Die Sterbegeldversicherung – sinnvolle Vorsorge für das Lebensende?

Eine Sterbegeldversicherung soll die Hinterbliebenen im Todesfall des Versicherten finanziell entlasten. Hier gibt es allerdings viele Vorteile und Nachteile gegeneinander abzuwägenDer Tod gehört zum Leben eines jeden Menschen. Trotz dieser Gewissheit befasst sich aber niemand besonders gerne mit dem eigenen Ableben. Wer mitten im Leben steht, tut sich häufig schwer damit, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, dass das Ende irgendwann unweigerlich da sein wird. Ob plötzlich und unvorhergesehen oder am Ende einer langen Krankheit – niemand vermag zu sagen, wann und auf welche Weise ihn der Tod eines Tages ereilen wird und konkrete Planungen sind deshalb in der Regel müßig. Trotzdem gibt es einige Überlegungen, die bereits im Vorfeld angestellt werden können, um im Ernstfall so gut wie möglich vorbereitet zu sein.

Teures Sterben

Insbesondere die finanziellen Aspekte, die das Sterben begleiten, gehören zu den Dingen, die bereits im Voraus durchdacht und geplant werden können. Neben der Vorsorge für das Alter oder eine potentiell erforderliche Pflege treffen viel Menschen deshalb auch entsprechende Vorkehrungen für das tatsächliche Ableben.

Eine Bestattung ist teilweise mit hohen Kosten verbunden, ebenso wie die Grabpflege, und viele Menschen möchten ihre Angehörigen möglichst wenig mit diesen Dingen belasten. Um sich und seine Hinterbliebenen finanziell für den Todesfall abzusichern, bietet sich neben der gesetzlichen Hinterbliebenenrente eine Sterbegeldversicherung an.

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Mit der Versicherungssumme, die während der Vertragslaufzeit durch die Leistung der vereinbarten Beiträge aufgebaut wird, können die Kosten im Rahmen eines Sterbefalles gedeckt werden. Häufig gewähren Versicherer bei Erleben der Vertragslaufzeit eine zusätzliche Prämie, die mit dem Ableben an die benannten Hinterbliebenen ausbezahlt wird. Durch eine Sterbegeldversicherung kann die finanzielle Belastung, die unter Umständen auf Angehörige zukommt, deutlich reduziert werden. Um das richtige Produkt für die eigenen Bedürfnisse zu finden, lohnt sich ein ausführlicher Vergleich.

Diese Punkte sollten Versicherte beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung berücksichtigen:

1. Gesundheitsfragen müssen nicht sein

Explizite Gesundheitsfragen solten bei der Sterbegeldversicherung keine entscheidende Rolle spielen.Wer eine Sterbegeldversicherung abschließen möchte, wird nicht selten mit dem Thema Gesundheitsfragen konfrontiert. Wenn ein Versicherer vor dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung auf einer Gesundheitsprüfung besteht, sollten Interessierte allerdings von dem Angebot Abstand nehmen. Es ist wenig sinnvoll, eine Sterbegeldversicherung an Gesundheitsfragen zu koppeln, da ältere Menschen oder Personen mit einer schwerwiegenden Vorerkrankung die Hauptzielgruppe entsprechender Produkte sind. Jüngere Menschen ohne gesundheitliche Vorgeschichte sind meist mit einer speziellen Lebensversicherung besser beraten.

Wenn es um den Abschluss einer Sterbegeldversicherung geht, sollten Interessierte deshalb Wert darauf legen, dass sie die Police auch ohne die Beantwortung detaillierter Gesundheitsfragen abschließen können.

Viele seriöse Versicherer bieten diese Option heute auch ganz selbstverständlich an, da sie den Ansprüchen potentieller Kunden deutlich mehr entspricht. Im Todesfall leistet der Versicherer dann auch ohne eine explizite Nachprüfung der gegebenen Umstände, die zum Ableben des Versicherten geführt haben. Dies erspart den Hinterbliebenen sehr viel Bürokratie und sorgt für einen reibungslosen und zügigen Ablauf bis hin zur Leistung der vereinbarten Versicherungssumme.

2. Wartezeiten müssen realistisch bleiben

Wer im Bereich der Sterbegeldversicherungen einen Anbieter gefunden hat, der auf die Erhebung von Gesundheitsfragen verzichtet, sollte als nächstes die Wartezeiten kritisch prüfen, die zugrunde gelegt werden, bevor der Versicherer im Todesfall leistet.

In der Regel fällt nach dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung eine gewisse Wartezeit an, während der der Versicherte durch die geleisteten Beiträge eine Anwartschaft auf die Todesfallleistung aufbaut. Ohne diese Wartezeit würden Sterbegeldversicherungen sich für den Versicherer häufig nicht rechnen, wenn beispielsweise der Tod sehr früh nach dem Abschluss des Vertrages eintritt.

