Rechenbeispiele zur Rente: Altersbezüge in konkreten Zahlen

Rechenbeispiele RenteIm Alter kann passend zur individuellen Lebenssituation die passende Rentenart gewählt werden. Zur normalen Altersrente stehen noch weitere Modelle wie die neue Flexi-Rente oder die Erwerbsminderungsrente zur Verfügung. Wir zeigen anhand von Rechenbeispielen, wann welche Rente gezahlt wird und wie hoch die jeweiligen Versorgungsbezüge ausfallen.

Grundlegende Faktoren zur Berechnung der Rente

  • Persönliche Entgeltpunkte: Das individuelle Jahreseinkommen wird durch das durchschnittliche jährliche Einkommen aller Versicherten geteilt. Wer im Schnitt liegt, erzielt pro Jahr einen Entgeltpunkt (1,0).
  • Rentenartfaktor: Die verschiedenen Rentenarten werden mit verschiedene Faktoren berücksichtigt: Reguläre Altersrente (1,0), teilweise Erwerbsminderungsrente (0,5), Erziehungsrente (1,0), Halbwaisenrente (0,1), Vollwaisenrente (0,2).
  • Aktueller Rentenwert: Dieser monatliche Durchschnittswert beträgt seit 1.7.2016 30,45 Euro für die westlichen Bundesländer und 28,66 Euro für die östlichen Bundesländer. Er wird jährlich angepasst.
  • Zugangsfaktor: Er beträgt bei regulärem Renteneintritt 1,0 und wird pro Jahr, das mehr oder weniger Beiträge bezahlt werden um den Faktor 0,003 erhöht oder verringert.

Normale Altersrente

Für eine Zahlung gesetzlichen Rente ohne Abstriche gelten verschiedene Voraussetzungen bezüglich des Renteneintrittsalters und der Anzahl der Versicherungsjahre:

  • Reguläres Renteneintrittsalter mit 67 Jahren (seit 2012 stufenweiser Anstieg von 65 Jahren auf 67 Jahre)
  • Vor 1. Januar 1964 geboren und Bezug von Anpassungsgeld für Arbeitnehmer des Bergbaus: Renteneintritt weiterhin mit 65 Jahren ohne Abzüge möglich.
  • Vor 1. Januar 1955 geboren und vor 1. Januar 2007 Vereinbarung der Alterszeitarbeit: Renteneintritt weiterhin mit 65 Jahren ohne Abzüge möglich.
  • Vor 1. Januar 1953 geboren und mindestens 45 Jahre Pflichtbeiträge durch versicherte Beschäftigung: Rente mit 63 Jahren ohne Abzüge möglich.


Wie hoch die Rente ausfällt orientiert sich an den erzielten Rentenpunkten, der Anzahl der Beitragsjahre und der Höhe des letzten Einkommens. Genaue Angaben dazu finden sich in der regelmäßig ausgestellten Renteninformation. Wenn eine Regelaltersrente bezogen wird, kann zudem ohne Anrechnung auf diese Bezüge Geld hinzuverdienen.

Rechenbeispiel zur regulären Altersrente:

Herr A. hat zum regulären Eintrittsalter die normale Rente beantragt. Insgesamt hat er 42,125 Entgeltpunkte erwirtschaftet. Multipliziert mit dem Rentenartfaktor 1,0 und dem Zugangsfaktor 1,0 ergibt sich beim aktuellen Rentenwert von 30,45 Euro in den alten Bundesländern eine monatliche Rente von 1.282,71 Euro. Herr A. muss von diesem Betrag in alle Regel Rentenabzüge für Kranken- und Pflegeversicherung hinnehmen und auch muss Herr A. seine Rente versteuern.

Frühzeitige Altersrente

Rechenbeispiel vorzeitige AltersrenteWird die reguläre Altersrente frühzeitig in Anspruch genommen, muss mit lebenslangen Abschlägen von bis zu 14,4 Prozent gerechnet werden. Für jeden Monat, mit dem früher in Ruhestand gegangen wird, verringert sich die Rente dauerhaft um 0,3 Prozent.

Rechenbeispiel zur frühzeitigen Altersrente:

Herr A. aus unserem ersten Beispiel hätte bei einem früheren Renteneintritt mit folgenden Abschlägen zu rechnen:

  • Renteneintritt mit 66 Jahren: Rente um 3,6 Prozent niedriger – 1.236,53 Euro
  • Renteneintritt mit 65 Jahren: Rente um 7,2 Prozent niedriger – 1.190,36 Euro
  • Renteneintritt mit 64 Jahren: Rente um 10,8 Prozent niedriger – 1.144,18 Euro
  • Renteneintritt mit 63 Jahren: Rente um 14,4 Prozent niedriger – 1.098,00 Euro
Vorausgesetzt, Herr A. würde ein Alter von 87 Jahren erreichen und bereits mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen, würden die Rentenkürzungen in den 20 Jahren Bezugszeit insgesamt 44.330,40 Euro betragen.

