Innovative Treppensteighilfe für Senioren und bewegungseingeschränkte Menschen: Norwegisches Unternehmen entwickelt den Treppenrollator

TreppensteighilfeMenschen mit Bewegungseinschränkungen und Senioren haben eines gemeinsam: sie benötigen extra Sicherheit und Unterstützung beim Treppensteigen. Mit der Entwicklung des innovativen Treppenrollators findet sich nun eine Alternative zum Treppenlift und zum normalen Handlauf für die, die weiterhin selbstständig Treppen steigen können – und möchten. In dem folgenden Gastartikel geht die Autorin Simone Englert näher auf das Thema Mobilität und Sturzprävention und die damit verbundene Entwicklung der innovativen Treppensteighilfe ein. Und macht sodann auf das neue Produkt ihres Unternehmens aufmerksam.

Treppenstürze und deren Folgen

Stürze sind eine der häufigsten Unfallursachen in Deutschland. Ein beachtlicher Teil der Stürze passiert auf Treppen und besonders diese Stürze können schwerwiegende Konsequenzen mit sich führen. Egal, ob bei Senioren oder Menschen mit körperlicher Einschränkung – ein Treppensturz hat nicht selten die Angst vor dem erneuten Stürzen auf der Treppe zur Folge.

Durch die Vermeidungshaltung gegenüber dem Treppensteigen sowohl im eigenen Heim als auch außerhalb, ist der Betroffene häufig in seinem eigenen Heim gefangen und kapselt sich von seinem sozialen Netzwerk – sprich Familie und Freunde – ab. Durch die soziale Abgeschiedenheit und eingeschränkte Mobilität verlieren viele Betroffene ihr Selbstvertrauen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gleichzeitig schwindet die Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit. Im schlimmsten Fall führt dies zur Pflegebedürftigkeit. Auch kann dies in erhöhter Immobilität sowie einer schlechteren Körperbalance durch die verminderte Alltagsaktivität über einen längeren Zeitraum resultieren. Häufige körperliche Folgen eines Treppensturzes sind Prellungen, Verstauchungen, Frakturen, Platzwunden und Hämatome – manche folgenschwerer als andere. Lange Krankenhausaufenthalte und Rehabilitationsaufenthalte isolieren den Betroffenen möglicherweise von seiner gewohnten Umgebung und seinem sozialen Umfeld noch mehr.

Selbstbestimmtes Wohnen und Leben

Vielen Menschen fällt es schwer zu akzeptieren, dass sie mehr und mehr auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Ein Umzug in ein Pflege- oder Seniorenheim ist für viele unvorstellbar. Je mehr Zeit man in seinem eigenen Heim verbringt, umso schwerer fällt es einem in eine völlig neue und unbekannte Umgebung zu ziehen. Zusätzlich bedeutet beides oftmals auch hohe Kosten für den barrierefreien Umbau des eigenen Zuhauses oder für den Umzug in ein Heim.

Treppenlifte sind bisher das einzige Hilfsmittel, um die Treppe für Senioren und Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich zu machen. Oftmals bringt ein Treppenlift auch ein gewisses Stigma mit sich – wie so viele medizinischen Hilfsmittel, die mit Gebrechlichkeit und Älterwerden in Verbindung gebracht werden. Gerade Menschen, die noch laufen können und dies auch weiterhin aktiv tun möchten, scheuen sich häufig vor der Anschaffung eines Treppenlifts, um dem Stigma zu entgehen.

Zum Produkt „ASSISTEP“

AssistepDie innovative Treppensteighilfe ASSISTEP wurde entwickelt, um Menschen mit Schwierigkeiten beim Gehen – besonders auf Treppen – zu unterstützen und zusätzliche Sicherheit zu bieten – mehr als es ein Handlauf kann. Die Treppensteighilfe ist die Alternative zum normalen Handlauf oder einem Treppenlift und wird entlang der Treppe installiert. Sie besteht aus einem Handlauf und einer Führungsschiene. Daran befestigt, befindet sich ein ergonomischer und höhenverstellbarer Haltegriff, der durch seinen patentierten Bremsmechanismus Sicherheit und Halt bietet. Bei Nichtbenutzung kann der Haltegriff platzsparend eingeklappt werden. Das Produkt ist komplett mechanisch und der Anwender muss selbst noch die Treppe steigen können. Der Treppenassistent passiviert den Nutzer nicht, sondern aktiviert vielmehr und hilft dabei weiterhin selbstständig Treppen steigen zu können – auch außerhalb der eigenen vier Wände.

ASSISTEP in der Therapie

Aufgrund der aktivierenden Wirkung und der Unterstützung und Absicherung wird ASSISTEP auch in der Therapie als Treppentrainingsgerät eingesetzt. Die Beinmuskulatur wird weiterhin beansprucht und kann so die Mobilität des Anwenders aufrechterhalten und sogar fördern.

Entwicklung des ASSISTEP

Die Entwicklung des ASSISTEP begann 2012 an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) in Trondheim. Die Idee zur Entwicklung der Treppensteighilfe kam den Gründern durch die eigenen Großeltern, die Schwierigkeiten beim Treppensteigen hatten. Mangelnde Alternativen zum Treppenlift oder Handlauf führten zu der Entwicklung von verschiedenen Prototypen und in Kooperation mit Therapeuten und Patienten wurde schließlich der ASSISTEP entwickelt. Drei Jahre später führten die drei Gründer der Firma AssiTech AS, Halvor Wold, Ingrid Lonar und Eirik Medbø, die Treppensteighilfe in Norwegen ein. Mittlerweile ist ASSISTEP in Norwegen, Schweden, Niederlande, Deutschland und Österreich erhältlich.

Auszeichnungen und Design

Das Unternehmen erhielt 2016 den Preis für das „Beste Nordische Kollaborationsprojekt“ im Rahmen des Wettbewerbs für innovative Pflegetechnologie unter der Regie von Nordic Innovation.

ASSISTEP besteht aus einem Modulsystem und wurde mit einem Designpreis ausgezeichnet. Das modulbasierte Produkt wird an den Anwender angepasst und kann so von Kindern bis hin zu Senioren benutzt werden. Durch das moderne skandinavische Design erweckt ASSISTEP nicht den Anschein eines medizinischen Hilfsproduktes, sondern fügt sich in der Regel gut in den Wohnraum ein. Der Handlauf fungiert als normaler Handlauf und kann auch als diesen von allen benutzt werden. Das Produkt ist selbstverständlich TÜV-geprüft und ist CE-gekennzeichnet.

Über die Autorin:

Simone Englert2016 beendete Simone Englert ihr Managementstudium mit dem Schwerpunkt Marketing und Werbung am Euro Business College in Hamburg. Daraufhin arbeitete sie in einer Hamburger Agentur, die sich auf Bewegtbildmarketing spezialisiert. Im Herbst 2017 zog sie nach Trondheim, Norwegen und arbeitet nun als Marketing Officer für den deutschsprachigen Raum bei der Firma AssiTech AS. Die drei Gründer von AssiTech AS traf sie ganz zufällig bei einem Networking-Event und war von deren Entwicklung sofort begeistert.

AssiTech AS
Jarleveien 12
7041 Trondheim
Norwegen

Tel: +49 159 019 807 37
E-Mail: simone@assistep.de
Internet: www.assistep.de


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