Grundsätzlich müssen Versicherte also mit einer gewissen Wartezeit rechnen, bis sie die Leistungen aus der Versicherung in Anspruch nehmen können. Es gibt Versicherer, die sich nach dem Verzicht auf Gesundheitsfragen durch eine besonders lange Wartezeit absichern möchten. Auch von solchen Produkten sollten Interessierte unbedingt Abstand nehmen, da sie ihnen im Nachhinein sehr zum Nachteil gereichen können.

Eine Aufbauzeit von einem bis drei Jahren ist realistisch und sollte vom Versicherten auch angestrebt werden. Bei längeren Wartezeiten läuft er Gefahr, dass der Todesfall bereits vor Ablauf der Aufbauzeit eintritt und keine Leistung erfolgt. Damit ist nicht nur die Absicht der Sterbegeldversicherung verfehlt, sondern auch die bislang geleisteten Beiträge sind verloren. Wenige Versicherer leisten bereits nach einer Aufbauzeit von weniger als einem Jahr. Wer aber eine Wartezeit von einem bis drei Jahren in seinen Vertrag integriert, ist damit gut beraten.

3. Die Todesfallsumme muss die meisten Kosten decken

Mit dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung sollen die Hinterbliebenen in möglichst großem Umfang von finanziellen Belastungen befreit werden.

Die Höhe der Todesfallsumme hängt bei der Sterbegeldversicherung von unterschiedlichen Faktoren ab

Die Todesfallleistung der Sterbegeldversicherung sollte mindestens die Kosten der Bestattung decken. Und die können mitunter horrend ausfallen.

Eine solche Vorkehrung ist aber nur sinnvoll, wenn die vereinbarte Todesfallsumme ausreichend ist, um die wichtigsten Kosten, die mit einem Todesfall einhergehen, abdecken zu können. So sollten alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Bestattung anfallen, auf jeden Fall aus der Todesfallsumme bestritten werden können.

Ein guter Richtwert ist eine Todesfallsumme von mindestens 5.000 Euro, die nach Ablauf der Aufbauzeit im Todesfall geleistet werden.

Bei einigen Versicherern ist es möglich, eine Todesfallsumme von weit über 5.000 EUR zu versichern. Hier sollten Kosten und Nutzen der Versicherungsleistung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Wer den zu leistenden Beitrag möglichst gering halten möchte, kann auch mit einer geringeren Todesfallsumme in den Vertrag einsteigen. Allerdings bleibt in diesem Fall zu bedenken, dass Angehörige mit diesem Modell mit großer Wahrscheinlichkeit nur einem Teil der finanziellen Belastung enthoben werden.

Wer seine Hinterbliebenen optimal absichern möchte, sollte die Mindestsumme für den Todesfall nicht zu gering ansetzen. Es ist auch möglich, alternativ über eine Lebensversicherung mit entsprechender Leistung im Todesfall nachzudenken. In diesem Fall ist der Vertrag aber in der Regel wieder an eine Gesundheitsprüfung geknüpft, die besonders mit fortgeschrittenem Alter oder bei einer vorliegenden Erkrankung die Annahme durch den Versicherer gefährden kann.

4. Todesfallsumme und Beitrag sollten sich die Waage halten

Nachdem eine realistische Todesfallsumme definiert wurde, sollte der Beitrag für die Sterbegeldversicherung so vereinbart werden, dass sich Kosten und Nutzen der Police für den Versicherten die Waage halten. Insbesondere im Hinblick auf den Versicherungsbeitrag sollten Interessierte sorgfältig vergleichen, denn hier variieren die Konditionen von Versicherer zu Versicherer meist sehr stark. Eine Sterbegeldversicherung lohnt sich aber nur, wenn die geleisteten Beiträge nicht deutlich über der erwartbaren Todesfallsumme liegen. Gleichzeitig muss es aber auch möglich sein, im Rahmen der vereinbarten Aufbauzeit mithilfe der Versicherungsbeiträge eine rentable Anwartschaft zu erwerben.

Die Kosten einer Sterbegeldversicherung können mitunter enorme Auswüchse annehmenHier sollten Kunden besonders gut vergleichen, denn es ist gar nicht so einfach, ein Produkt zu finden, bei dem sich Kosten und Nutzen möglichst gut die Waage halten. Eine Hilfestellung bietet Stiftung Warentest an. Das Unternehmen hat die Produkte vieler namhafter Versicherer miteinander verglichen und dabei vor allem auf die Rentabilität der investierten Beiträge hingewiesen. Ist der Beitrag im Hinblick auf die erworbenen Anwartschaften im Todesfall zu hoch, kann eine Risikolebensversicherung eine sinnvollere Alternative sein.