Berechnung der Flexi-Rente

Flexi-Rente RechenbeispielMit der Flexi-Rente ergeben sich neue Möglichkeiten bei einem früheren oder auch einem späteren Renteneintritt. Wer nun beispielsweise vor Erreichen des 67. Lebensjahres in den Ruhestand geht, profitiert künftig etwa von geringeren Einbußen bei der Rentenhöhe.

Wird beispielsweise noch ein Jahr länger gearbeitet und noch zwölf Monate länger in die Rentenkasse einbezahlt, ergibt dies bei einem Durchschnittsverdienst etwa 30 Euro Rentenplus pro Monat. Spitzenverdiener können so sogar bis zu 60 Euro mehr erwirtschaften.



Eine weitere Möglichkeit ist das Ausgleichen von Rentenabschlägen bei einem frühzeitigen Renteneintritt. Dabei kann früher in den Ruhestand eingetreten werden und die fehlenden Zeiten werden durch selbst eingezahlte Beiträge ersetzt. Diese sind zudem Steuervergünstigt.

Durch die veränderten Bemessungsgrenzen beim Hinzuverdienst kann die Rente nun zusätzlich aufgebessert werden:

Rechenbeispiel zur Flexi-Rente:

Herr A. verdient sich nach seinem Renteneintritt noch 18.000 Euro dazu und liegt damit klar über der Bemessungsgrenze von 6.300 Euro. Alles was darüber liegt, in diesem Fall nämlich 11.700 Euro (monatlich 975 Euro) wird auf die Rente angerechnet. 40 Prozent davon werden von der gesetzlichen Rente abgezogen. Die monatliche Rente von 1.282,71 Euro verringert sich also um einen Betrag von 390 Euro (975 Euro x 0,4) und beträgt dann 892,71 Euro. Durch den Hinzuverdienst bleiben monatlich jedoch insgesamt 1.867,71 Euro (892,71 Euro + 975 Euro).

Berechnung der Erwerbsminderungsrente

Rechenbeispiel ErwerbsminderungsrenteIm Falle einer Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit richtet sich die Höhe der Rente vor allem nach dem letzten Bruttoeinkommen. Anspruch hat, wer in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre Entgeltpunkte erzielt hat. Pauschal ergibt sich bei einer vollen Erwerbsminderung ein Anteil von etwa 30 bis 34 Prozent des durchschnittlichen Bruttoeinkommens. Abschläge wegen des früheren Renteneintritts betragen hier jedoch maximal 10,8 Prozent.

Rechenbeispiel zur Erwerbsminderungsrente:

Frau B. ist 40 Jahre alt, wohnt in den alten Bundesländern und hat bisher jährlich im Schnitt 40.000 Euro verdient. Sie hat 23 Jahre lang in die Rentenkasse einbezahlt. 20 Jahre blieben bis zur Zurechnungszeit von 60 Jahren.

  • Es ergeben sich folgende Entgeltpunkte: 40.000 Euro / 35.700 Euro = 1,1205 Entgeltpunkte
  • Entgeltpunkte der Einzahlungsjahre: 23 x 1,1205 = 25,7715 Entgeltpunkte
  • Entgeltpunkte bis zur Zurechnungszeit: 20 x 1,1205 = 22,4100 Entgeltpunkte
  • Summe der Entgeltpunkte: 25,7715 + 22,4100 = 48,1815 Entgeltpunkte
  • Rentenberechnung nach der Rentenformel: 48,1815 Entgeltpunkte x Zugangsfaktor 1,0 x aktueller Rentenwert 30,45 Euro x Rentenartfaktor 1,0 = 1.467,13 Euro
  • Abschlag wegen Frühzeitigem Renteneintritt: 10,8 Prozent x 1.467,13 Euro = 158,45 Euro
  • Errechnete Rentenhöhe bei voller Erwerbsminderung: 1.467,13 – 158,45 = 1.308,68 Euro

Auch hier können noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen.

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Bildquelle: dessauer & Cevahir – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Für.witzke kommentierte am June 18, 2017 at 4:41 pm

    Bei einer Rentenerhöhung müssten alle den gleichen Betrag bekommen. also nicht prozentual sondern linear.

