Verkehrssicherheit – 10 Tipps für Fahrradfahrer im Straßenverkehr

Fahrradfahrer sollten ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrssicherheit richten

Obgleich die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland mit jedem Jahr sinkt, sind Fahrradunfälle immer noch ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für alle Fahrradfreunde. Denn das Verletzungsrisiko ist hier sieben Mal höher als bei einem Autounfall. Passend zur Fahrradsaison wollen wir daher aufzeigen, welche Sicherheitsmaßnahmen beim Fahrradfahren ergriffen werden sollten.

1. Sicherheitsabstand (zu parkenden Autos) halten

Der Deutsche Fahrradclub warnt: sehr viele Fahrradunfälle geschehen aufgrund von nicht beachteten Sicherheitsabständen. So sind vor allem plötzlich öffnende Türen von am Fahrbahnrand parkenden Autos ein erhebliches Risiko, welches immer berücksichtigt werden sollte. Halten Sie immer eine Türlänge Abstand und werden Sie im Zweifelsfall etwas langsamer, um frühzeitig bremsen zu können.

2. Totbringender toter Winkel

Der Tote Winkel ist bei abbiegenden Autos und vor allem LKW’s ein andauerndes Problem in der Verkehrssicherheit, da Sie als Fahrradfahrer zu spät erkannt werden. Viele Autofahrer vernachlässigen den Schulterblick oder sind anderweitig abgelenkt, sodass Sie abbiegende Autos immer im Auge behalten sollten, idealerweise Blickkontakt zum Autofahrer aufbauen.

3. Geisterfahrt: Gruselige Konsequenzen

Mitunter fällt es dem Radler im ersten Moment einfacher, die falsche Straßenseite zu benutzen, anstatt breitere Straßen mit mehreren Spuren zu überqueren. Doch Geisterfahrer leben gefährlich, da Autofahrer nicht mit ihnen rechnen und aufgrund der addierten Geschwindigkeit noch weniger Reaktionszeit mitbringen. Nehmen Sie sich die Zeit und fahren Sie immer auf der richtigen Straßenseite.

4. Radwege nicht bedingungslos nutzen

Selbst das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung weist in einer in Verbindung mit dem ADFC ausgearbeiteten Sicherheitsbroschüre zum Fahrradfahren darauf hin, dass nicht alle Radwege immer bedingungslos genutzt werden sollten. Besonders baufällige und veraltete Radwege bergen oftmals höhere Gefahren, als die Nutzung der angrenzenden Fahrbahn für Autofahrer. Beschilderte Radwege sind jedoch immer zu benutzen, da hier eine individuelle Prüfung durchgeführt wurde.

5. Lückenhafter Schutz

Wer in Lücken einschert riskiert sehr schnell von Autofahrern übersehen zu werden, besonders wenn Autos in zweiter Reihe geparkt sind und somit die Sicht versperren. Es empfiehlt sich anstelle dessen geradlinig zu fahren, auch wenn man so keinen zusätzlichen Platz für die KFZ-Verkehrsteilnehmer schafft.

6. Verhängnisvolles Verhören

Besonders Senioren und ältere Radfahrer sind ausdrücklich dazu aufgefordert Manöver auf dem Fahrrad nicht rein vom Gehörten abhängig zu machen, sondern immer Sichtkontrollen durchzuführen. Über das Gehör wahrgenommene Gefahrenquellen können oft verkannt werden, zu Fehleinschätzungen führen und dann den eigentlichen Unfall provozieren.

7. Aktiv defensiv

Zu defensiven Fahren kann andere Verkehrsteilnehmer zu überschnellen Handlungen ermutigen, weshalb Sicherheitsexperten in den meisten Fällen zu einem bedachten, aber selbstbewusstem Fahren raten. Nur so können andere Verkehrsteilnehmer den eigenen Fahrstil abschätzen und entsprechend Rücksicht nehmen. Dies sollten insbesondere Senioren beherzigen.

8. Verlass auf das eigene „Bike“

Ein erheblicher Anteil aller gefährlichen Fahrradverkehrsunfälle geht auch auf technische Probleme am Fahrrad selbst zurück. So kann das Herausspringen einer Fahrradkette oder das plötzliche Versagen des Lichts schnell zu sehr brenzligen Situationen führen. Anzuraten ist daher ein regelmäßiger Check des verwendeten Fahrrads bei lokalen Experten.

9. Schutzausrüstung schützt

Viele Vereine appellieren schon seit Jahren an die Bundesregierung eine Helmpflicht einzuführen. Unabhängig von individuellen Vorlieben schützt ein Fahrradhelm den Schädel vor lebensbedrohlichen Stürzen, zu denen es auf dem Fahrrad schnell kommen kann. Zusätzliche Schutzbekleidung wie Knie- und Elbbogenschoner sorgen für zusätzliche Sicherheit. Ältere Fahrradfahrer sollten sich hier entsprechend ausstatten, da mit steigendem Alter auch das Verletzungsrisiko steigt.

10. Verstand vor Technik

Technische Errungenschaften wie das Elektrofahrrad erleichtern das Fahrradfahren und ermöglichen längere Ausflüge und höhere Geschwindigkeiten. Nichtsdestotrotz ist die Technologie „E-Bike“ noch jung und sollte immer mit Bedacht genossen werden. Die Sicherheitsbestimmungen für regulären Fahrradfahrer gelten auch und gerade für die Betreiber modernerer Räder. Denn am Ende zählt vor allem eines: besonnenes Fahrradfahren. Und das macht Spaß!


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Guten Tag, manchmal bringen Sicherheit generierende Maßnahmen auch Unfallrisiken… Schützt man z.B. die Radfahrer durch Poller, so stellen diese an sich sehr robuste Hindernisse da. In der Kosten – Nutzen Rechnung haben sie jedoch eher eine positive Bilanz.
    LG Stef

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