Zahnimplantate – die rettende Lösung für zahnkranke Senioren?

Senioren müssen auf die Bezahlbarkeit von Implantaten achtenBei einem Zahnimplantat handelt es sich um ein in den Kieferknochen eingesetztes plastisches Konfektionsteil. Das Implantat übernimmt die Funktion von Zahnwurzeln und wird mittels eines Schraubgewindes in den Knochen eingesetzt. Innerhalb weniger Monate verbindet sich das Implantat mit den umgebenden Knochen zu einer festen und belastungsfähigen Trägereinheit. So lassen sich speziell altersbedingte Baustellen im Mund fachmännisch schließen.

Welche Vorteile bietet ein Zahnimplantat Menschen im Seniorenalter?

Angesichts des eigenen fortgeschrittenen Lebensalters denken viele Senioren zynischerweise, dass sich ein Implantat für sie „nicht mehr lohne“. In der Zahnmedizin besteht hingegen die Auffassung, dass ein Zahnimplantat auch für viele Senioren die derzeit beste verfügbare Lösung ist. Moderne Zahnimplantate haben eine Lebensdauer von 15 – 20 Jahren und weisen eine Reihe von Vorteilen auf, die auch bei oder sogar insbesondere für Senioren gelten:

  • Zahnimplantate garantieren eine gute Kaufunktion und erleichtern somit die Nahrungsaufnahme. Zudem ermöglichen sie ein klares und deutliches Sprechen und führen für Senioren auch in dieser Hinsicht zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität.
  • Anders als ein Gebiss muss ein Zahnimplantat nicht herausgenommen und gereinigt werden. Zudem lassen sich Implantate von natürlichen Zähnen kaum unterscheiden. Sie sind daher auch in ästhetischer und optischer Hinsicht eine optimale Lösung.
  • Der Einsatz eines Zahnimplantats ist dank moderner Technik mittlerweile unkompliziert und dauert in den meisten Fällen weniger als eine halbe Stunde. Ein Eingriff dieser Art ist daher für Senioren nur mit relativ geringen Belastungen verbunden.
Grundsätzlich gilt, dass bei Senioren ein Zahnersatz nicht unnötig lange aufgeschoben werden sollte. Insbesondere bei Menschen im höheren Lebensalter muss mit plötzlich auftretenden Erkrankungen gerechnet werden, die einen Eingriff deutlich erschweren oder sogar unmöglich machen können.

Aus welchem Material bestehen Zahnimplantate?

Die ersten Zahnimplantate wurden Mitte der 1970er Jahre entwickelt und bestanden aus Keramik. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte setzte eine ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Produkte ein. Heutzutage sind die meisten Zahnimplantate aus hochreinem Titan gefertigt. Das Material bildet mit dem Knochen einen sicheren Verbund und zeichnet sich durch eine hohe Gewebefreundlichkeit aus.

Allerdings erleben auch aus Zirkon bestehende Keramikimplantate aktuell eine Renaissance im Bereich der Zahnmedizin. Da sie noch fast doppelt so teuer wie Titanimplantate sind, nehmen sie derzeit jedoch noch eher eine Außenseiterrolle ein. Aus welchem Material das Implantat bestehen sollte, ist letztendlich auch von den individuellen Voraussetzungen des Patienten abhängig. Bei der Entscheidung sollte unbedingt der behandelnde Zahnarzt zu Rate gezogen werden.

Wie versichert man sich optimal?

Zahnimplantate sind mit hohen Kosten verbunden. Da die Krankenkassen einen hohen Eigenanteil verlangen, müssen viele Menschen auf einen hochwertigen Zahnersatz dieser Art verzichten. Zahnimplantate werden von den gesetzlichen Krankenkassen als eine Privatleistung eingestuft. Eine komplette Übernahme der Kosten ist daher ausgeschlossen. Um die Kosten für ein Zahnimplantat in einem erträglichen Umfang zu halten, ist es unbedingt empfehlenswert, eigene Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen.

Generell gilt es bei Zahnversicherungen zwischen Zahnersatzversicherungen und weiteren Zahnzusatzversicherungen zu unterscheiden. Implantate sind in der Regel nur über Zahnzusatzversicherungen abgedeckt. Beim Abschluss der Zahnzusatzversicherung ist darauf zu achten, dass sie möglichst sämtliche Zahnzusatztarife, also auch Implantate, beinhaltet. Je nach abgeschlossenem Tarif werden zwischen 50% und 100% der bei einem Implantat anfallenden Kosten erstattet.

Ob es sinnvoll ist, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, hängt auch bei Senioren vom Zustand des eigenen Gebisses ab und sollte im Vorfeld mit dem eigenen Zahnersatz abgeklärt werden. Befindet sich das Gebiss in einem sehr guten Zustand, ist der Abschluss einer solchen Versicherung nicht zwingend notwendig.

Private Versicherer kooperieren mit gesetzlichen Kassen

Private Versicherungen bieten ebenfalls eine Vielzahl von Zahnzusatzversicherungen an. Dies geschieht teilweise auch in Kooperation mit gesetzlichen Krankenkassen. Hierbei gilt es wachsam zu sein und sich umfassend beraten zu lassen: Die in diesem Bereich verfügbaren Angebote sind oftmals komplex und für Laien nur schwer miteinander vergleichbar.

Es ist wichtig, sowohl den gesetzlichen als auch den privaten Versicherungsschutz nicht erst dann abzuschließen, wenn akute Zahnprobleme bereits aufgetreten sind. Nach Abschuss der Police tritt in den meisten Fällen zunächst eine Sperrfrist ein. Zudem existieren über mehrere Jahren hinweg Erstattungsbegrenzungen. Um die vollen Vorteile einer Zahnzusatzversicherung nutzen zu können, empfiehlt es sich daher vorausschauend zu denken und die Versicherung deutlich vor dem Eintritt in das Seniorenalter abzuschließen.

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