Seniorengerechtes Wohnen – Checkliste zur Umgestaltung der Wohnung

Seniorengerecht Wohnen RatgeberIm Alter ist es schön, in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können. Viele Menschen wünschen sich dies für ihr Alter – sehen sich dann aber mit einer Wohnung konfrontiert, die dies nicht gewährleistet: Denn schon kleine Stolperfallen können zu lebensgefährlichen Unfällen führen.

Neben der Vorbeugung der Unfälle fallen allerdings auch die Kosten ins Gewicht – besonders vor dem Hintergrund geringer Renten. Es gilt daher, seine Wohnung nicht nur auf die veränderten Bedürfnisse anzupassen, sondern auch energiesparsamer zu gestalten. Wer bisher keinen Gedanken an effiziente Heiztechniken und optimalen Stromverbrauch verschwendet hat, sollte dies spätestens jetzt tun. Unser Seniorenmagazin hat dazu eine ausführliche Checkliste erstellt.

  1. Welche Gefahren lauern im Haushalt?
  2. Welche Stolperfallen sind zu vermeiden?
  3. Welche Sortierung der Gegenstände bietet sich an?
  4. Welche Möglichkeiten gibt es, um Treppen besser begehbar zu machen?
  5. Wie ist Strom zu sparen?
  6. Wie kann Heizenergie gespart werden?
  7. Wie wird der Luftaustausch im Raum effizienter, ohne lange zu lüften?
  8. Was für Sicherheitsmaßnahmen gibt es für die Küche?
  9. Welche Vorkehrungen sollten im Bad getroffen werden?
  10. Gibt es für die Umbaumaßnahmen staatliche Förderungen?

Welche Gefahren lauern im Haushalt?

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt – so lautet eine alte Redewendung, die auch relativ genau zutrifft. Eine Studie zeigt, dass die meisten Unfälle, bei denen sich Menschen verletzten, tatsächlich im Hausbereich passierten- abgesehen vom Jahr 2011, in diesem waren die Freizeitunfälle ein wenig höher.

In der Schule, während der Arbeit oder im Verkehr gibt es aber weitaus weniger Vorfälle, die Unfallverletzte nach sich ziehen. Die Gefahren, die in der eigenen Wohnung lauern, sind daher nicht zu unterschätzen. Von der Teppichkante bis hin zu einer zuschlagenden Tür, bei der die Hand eingeklemmt werden kann, ist hier vieles möglich.

Besonders mit fortschreitendem Alter und nachlassender Reaktionsgeschwindigkeit, ist es wichtig um dieses Gefahrenpotential zu wissen und die Wohnung für ein altersgerechtes Wohnen vorzubereiten.

Seniorengerechtes Wohnen muss auch Unfallquellen ausschließen

Welche Stolperfallen sind zu vermeiden?

Stürze können laut diesem Ratgeber zu Hirnblutungen oder einem Oberschenkelhalsbruch führen – beides sind Folgen, die nur im schlimmsten Fall auftreten, die aber trotzdem verhindert werden sollten. Daher gilt es, Stolperfallen aus der Wohnung zu schaffen.

Die schon erwähnte Teppichkante ist hier eine dieser möglichen Fallen, wie auch eine zu hohe Türschwelle oder ein hochstehendes Stück Fliese in der Küche oder im Bad. Diese möglichen Unfallursachen sind zu erkennen und zu beseitigen.

Welche Sortierung der Gegenstände bietet sich an?

Oftmals führen auch Gleichgewichtsstörungen, beispielsweise durch zu schnelles Aufstehen, zu einem solchen Sturz. Der im vorangegangenen Punkt erwähnte Ratgeber empfiehlt daher eine Umsortierung der im Alltag gebräuchlichen Gegenstände: Wenn sie auf Brusthöhe gelagert werden, wird ein unnötiges Strecken und Beugen verhindert und die Unfallgefahr so minimiert.

Mit allen Gegenständen ist dies allerdings aus Platzgründen meist nicht möglich; es gilt daher abzuwägen, ob wirklich alle Gläser in das Schrankfach auf Brusthöhe geräumt werden oder vier Stück reichen und der restliche Platz mit Tellern und Tassen und anderen wichtigen Alltagsutensilien gefüllt wird.

Welche Möglichkeiten gibt es, um Treppen besser begehbar zu machen?

In einer Mietwohnung gibt es meist einen Fahrstuhl im Treppenhaus, damit auch körperlich beeinträchtigte Menschen zu ihrem Heim gelangen. In einem eigenen Haus, in dem normalerweise nur eine oder zwei Treppen überwunden werden müssen, ist ein Aufzug in den meisten Fällen zu groß und zu teuer. Eine bessere Alternative ist in diesem Fall der Treppenlift. Die Barrierefreiheit ist damit gewährleistet.

Wie ist Strom zu sparen?

Seniorenwohnung StromsparenDie Kosten für den Strom sind in jedem Haushalt gleich zu sparen. Elektrische Geräte sollten am besten bei Nichtgebrauch komplett vom Stromkreis abgetrennt und das Licht nur dann eingeschaltet werden, wenn es wirklich nötig ist. Für die elektrischen Geräte bieten sich ausschaltbare Steckdosenleisten an. Diese sollte aber in einer Höhe angebracht sein, die ein unkompliziertes und bequemes Ein- und Ausschalten ermöglicht.

