Pflegekräfte gesucht – Alterspflege braucht dringend Verstärkung

Die Pflege ist am Limit. Dringend werden Altenpfleger gesuchtDie Deutschen werden immer älter, da jedoch immer weniger Kinder geboren werden, verändert sich die Bevölkerungspyramide zunehmend. Die breite Basis verschmälert sich, die Senioren an der Spitze werden immer zahlreicher. Der demografische Wandel schlägt sich dabei am stärksten in der Pflege nieder. Wenn die Politik hier keine wirksamen Lösungsvorschläge anbietet, sind die Zukunftsaussichten für Pflegebedürftige und die Gesellschaft düster.

Bertelsmann prognostiziert Engpässe

Anlass für Sorgenfalten dürfte vor allem die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung hervorrufen, diese geht davon aus, dass im Jahr 2030 eine halbe Million Fachkräfte in der Pflege fehlen werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird von jetzt 2,34 auf 3,4 Millionen angestiegen sein. Dabei werden die einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich von diesem Pflegenotstand betroffen sein. Besonders schlimm soll es in Brandenburg werden, hier könnte die Zahl der Alten, die konstante Pflege bedürfen, um 72 Prozent ansteigen. In Bremen, Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern sollen die Auswirkungen der Versorgungslücke weniger dramatisch sein.

Auch die Form der Pflege wird und muss sich verändern. Da sich immer weniger Menschen für Kinder entscheiden, fehlen im Alter Angehörige, die einspringen können. Die Pflege muss immer stärker von Alten- und Pflegeheimen übernommen werden. Bereits heute fehlen ausgebildete Altenpfleger, nach Angaben des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) sind derzeit 30.000 Vollzeitstellen unbesetzt.

Lösungsvorschläge aus der Politik

Neu ist der Pflegenotstand nicht, mau sieht es hingegen mit Lösungsansätzen aus. Erst kürzlich sprach sich Gesundheitsminister Daniel Bahr gegen eine Akademisierung der Pflege aus. Nach Plänen der EU sollen nur Abiturienten eine Ausbildung zum Altenpfleger beginnen dürfen, Bahr weist darauf hin, dass der Bedarf nicht gedeckt werden könne, wenn Haupt- und Realschüler grundsätzlich von dem Beruf ausgeschlossen würden.

Doch bereits jetzt wird das Problem unausgebildeter Altenpfleger deutlich. Pflegekräfte aus osteuropäischen Ländern drücken die Preise und ersetzen teurere Arbeitnehmer. Dass Kräfte aus dem Ausland aber auch eine Chance bedeuten und die Versorgungslücke schließen können, hat nun das Land Hessen erkannt. Hier findet derzeit ein Modellversuch statt, zunächst sollen 100 Stellen mit Fachkräften aus Spanien besetzt werden. In dem von der Krise gebeutelten Land herrscht eine Arbeitslosigkeitsquote von mehr als 25 Prozent.

Eine andere Herangehensweise verfolgt etwa Jens Spahn, Gesundheitsexperte der CDU. Den Notstand könne man nur auflösen, wenn der Beruf für Schüler attraktiver wäre und besser bezahlt würde. Wohlfahrtsorganisationen sprechen sich hingegen für ein verpflichtendes soziales Jahr aus, das als Ersatz für den Zivildienst neue Arbeitskräfte bereitstellen soll.


Bildnachweise:Das verwendete Bild ‚Photography Fights Alzheimer’s‘ wurde vom unter dem Pseudonym ‚GollyGforce‘ tätigen Fotografen erstellt. Es unterliegt der CC-Lizenz (BY 2.0) | http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de


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