Religion – auf der Suche nach der Konvention fürs Leben

Viele Menschen finden erst im Alter zum Glauben. Die Suche nach dem Sinn des Lebens und einer übergreifenden Spiritualität aber auch das Bedürfnis nach einem Halt in Zeiten des Wandels und Verlusts bestimmen den letzten Lebensabschnitt. Besonders wenn der eigene Tod nahe ist, der Umzug in ein Seniorenheim ansteht oder Angehörige sterben, kann aus dem Glauben Kraft und Energie geschöpft werden.

Die Zeiten des Wandels bestehen

Das Alter hält viele Herausforderungen bereit, da die Menschen immer älter werden, müssen nach der Pensionierung mitunter noch bis zu 30 Jahren mit Leben gefüllt werden. Zudem werden die Möglichkeiten und Perspektiven immer vielfältiger, Experten sprechen sogar von einem vierten Lebensalter, das ab etwa 80 Jahren beginnt.

Religiosität kann jetzt wichtige Energien bereitstellen, in Zeiten des Wandels bietet der Glaube auch Bewältigungsstrategien an. Religion wird zu einem sicheren Unterschlupf in einer schnelllebigen Zeit, die für die heutige Generation ganz anders aussieht als in Kindheitstagen. Wenn die Vergangenheit einen größeren Raum einnimmt als die Zukunft, bieten Christentum, Buddhismus und Co. aber auch die Möglichkeit, sich mit der eigenen Biografie und der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen.

Vielen Senioren und Pflegebedürftigen kann mit einem Jenseitsglauben die Angst vor dem Sterben genommen werden, bietet aber auch die Chance, Vergebung zu finden und die eigene Unvollkommenheit anzunehmen.

Gott gibt Halt und Sinn

Dabei kann sich Religiosität ganz unterschiedlich ausdrücken. Einssein mit Gott, die Verbundenheit zur Natur oder Meditation. Wer sich neuen Möglichkeiten öffnet, meist nimmt die Toleranz für Gott im Alter zu, kann auf vielfältige Weise gewinnen. In der Gemeinschaft beten, ein Ehrenamt ausüben oder die letzten Lebensstunden bewusster und friedlicher erleben, Religion ist eine feste Säule im Alter. Sie kann helfen, auch in negativen Lebenserfahrungen Hoffnung zu finden und den Tod nicht als Ende, sondern als Vollendung zu begreifen. Wenn auf das eigene Leben zurückgeblickt wird, kann Erlebtes in einen größeren, transzendenten Zusammenhang gebracht werden.

Wenn keine Angehörige oder Kinder vorhanden sind, bietet Gott ein Gefühl des Aufgehobenseins und Sicherheit, bei schwer Pflegebedürftigen kann der Glaube Zuwendung schenken und das Selbstwertgefühl anheben. Im Alter nicht allein sein, Gefühle thematisieren können und Zweifel verbalisieren, eine richtige oder falsche Religion gibt es im Alter nicht.


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