Für das Licht bietet es sich vor allem im Flur an, auf Bewegungsmelder zu setzen. So sind Unfälle durch Dunkelheit unwahrscheinlicher und es wird außerdem nicht vergessen, das Licht wieder auszumachen. Dieses Vergessen ist es meist, das die Stromkosten nach oben treibt.

Wie kann Heizenergie gespart werden?

Um Kosten zu sparen, ist es ratsam, ein gut gedämmtes Haus zu haben, damit möglichst wenig Wärme nach außen verloren geht. Dies kann im Bedarfsfall nachgerüstet werden, jedoch können bauliche Maßnahmen relativ schnell sehr kostspielig werden. Recht einfach lässt sich über Thermostate das Heizverhalten anpassen: Heizt man anstatt nach dem persönlichen Wärmeempfinden nach Temperatur, lässt sich einige Energie einsparen – und trotzdem ist die Wohnung schön warm.

Folgende Werte für die einzelnen Zimmer werden empfohlen:

  • 22°C: Badezimmer
  • 20°C: Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer
  • 18°C: Schlafzimmer und Küche (siehe auch <Barrierefreies Schlafzimmer>)
  • 15°C: Diele, Flure und unbenutzte Zimmer

Wie wird der Luftaustausch im Raum effizienter, ohne lange zu lüften?

Die Zirkulation von Luft verbessernDer größte Fehler beim Heizen ist es, einen Raum auskühlen zu lassen und ihn dann wieder auf Temperatur zu bringen. Stattdessen ist es ratsam, nur ab und zu stoß zu lüften. Dies bedeutet, dass alle Fenster im Raum für etwa 5 Minuten sperrangelweit aufgemacht werden. So wird ein Luftaustausch vorgenommen, die Wärme bleibt aber erhalten.

Um den Raum danach schnell wieder warm zu bekommen, bietet sich ein Ventilator an. Während des Lüftens und vor allem danach sammelt sich die warme Luft an der Decke. Ein Ventilator vermischt die kalten und warmen Luftschichten, sodass die Wohlfühltemperatur schneller wieder erreicht ist. Beim Kauf von diesem Gerät sollten allerdings die Qualitätsrichtlinien beachtet werden, die dabei helfen einen Fehlkauf zu vermeiden.

Was für Sicherheitsmaßnahmen gibt es für die Küche?

In der Küche wird gekocht und in den meisten Fällen auch gegessen. Hier gilt es eine komfortable Umgebung zu schaffen: Dazu bieten sich beispielsweise Arbeitsflächen an, auf denen bequem im Sitzen das Essen zubereitet werden kann, statt wie sonst üblich im Stehen. Außerdem ist es ratsam, den Ofen und den Kühlschrank auf Blickhöhe zu haben, sodass ein Bücken unnötig wird.

Mehr Sicherheitsmaßnahmen sind im Normalfall nicht nötig; eventuell kann der Herd mit einer Abschaltautomatik versehen werden. Dadurch ist ein Brand in der Küche durch eine vergessene Herdplatte relativ unwahrscheinlich. Die Wege vom Herd zum Esstisch sollten außerdem breit genug und frei von Hindernissen sein, um nicht meinem heißen Topf ins Stolpern geraten.

Welche Vorkehrungen sollten im Bad getroffen werden?

Seniorengerechtes Badezimmer schaffenIm Badezimmer herrscht meist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dadurch werden die Fliesen rutschig, die Sturzgefahr steigt. Es ist daher ratsam, an allen wichtigen Orten einen Haltegriff anzubringen: An der Badewanne und Dusche sowie an der Toilette. Eine ebenerdige Duschvorrichtung ist ebenfalls zu empfehlen sowie am besten im gesamten Bad spezielle Fliesen, die auch bei Nässe nicht rutschig werden.

Außerdem kann es ratsam sein, den Toilettensitz zu erhöhen und in den Badewannenrand eine Tür für den leichteren Einstieg zu integrieren bzw. einen Badewannengriff zu integrieren.

Gibt es für die Umbaumaßnahmen staatliche Förderungen?

Da es für viele Menschen eine Aufwertung der Lebensqualität ist, in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben statt in ein Pflegeheim umzuziehen, gibt es verschiedene Förderungsmöglichkeiten für das altersgerechte Wohnen. Beispielsweise Zuschüsse durch Kommune und Land oder sehr zinsgünstige Darlehen.

Wichtig ist aber, sich im Vorfeld zu informieren, was gefördert wird – jegliche Umbauten, die eine gesteigerte Barrierefreiheit zum Ziel haben, fallen aber meist unter diese Richtlinien.

Recherchequellen

Bildermaterial:

  • Abbildung 1: pixabay.com © OpenClips CC0 1.0
  • Abbildung 2: pixabay.com © Nemo CC0 1.0
  • Abbildung 3: © flashpics – Fotolia.com


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