Rente beziehen und arbeiten – Arbeiten als Rentner

Rente beziehen und arbeitenAuch mit der Rente hat jeder Mensch die Möglichkeit, weiter berufstätig zu bleiben. Immer mehr Rentner nutzen dieses Recht – mehr oder weniger „freiwillig“ – und gehen einer beruflichen Tätigkeit nach. Doch sollten dabei Sozialabgaben und Grenzbeträge im Auge behalten werden.

Eindeutige Regelungen zur Tätigkeit im Alter

Viele Menschen glauben, dass sie nach Erreichen ihrer Altersgrenze aus ihrem Job ausscheiden müssen, weil das Arbeitsrecht das so fordert. Das ist nicht der Fall. Ein Anspruch eines Mitglieds in der gesetzlichen Rentenversicherung auf die Rente wegen Alters darf nicht als ein Grund angesehen werden, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nach dem Kündigungsschutzgesetz beendet. Oder ganz einfach gesagt: Die altersbedingte Kündigung ist arbeitsrechtlich verboten.




Allerdings unterscheidet das Gesetz sehr genau. So gibt es nach dem Buchstaben des Arbeitsrechtes eine Kündigung und die Befristung eines Arbeitsvertrages. Erlaubt ist es, den Arbeitsvertrag von Mitarbeitern auf das reguläre Alter für den Renteneintritt zu befristen. Das ist so sogar in vielen Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen und in den meisten individuellen Arbeitsverträgen niedergeschrieben.

Was bislang nicht erlaubt war, war die Befristung eines Arbeitsvertrages über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus. Außerdem war der Kniff verboten, nach Beendigung des Arbeitsvertrags wegen Erreichen der Regelaltersgrenze den Mitarbeiter einfach mit einem neuen Arbeitsvertrag befristet beim gleichen Arbeitgeber weiterzubeschäftigen. Viele Arbeitgeber und auch Arbeitnehmer hätten das gern so gehandhabt und wären für eine befristete Zeit weiter in ihrem Unternehmen geblieben. Doch das Teilzeit- und Befristungsgesetz regelte, dass der Abschluss befristeter Verträge verboten ist, wenn zuvor bei diesem Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag bestanden hat.

Klage gegen Kündigung einreichen

Damit war es bisher für viele Firmen aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr riskant, einen älteren Arbeitnehmer nach dem Erreichen seiner regulären Altersgrenze für die Rente einfach weiter im Unternehmen zu beschäftigen. Wollte sich ein Arbeitgeber später von seinem älter gewordenen Mitarbeiter trennen, drohte ihm sogar eine Kündigungsschutzklage. Denn das Arbeitsrecht gilt unabhängig vom Alter. Gegen eine Kündigung, ganz gleich, aus welchem Grund, darf ein Arbeitnehmer mit einem Anwalt vorgehen.

Sie als Mitarbeiter dürfen sich wehren, wenn Sie eine Kündigung nicht für gerechtfertigt halten. Dazu gehört definitiv auch die Kündigung wegen Alters, die rechtlich ohnehin nicht durchsetzbar ist.

Zitat Peter Meier, Experte vom Arbeitsrechtsportal anwaltarbeitsrecht.com

Neues Recht vereinfacht vieles




Seit Mai 2014 gibt es die deutliche Abtrennung zwischen Arbeit und Eintritt in den Ruhestand nicht mehr. Sie wurde mit dem so genannten Rentenversicherungs-Leistungsverbesserungsgesetz aufgehoben. Ein neuer Paragraph regelt nun, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Zeitpunkt für die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses per Vertrag hinausschieben dürfen. Das geht sogar mehrfach. Damit können Chef und Mitarbeiter neue Verträge abschließen, wenn die alten Arbeitsverträge wegen Erreichen einer dort fixierten Altersgrenze auslaufen.

Die neue Regel macht es Arbeitgebern einfacher, gut qualifizierte Mitarbeiter länger im Unternehmen zu halten. Und für Arbeitnehmer bedeutet das, dass sie trotz Rente weiter in ihrem Betrieb bleiben können.

Auf den Verdienst achten

Arbeiten als RentnerWer die Altersgrenze für seine Regelaltersrente erreicht hat, kann so viel verdienen, wie er möchte. Das verdiente Geld wird nicht auf seine Rente angerechnet. Diesen Vorteil haben jedoch nur Rentner, die jenseits ihres 65. Lebensjahres in den Ruhestand gegangen sind. Wer eine Frührente bezieht oder aus gesundheitlichen Gründen mit einer Erwerbsminderungsrente in den zeitigen Ruhestand gegangen ist, muss unbedingt auf die Grenzen beim Zuverdienst achten.

Jeder Verdienst, der unter dem Grundfreibetrag von 450 Euro im Monat liegt, ist unproblematisch. Wer mehr als diese 450 Euro pro Monat verdient, ist zunächst einmal sozialversicherungspflichtig und muss bei der Steuer genau hinschauen. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel zu Rentenabzügen und Sozialabgaben.

Bezieht er eine Frührente oder eine Rente für Hinterbliebene, muss er zusätzlich noch auf Grenzbeträge achten. Denn diese Rentenarten gibt es auch als Zwei-Drittel-, Drittel- oder halbe Rente, je nachdem, wie hoch der Verdienst ist.

Da die Verdienstgrenzen davon abhängen, wie viel Lohn während der aktiven Arbeitsphase erzielt wurde, sollte sich jeder Rentner mit dem Wunsch nach einem Zuverdienst genau über seine Freibeträge erkundigen. Auskunft gibt die gesetzliche Rentenkasse.

Bildquelle: Monkey Business & Janina Dierks – Fotolia


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
2,68 von 5 Punkten, basierend auf 22 abgegebenen Stimmen.


Bewerten Sie diesen Artikel - Hinterlassen Sie gerne auch ein Kommentar!
Loading...

Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Dietrich Eckelmann kommentierte am 14. Juni 2018 at 5:51

    Wann werden endlich die ab 2005 eingeführten Abgaben auf die Rente zurückgenommen.
    Gab es nicht mal eine Regel, dass man nicht 2x besteuert werden darf? Auch die Sozialabgaben zahlen wir jetzt doppelt??

    MfG D.Eckelmann, Berlin

    Ich habe von Kollegen gehört, dass manche Menschen sich dazu entschlossen hatten, keine Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Sie zahlen alles was sie brauchen selbst. Ist das zulässig?

  2. Th. Flecken kommentierte am 3. März 2018 at 2:56

    Habe eine Frage!
    Bin mit 67 Jahren in Rente gegangen und bekomme 1500,- Euro im Monat Rente. Meine Frau bekommt 500,- Euro Rente.
    Bin heute 70 Jahre alt und verdiene mir 900 bis 1000,- Euro im Monat dazu.
    Wie viele Euro muß ich an das Finanzamt abführen.

Kommentar schreiben

(auch anonym möglich)

Hier haben Sie die Möglichkeit den Beitrag (wenn Sie mögen anonym) zu kommentieren und Ihre Erfahrungen und Meinungen zu schildern. Wir freuen uns über jeden Kommentar! Bitte beachten Sie jedoch, dass wir politische Hetze und Aufrufe zu Gewalt nicht veröffentlichen werden.

Seniorenbedarf.info