5. Der Begünstigte sollte mit Bedacht gewählt werden

Wer die vorangegangenen Aspekte einer Sterbegeldversicherung sorgfältig bedacht und bei der Auswahl berücksichtigt hat, ist wahrscheinlich auf ein Produkt gestoßen, das seinen Erwartungen hinreichend entspricht und sich im Hinblick auf die Absicherung der Hinterbliebenen auch tatsächlich lohnt. Damit ist ein entscheidender Schritt zur individuellen Sterbegeldversicherung getan.

Ist die Entscheidung hinsichtlich des Versicherers und der zu vereinbarenden Vertragskonditionen erst einmal getroffen, steht aber noch ein ganz wesentlicher Punkt aus, der sorgfältig bedacht werden muss: Die Benennung des Begünstigten. Den Begünstigten kann der Versicherte in der Regel völlig frei bestimmen und damit festlegen, wer bei seinem Ableben die vereinbarte Todesfallleistung zugeteilt bekommt und damit über das angesparte Kapital verfügen kann.

Da die meisten Sterbegeldversicherungen nur einen einzigen Begünstigten im Todesfall zulassen, sollte die Wahl hier mit Bedacht getroffen werden. Es gilt beispielweise zu bedenken, dass der Begünstigte in der Regel nicht nur die Versicherungssumme zugeteilt bekommt, sondern damit auch in der Verantwortung steht, die Formalitäten rund um die Bestattung zu organisieren und durchzuführen. Eine entsprechende Nähe und Vertrauensbasis sollte also unbedingt gegeben sein.

Unbedingt sollten Versicherte wissen, dass die vereinbarte Todesfallleistung ersatzlos verfällt, sollte der benannte Begünstigte beim Eintritt des Versicherungsfalles ebenfalls bereits verstorben oder aus anderen Gründen nicht erreichbar sein. Häufig bestimmen Versicherte in ihrer Sterbegeldversicherung deshalb ihre Kinder oder Enkelkinder zum Begünstigten.

Manche Versicherer bieten ihren Kunden die Möglichkeit, neben einem Angehörigen auch ein Bestattungsinstitut als ersten oder zweiten Begünstigten zu benennen. So wird die Todesfallleistung im Falle des Ablebens auf jeden Fall eingesetzt, um die Kosten der Bestattung zu decken. Diese Regelung ist allerdings eher die Ausnahme und wird nicht von vielen Versicherern angeboten.

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Das Fazit zum Abschluss der Sterbegeldversicherung

Bei der Wahl der richtigen Sterbegeldversicherung gilt es, einiges zu bedenken. Es ist deshalb sinnvoll, möglichst viele Versicherer und ihre Angebote miteinander zu vergleichen und sich dabei bereits im Vorfeld klar zu machen, was von einer Sterbegeldversicherung erwartet wird.

Ein großer Vorteil der Sterbegeldversicherung liegt darin, dass der Todesfall auch nach Ablauf der Versicherungsleistung für den Rest des gesamten Lebens abgesichert bleibt. Da die Laufzeit einer solchen Police aber trotzdem meist deutlich geringer ist als bei anderen Versicherungsprodukten, die den Todesfall absichern, sollten Kosten und Nutzen sich vor allem die Waage halten.

Wer sich auf die Suche nach dem passenden Produkt begibt, sollte für sich einige Prioritäten definieren, die der Reihe nach abgearbeitet werden sollten. So ist sichergestellt, dass eine Sterbegeldversicherung kein fauler Kompromiss ist, sondern einen echten Mehrwert für die begünstigten Hinterbliebenen darstellt.

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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Der Tod eines nahestehender Menschen, ist das immer ein schwerer Verlust. Zur großen Trauer sollten nicht auch noch finanzielle Sorgen hinzukommen. Mit einer Sterbegeldversicherung erspart man den Angehörigen hohe Kosten, die durch einen Trauerfall entstehen können.

  2. Ralf kommentierte am 4. Mai 2016 at 5:01

    Die Aussage über den Verfall der Versicherungssumme ist nicht richtig. Sollte der Fall eintreten, dass der Begünstigte bereits verstorben ist, so geht die Leistung aus der Police auf dessen Erben über.

  3. Sterbegeld kommentierte am 13. Mai 2015 at 20:06

    Einen Sterbegeldversicherung Vergleich sollte jeder Mensch durchführen, der seine Familie hinsichtlich der anfallenden Kosten der eigenen Bestattung absichern will. Gerade in der heutigen Zeit, wo es von der gesetzlichen Krankenversicherung keine Unterstützung mehr gibt, ist eine private Todesfallversicherung besonders dafür geeignet, die gesamten Beerdigungskosten der Angehörigen zu decken. Bei der Übernahme der Beerdigungskosten oder Bestattungskosten spielt es keine Rolle, ob eine Erdbestattung, Feuerbestattung oder Seebestattung gewählt wird. Die Bestattungsart kann frei von der zu versichernden Person oder den Angehörigen gewählt werden.

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