  2. Klein kommentierte am May 2, 2017 at 9:44 am

    Im Großen und Ganzen ist unsere Rente eine Schande. Jahrzehntelang gearbeitet und ordentlich seine Abgaben an den Staat gemacht. Letztendlich bleibt nichts davon übrig. Wir Rentner sind genötigt einen zusätzlichen Arbeitsplatz zu finden, damit man noch einigermaßen “Leben” kann. Wo ist unser Geld? Wer hat uns so in diese Miesere geritten? Ich halte nicht viel von der Politik in Amerika, aber jetzt doch. Denn dort hat man die Möglichkeit entweder in eine “Rentenkasse zu zahlen” oder auch nicht. Die meisten Amerikaner zahlen nicht in diese Kassen. Wenn ich mir überlege, dass ich mit 65 Jahren noch dazuverdienen muss, nur weil unsere deutschen Rentenkassen das Geld, das wir einbezahlt haben, irgendwo, irgendwem, irgendwann an irgendjemanden gezahlt haben. Nur nicht an die Rentner, die dieses Geld einbezahlt haben. Es ist und bleibt eine Schande. Meinen Kindern werde ich raten, sich Jobs zu suchen, die im Ausland sind, damit diese das Geld für die Rentenversicherung selbst einbehalten können um dies dann sicher anzulegen, damit im Alter nicht dieses Fiasko eintritt, wie bei uns Alten in Deutschland. Die Rentenkassen wurden gefüllt, gefüllt und gefüllt. Und wir kämpfen jeden Tag mit jedem Cent, den wir in den Händen halten. So habe ich mir mein Rentendasein nicht ausgemalt. So, auf keinen Fall.

    • Renter kommentierte am May 14, 2017 at 8:36 am

      Ich kann diesen Ausführungen nur zustimmen. Wenn man mal überlegt, dass ein Rentenehepaar mit einer Gesamtrente von ca. 2.000 € brutto, diese noch versteuern muß und dann die monatlichen Kosten für Miete, Nebenkosten, Lebenskosten, Auto, Versicherungen etc. etc. von dem Nettobetrag aufbringen muß; einfach nur traurig. Für Hobbys, Urlaub, Enkel usw. bleibt nichts mehr übrig.

      • Glückslos kommentierte am May 17, 2017 at 4:06 pm

        Bei 2000 Euro Bruttorente bleiben dem Rentnerpaar ca. 1.780 € netto zum Leben/Wohnen im Monat übrig. Zum Vergleich: die Pfändungsfreigrenze nach §850c ZPO liegt in 2017 bei 1.479,99 € (2 Pers.) – also knapp 300 € unter der Nettorente des Paares. Und auch das Existenzminimum liegt bei 1.470,00 €. Ergo arbeitet ein Eckrentnerpaar in Deutschland 45 Jahre um evtl. monatlich 300 € mehr an Rente zu bekommen, als das Existenzminimum ausweist.

    • Anonymous kommentierte am May 17, 2017 at 10:52 am

      Die nächsten Wahlen sind heuer, weg mit dem G….. auch Politiker genannt. Denen der Deutsche Bürger und Rentner nur Dreck bedeutet

    • Glückslos kommentierte am May 17, 2017 at 4:07 pm

      Glückwunsch! Gut erkannt!

    • touareg kommentierte am May 30, 2017 at 3:49 pm

      ja da haben Sie Recht. Wo das Geld ist kann ich Ihnen sagen: das bekommen die Beamten, die nie in die Rentenkasse eingezahlt haben.

      In A ist das anders: da zahlen alle ein – die Beamten und die Selbständigen. Ergebnis = die bekommen doppelt soviel Rente. Schicken Sie Ihre Kinder also nach Österreich. Da sind sie auch nicht weit weg.

      Allerdings muß man bei den Niedrigzinsen auch eine private Vorsorge erstmal finden, welche besser zahlt als die gesetztliche Rente.

      • Anonymous kommentierte am June 20, 2017 at 11:22 am

        Wo das Geld ist kann ich Ihnen sagen: das bekommen die Beamten, die nie in die Rentenkasse eingezahlt haben. Ja und es wird sich auch nicht äntern weil dieser Statt von diesem Personenkreis reg. wird

  3. Anonymous kommentierte am April 19, 2017 at 8:23 pm

    Das Rechenbeispiel bei früheren Renteneintritt (mit 63 Jahren) ist einseitig und irreführend. Sie sollten nicht nur die Rentenkürzungen in 20 Jahren Bezugszeit erwähnen (insgesamt 44.330,40 Euro), sondern zur Abwägung auch den Betrag nennen, den Hr. A bereits in den 4 Jahren vor dem regulären Renteneintritt erhalten würde (52.704,00 EUR).

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