Balance Pads – Gleichgewicht, Tiefenmuskulatur und Körperhaltung gezielt trainieren

Balance PadsDer Gleichgewichtssinn hat starke Auswirkungen auf unseren Alltag: Oft ist man mit Situationen konfrontiert, in denen man schnell und zielgerichtet reagieren muss, um beispielsweise Stürze zu vermeiden. Zudem verbessert ein gutes Gleichgewicht die Bewegungskontrolle. Deshalb ist es wichtig, dieses zu schulen. Ein relativ neues Produkt auf dem Markt ist das „Balance Pad“. Doch was ist das überhaupt, was trainiert man damit, für wen ist es geeignet und welche Übungen bieten sich an? Uner Redakteur hat es recherchiert.

Was versteht man unter einem Balance Pad?

Das Balance Pad ist ein rechteckiges Trainingsgerät, in dem sich ein etwa sechs Zentimeter dicker, spezieller Schaumstoffkern befindet. Dieser gibt bei Gewichtsverlagerung nach und sorgt für eine Destabilisierung. Dadurch muss der Körper seine Balance ständig neu finden.

Das Balancekissen gibt es – je nachdem für welche Übungen es verwendet werden soll – in unterschiedlichen Maßen. Möchte man zum Beispiel Knie und Arme zugleich abstützen, empfiehlt sich ein großes Exemplar. Auch die Oberflächenbeschaffenheit variiert je nach Ausführung. Als Käufer kann man zwischen einer glatten und einer strukturierten Variante wählen. Letztere sorgt für einen besseren Halt sowie bessere Rutschfestigkeit und hat eine stimulierende Wirkung.

Für wen eignet sich das Balance Pad?

Jeder, der sich fragt, ob dieses Trainingsgerät zu ihm passt, sollte folgenden Test durchführen:

  1. Aufrecht hinstellen
  2. Augen schließen und währenddessen einen Fuß anheben
  3. Position solange wie möglich halten

Ist man nicht in der Lage, in dieser Haltung länger als 15 Sekunden zu bleiben, sollte man an seiner Balance arbeiten. Gerade bei älteren Menschen treten Gleichgewichtsverluste häufiger auf. Sie können beispielsweise zu Stürzen führen und schnell gravierende Folgen haben. Deshalb sorgt man durch das präventive Training der Balance letztlich auch für mehr Sicherheit. Speziell für Senioren gibt es Balance Pads, die durch einen etwas höheren Härtegrad und der damit verbundenen besseren Stabilität den Einstieg ins Koordinations- und Balancetraining erleichtern. Ist eine gewisse Sicherheit auf diesem Gerät erreicht, kann man auf eines der regulären Pads umsteigen.

Positive Effekte für Körperhaltung, Tiefenmuskulatur und Co.

Neben dem Gleichgewichtsvermögen kann man mit Hilfe des Balance Pads außerdem folgendes verbessern:

  • Ausdauer
  • Kraft
  • Haltung
  • Tiefenmuskulatur

Sobald man darauf steht, ist man quasi zur Bewegung gezwungen und benötigt eine gute Körperspannung. Dies stärkt besonders die Tiefenmuskulatur.

Gerade im präventiven Bereich findet das Balancekissen Verwendung: Durch gezielte Übungen lässt sich die Rumpfmuskulatur optimieren. So beugt man Rückenbeschwerden vor. Auch die Hüftgelenks-, Knie- und Fußmuskulatur wird durch das Stehen auf dem instabilen Untergrund angeregt.

Das Gerät wird auch im Reha-Bereich genutzt: Da nur mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird, werden verletzte Regionen des Körpers nur so weit belastet, wie der Betroffene sein Gewicht halten kann. Dadurch kann man mit Hilfe der instabilen Unterlage Verletzungen der Knie-, Hüft- und Fußgelenke therapieren. Das Balance Pad ist folglich gleich in verschiedener Hinsicht ein Allrounder: Es ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für jede Altersgruppe.

Übungen mit dem Balance Pad

Vor Beginn des Trainings ist es wichtig, für einen stabilen Untergrund zu sorgen. Eine genoppte Struktur des Kissens sorgt für Halt. Hat das Gerät eine glatte Unterfläche, sollte man entweder eine Matte als Grundlage verwenden oder glatten Boden vermeiden, um Rutschgefahr auszuschließen. Wichtig ist zudem, dass die Übungen immer sehr langsam ausgeführt und ruckartige Bewegungen unterlassen werden. Aus diesem Grund ist ein Warm-Up vor dem Training nicht nötig.

Im Folgenden gibt es eine kleine Übersicht, welche Übungen man mit dem Pad durchführen kann:

  • Das Knie heben: Die Ausgangsposition ist ein senkrechter Stand mit den Füßen auf Hüfthöhe. Das Knie wird auf Höhe der Hüfte angezogen und die Arme werden auf Schulterhöhe nach vorne gestreckt. Nun sollte man versuchen, die Spannung zu halten. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich durch das Schließen der Augen erhöhen.
  • Das angewinkelte Knie auf den Schoß legen: Bei dieser Übung verfährt man zunächst wie bei der vorherigen. Das angehobene Bein wird dann jedoch mit dem Fußknöchel auf das Standbein gelegt. Hierfür muss man etwas in die Hocke gehen. Die Position wird für ein paar Sekunden gehalten.
  • Das Bein seitlich heben: Zunächst stellt man sich mit den Füßen auf Hüfthöhe in aufrechter Position auf die Matte. Anschließend hebt man das Bein seitlich, bis man einen 45°-Winkel erreicht hat. In dieser Haltung verharrt man durch Balancieren. Wichtig ist es, den Fuß nicht abzusetzen. Um das Training noch zu erschweren, ist es möglich, dieses mit geschlossenen Augen durchzuführen.

Übungen mit dem Balance Pad sind im Innen- und Außenbereich sowie im Wasser möglich. Nach der Nutzung sollte das Gerät mit Wasser abgewaschen werden und anschließend an der Luft trocknen.

Recherchequellen


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