Sterbevorsorge – schmerzvolle Auseinandersetzung mit den Konsequenzen des Älterwerdens

Durch hinreichende Sterbevorsorge lassen sich Bestattungskosten gering haltenNiemand beschäftigt sich gerne mit dem Tod. Und doch ist dies irgendwann unumgänglich. So liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland derzeit bei ca. 81 Jahren. Kommt ein Mensch in dieses Alter, ist der natürliche Tod – rein durchschnittlich – ein nahendes Ereignis, mit dem man sich inhaltlich auseinandersetzen sollte, um „in Frieden zu gehen“.

Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach. Mit dieser alten Weisheit lässt sich das Älterwerden zutreffend beschreiben. Die Lebenserfahrung und Weisheit ist auf Rekordniveau, doch der eigene Körper zeigt Verschleißerscheinungen. Die Kondition lässt nach, das Sehvermögen lässt aufgrund von (natürlichen) Augenerkrankungen nach und immer häufiger ereilen den nicht mehr jungen Körper kleinere und größere Rückschläge in Form diverser Erkrankungen.

Richtig bewusst wird das nahende Ableben vielen erst, wenn sie bemerken, dass sich die Zahl der Todesanzeigen mit gleichalterigen Personen aus ihrem Umfeld häufen. Eine schmerzvolle Erkenntnis. Immer öfter tragen sie Schwarz, um von wegbegleitenden lieb gewonnenen Menschen Abschied zu nehmen.

Der Umstand ist mehr als unangenehm und verdeutlicht einem selbst, wie unausweichlich das Ende des irdischen Daseins näher rückt. Dies sollte Anlass genug sein selbst tätig zu werden und Maßnahmen für den eigenen Tod zu treffen.

Steigende Lebenserwartung in Deutschland

Seit dem Beginn des letzten Jahrhunderts steigt die Lebenserwartung in Deutschland kontinuierlich an. 1900 wurde ein Mann im Durchschnitt 46 Jahre alt. Heute sind es 78 Jahre. Jährlich steigt das durchschnittliche Sterbealter um 2,4 Monate. Gründe sind die ständige Verbesserung der Lebensstandards und Innovationen in Forschung und Medizin.

Finanzielle und psychologische Vorsorge

Neben dem Aufsetzen eines Testaments kommt irgendwann auch die Frage nach der „Organisation des Ablebens“ auf. Um sich mit dem eigenen Tod auseinandersetzen zu können, bedarf es einer psychologischen Stabilität und professioneller Hilfe. So ist zu allererst wichtig eine Patientenverfügung zu erstellen.

Mit ihr kann sehr genau festgelegt werden, was mit dem eigenen Körper im Falle einer schweren Erkrankung geschehen darf und was nicht. Dies schützt vor den zwanghaften, teilweise mit endlos langem Leiden verbundenen lebensverlängernden Maßnahmen, zu denen Ärzte gesetzlich gezwungen sind. Auch die Überlegung einer Organspende kommt in Betracht, ist der eigene Körper nicht von schweren Krankheiten beherrscht.

Für das Geschehen nach dem Tod kann entweder durch ein Testament, besser durch einen Nachlassverwalter oder einen Vertrag mit einem Beerdigungsunternehmer Vorsorge getragen werden. Der Besuch auf einem Vergleichsportal für Bestattungen zeigt Bestattungsunternehmen mit ihren Leistungen und Preisen auf, die in der Nähe zu finden sind. Mit einem Vorsorgevertrag zur eigenen Beisetzung kann genau verfügt werden was mit der eigenen Leiche geschehen soll und was auf keinen Fall passieren darf.

Wem dies gleichgültig ist, der kann auch über eine Körperspende zugunsten einer Universität nachdenken und sich selbst der Forschung stiften. So fallen keine Beerdigungskosten an, da diese in der Regel von den Universitäten übernommen werden, sobald der Leichnam nicht mehr benötigt wird.

Organisation, die jedem schwerfällt

Wer eine traditionelle Bestattung ins Auge fasst, der ist mit dem Ablauf und der allgemeinen Organisation der eigenen Beisetzung konfrontiert. Ein nicht einfaches Vorhaben. Rein sachlich müssen Kosten kalkuliert, Blumen und Musik ausgesucht und die Grabstätte angekauft werden. Selbst eine Gästeliste sollte nicht fehlen. Hier kann auch bestimmt werden, wer bei der Beisetzung nicht erwünscht ist.

So unangenehm und ernüchternd die Organisation der eigenen Beisetzung ist, so beruhigender ist es aber auch zu wissen, was mit einem selbst geschehen wird, wenn der unausweichliche Tod eintritt. Nur so kann bestimmt werden wie der letzte Moment im Kreis von Familie und Freuden gestaltet werden soll. Ausschließlich auf diesem Weg kann man selbst seinen eigenen Abschied gestalten und sich in bleibende Erinnerung rufen.


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