werden geringfühgige Zusatzbeiträge berechnet, die sich aber lohnen können. Denn späteer wird diese Altersrückstellung genutzt, um die Beiträge im gehobenen Alter zu reduzieren. Diese können gewaltig steigen, zumal kostenintensive Krankheitsformen wie Alzheimer im Kreis der Versicherten auftreten könnten bzw. werden. Daher sollten Interessenten so früh wie möglich in die PKV wechseln. Personen mittleren Alters haben es etwas schwieriger, noch eine umfangreiche Alterungsrückstellung aufzubauen. Ein weiterer Punkt, der die Beiträge im Alter reduziert, ist der Wegfall der Zusatzbeiträge für die Alterungsrückstellung, welche ausschließlich bis 61 Jahren berechnet werden.

Ferner ändern sich die persönlichen Gegebenheiten im Alter. So fallen Risikofaktoren, etwa beruflicher Natur, weg, wodurch erneut eine Beitragssenkung erfolgt. Eine weitere Beitragsreduzierung ist durch die Prüfung der PKV-Leistungen möglich. Im Alter werden nicht mehr alle Leistungen, die beispielsweise für Personen mittleren Alters notwendig waren, benötigt. Sollten die Beiträge noch zu hoch sein, können die Versicherungsnehmer auch selbst dafür sorgen, dass diese sich reduzieren. Etwa durch einen Verzicht auf das Einbettzimmer, auf eine Chefarztbehandlung oder auf die Wahl von einer Selbstbeteiligung. Im Übrigen erhalten pensionierte Menschen auch den gesetzlichen Beitragszuschuss in Höhe von 7% zur Krankenversicherung und 0,85% zur Pflegeversicherung.

Beitragsmildernde Faktoren

  • Alterungsrückstellung reduziert Beiträge
  • Wegfall des Zusatzbeitrages für die Alterungsrückstellung reduziert Beiträge
  • Wegfall von Risikofaktoren, etwa durch vorangegangenen Beruf, reduziert Beiträge
  • Leistungsumfang der Individualversicherung kann reduziert werden, wodurch sich der Beitrag ebenfalls reduziert
  • Gesetzlicher Zuschuss zur privaten Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung reduziert Beitrag

Steigt der Beiträg dennoch in schwindelerregende Höhen, lässt sich noch die Option des internen Tarifwechsels in Erwägung ziehen.

Unwägbarkeiten der privaten Krankenversicherung im Alter

Die private Krankenversicherung im gehobenen Alter kann aber auch mit unvorhersehbaren Ereignissen verbunden sein. Ebenso wie in der gesetzlichen Krankenversicherung sind natürlich Beitragssteigerungen möglich. In der privaten Krankenversicherung handelt es sich oftmals um Beitragssteigerungen, an welcher die Versicherungsgesellschaft selber keine Schuld trägt. Beispielsweise aufgrund gesetzlicher Vorschriften. Neben den möglichen Beitragssteigerungen kann es ebenso passieren, dass ein erneuter Risikoaufschlag im eigenen Tarif berechnet wird, da Krankheiten aufgetreten sind oder die Gefahr an einer altersbedingten Krankheit zu erkranken, besteht. Beispielsweise an Altersdiabetes. Möglicherweise entschließt sich die PKV in diesem Zusammenhang für einen Ausschluss der Behandlung einer bestimmten Erkrankung, da sie sich hier als Individualversicherung nicht an den gesetzlichen Kassen orientieren muss.

  • Beitragssteigerungen aufgrund interner Notwendigkeit innerhalb der Krankenversicherung
  • Beitragssteigerungen aufgrund gesetzlicher Vorschriften
  • Beitragssteigerungen aufgrund von Risikozuschlägen durch altersbedingte Erkrankungen
  • Ausschluss von Behandlungen bestimmter, altersbedingter Erkrankungen

Tipp der Redaktion: Es empfiehlt sich in jedem Fall, zusätzliches Vermögen auf einem Festgeldkonto zu parken, da es in jeder Krankenversicherung zu Leistungsausschlüssen kommen kann. Hundertprozentiger Verlass auf eine meist renditeorientierte Gesellschaft könnte tückische Auswirkungen haben.


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