Wohnen wie im Hotel: Seniorenresidenzen als luxuriöse Alterswohnform

SeniorenresidenzenEine Seniorenresidenz verspricht, den Lebensabend in Gesellschaft und einem gehobenen Ambiente zu verbringen. Verlockend scheint die Rundumversorgung mit einem abwechslungsreichen Freizeitangebot, ohne Verlust der Eigenständigkeit. Allerdings scheitert für viele der Traum am finanziellen Aspekt, denn die Unterbringung ist kostenintensiv. Zudem will diese auch aufgrund bestehender Qualitätsunterschiede der Einrichtungen wohlüberlegt sein.

Pflegeimmobilien als Wohnform im Alter

Dass alternative Wohnformen für Senioren verstärkt an Bedeutung gewinnen, liegt besonders am gesellschaftlichen Wandel. Da das Konzept der Großfamilie zunehmend verschwindet, steigt das Risiko für Einsamkeit im Alter, wenn Familienstrukturen wegbrechen. Seniorenresidenzen bieten einen potenziellen Ausweg und darüber hinaus viele Annehmlichkeiten. Sie sind Teil sogenannter Pflegeimmobilien, wovon es inzwischen mehr als 13.000 innerhalb Deutschlands gibt, Tendenz steigend. Besonders in deutschen Großstädten herrscht eine erhöhte Dichte an Seniorenresidenzen vor.

Seniorenresidenz: Alles unter einem Dach

Bei einer Seniorenresidenz handelt es sich um eine hotelähnliche Wohnanlage. Hier leben Senioren in eigenen kleinen Wohneinheiten. Neben der Unterbringung besteht ein breit gefächertes Versorgungs- und Freizeitangebot. Ärzte, Apotheken, Friseur, ein eigener Supermarkt, Wellnessanlagen, Kino – diese Liste lässt sich je nach Einrichtung fortsetzen. Wie in einem Hotel steht eine Rezeption und damit rund um die Uhr ein Ansprechpartner zur Verfügung. Die Bewohner entscheiden, ob sie Betreuung in Anspruch nehmen oder sich selbst versorgen möchten. Die Einrichtung richtet sich in erster Linie an Senioren, die ihren Alltag im Alter aktiv gestalten möchten. Im Gegensatz zum Pflegeheim besteht beim Einzug üblicherweise kein akuter Pflegebedarf und damit keine Notwendigkeit einer ganztäglichen medizinischen Verpflegung und Versorgung.

Seniorenresidenz nur etwas für wohlhabende Senioren?

Für die Unterbringung in der Seniorenresidenz fällt eine monatliche Pauschale an. Diese enthält alle Wohn- und Betreuungskosten. Einige Einrichtungen fordern einen Grundleistungsbetrag und bieten darüber hinaus individuell abzurechnende Leistungen an. Obgleich aufgrund der unterschiedlichen Einrichtungen auch Kostenunterschiede bestehen, gilt übergreifend: Qualität hat ihren Preis. Dies ist dem auf Komfort ausgerichteten Charakter der Häuser geschuldet. Interessenten müssen mit einer monatlichen Mindestpauschale von 1.500 Euro rechnen. Da einige der Seniorenresidenzen den Charakter eines 5-Sterne-Hotels aufweisen, sind auch Kosten bis zu mehreren Tausend Euro möglich.

Einen Teil der Pflegekosten zahlt die Pflegekasse, der andere Teil erfolgt als grundlegende Selbstzahlerleistung wie eine 24-Stunden-Notrufbereitschaft. Praktisch ist es, wenn die Seniorenresidenz eine Pflegekosten-Ergänzungsregelung gegen einen kleinen Monatsbeitrag anbietet, um im Pflegefall finanziell abgesichert zu sein. Der Eigenanteil der Pflegekosten wird somit auf einen Höchstbetrag begrenzt.

Neben dem finanziellen Aspekt kann sich auch ein weiteres Problem ergeben: Die Bezeichnung Seniorenresidenz bildet keinen rechtlich geschützten Begriff. Daher bestehen zum Teil frappierende Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Einrichtungen.

Auch im Pflegefall versorgt

Seniorenresidenz PflegedienstKommt es bei Bewohnern im Laufe des Aufenthalts zu einem Pflegebedarf, bedeutet dies nicht zwangsweise eine notwendige Übersiedlung in ein Pflegeheim. Allerdings ist es bei der Wahl der Einrichtung notwendig darauf zu achten, in welcher Form eine Seniorenresidenz über ein erweitertes Pflegeangebot verfügt. So ist es beispielsweise durchaus möglich, dass hauseigene ambulante Pflegedienste und Pflegestationen vorhanden sind. Auch die Inanspruchnahme externer ambulanter Pflegedienstleister kommt infrage.

Für wen eignet sich eine Seniorenresidenz?

Der Wunsch nach gehobenem Wohnkomfort, Aktivität und fehlender akuter Pflegebedarf sind die drei wesentlichen Entscheidungsfaktoren zugunsten der Seniorenresidenz. Der Bedarf, neue soziale Netzwerke auszubilden und bei Bedarf Betreuungsmöglichkeiten zu beanspruchen lässt sich allerdings auch über andere Wohnformen decken. Sie bieten durchaus eine ansprechende Alternative.

Recherchequellen

  1. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/seniorenresidenzen-als-anlagetipp-pflegeimmobilien-300-000-betten-zu-wenig/14003474.html
  2. https://www.test.de/Seniorenresidenzen-Wie-im-Hotel-1336385-0/
  3. https://benz24.de/wohnform-im-alter-seniorenresidenz/

Bildquelle: Alexander Raths – Fotolia


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