Aktuelle Ergebnisse der Stiftung Warentest zur Riester Rente

Die Riester Rente im Fokus der Prüfung durch die Stiftung WarentestSeit einiger Zeit steht die staatlich geförderte Altersvorsorge im Fokus der öffentlichen Kritik. Auch die Ergebnisse der Zeitschrift Finanztest scheinen der Riester Rente keinen neuen Glanz zu verliehen. Aktuell wurden die Tarife im klassischen Bereich von der Stiftung Warentest untersucht. Das ernüchternde Resultat: lediglich fünf Versicherer haben einen guten Tarif für die Riester Rente zu bieten, insgesamt standen 29 Anbieter im Test.

Hintergrund der Erhebung


Die traditionelle Rentenversicherung weist Kosten für Abschluss, Vertrieb und Verwaltung von bis zu 20 Prozent auf. Verrechnet werden unabhängig von der Zulage die anfallenden Gebühren in den ersten fünf Verscherungsjahren. Umso höher die Kosten, desto geringer die Rendite einer Anlage. Im Test können vor allem die als eher unsicher geltenden Fondssparpläne und nicht die normalen Sparpläne überzeugen. Die Renditeerwartung dieser Riester Rente liegt hier bei weit über sieben Prozent. Die Rendite fällt daher höher aus, weil die Kosten mit maximal fünf Prozent unter dem Niveau der Rentenversicherung liegen.

Klassische Riester Rente im Test

In der aktuellen Ausgabe der Finanztest 09/2012 wurden 29 Anbieter bzw. Versicherer hinsichtlich ihrer Transparenz, der garantierten Rentenzusage, dem Umgang mit der Zulage, der Flexibilität sowie ihrer Rentenzusage untersucht. Dabei konnte keiner der analysierten Anbieter zum Finanztest-Qualitätsurteil „sehr gut“ gelangen. Einzig fünf Versicherern ist es gelungen eine gute Bewertung im Test zu erzielen:

  • Huk24 im Tarif RZU24 mit einer Gesamtnote von 2,4
  • Alte Leipzigerim Tarif RV50 mit einer Gesamtnote von 2,5
  • Debeka im Tarif F1 mit einer Gesamtnote von 2,5
  • Hanno­versche im Tarif KAV1 mit einer Gesamtnote von 2,5
  • HanseMerkur im Tarif Riester Care RA 2012 mit einer Gesamtnote von 2,5

HUK24 trotz Einbußen auf Rang 1


Zwar kommt die HUK24 laut der Stiftung Warentest auf den ersten Rang, allerdings müssen auch im Tarif RZU24 Einbußen hingenommen werden. Das gilt vor allem im Bereich der Verzinsung bzw. des Anlegeerfolges des Versicherers. Konnte die Gesellschaft in den vergangenen Jahren noch einen Anlageerfolg von über vier Prozent aufweisen, so sind es in 2011 nur noch 3,9 Prozent. Die sinkende Rendite ist bei allen Gesellschaften festzustellen. Einzig die Riester Rente der Debeka kann laut Finanztest auch im Jahr 2011 einen Anlageerfolg von 4,7 Prozent aufweisen. Kein anderer Versicherer konkurriert hier.

Sehr bürokratisches Zulagenverfahren

Ein Grund für die Kritik an der Riester Rente ist unter anderem das komplizierte und bürokratische Zulagenverfahren. Um an die Höchstförderung bzw. die maximale Zulage zu gelangen, müssen Anleger vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens in brutto als Beitrag entrichten. Abgezogen werden die jeweiligen staatlichen Subventionen. Mit Einzahlung des Mindestbeitrages erhalten die Sparer eine Grundzulage von 154 Euro, eine garantierte Mindestrendite von 1,75 Prozent, eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro sowie einen Berufseinsteiger-Bonus in Höhe von 200 Euro. Der Berufseinsteiger-Bonus wird nur dann gewährt, wenn der Versicherte das 25. Lebensjahr nicht vollendet hat. Die Zulage bezieht sich auf Sparpläne der Riester Rente aller Coleur.

Günstigerprüfung durch das Finanzamt

Es wird bei der Günstigerprüfung nun automatisch vom zuständigen Finanzamt geprüft, ob die direkten Zulagen oder der sogenannte Sonderausgabenabzug für den Sparer vorteilhafter sind. Damit hat der jeweilige Versicherer nichts zutun.

Fazit der Ergebnisse der Stiftung Warentest


Nicht überzeugen können die Tarife der klassischen Riester Rentenversicherung. Die Gründe sind vielseitig. Zum einen sind die Kosten höher als bei Fondssparplan und zum anderen ist in den Jahren der Anlageerfolg deutlich zurückgegangen. Das spiegelt sich auch in den durchschnittlichen Test-Resultaten wieder. Ebenfalls Informationen zur Erhebung finden sich unter www.riester-rente.eu/test/.

Bildnachweise: Das verwendete Bild “2 Euro und 5 Cent” wurde vom unter dem Pseudonym ‘Winkel’ tätigen Fotografen erstellt. Es unterliegt der CC-Lizenz (BY 2.0) | http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de


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