Kündigung wegen Rente: Was zu beachten ist, wenn Sie jetzt in Rente gehen wollen?

Kündigung wegen Rente

Wenn das Arbeitsverhältnis wegen des bevorstehenden Renteneintritts gekündigt werden soll, müssen einige Dinge berücksichtigt werden. Zum Beispiel wann die Kündigung automatisch erfolgt und wie ein Kündigungsschreiben formuliert und zugestellt werden muss. Wir haben einige Informationen für Sie zusammengetragen.

Rücksprache mit dem Personalsachbearbeiter halten

Das Beschäftigungsverhältnis soll wegen des bevorstehenden Renteneintritts aufgelöst werden. Arbeitnehmer sollten in diesem Fall mit dem Personalsachbearbeiter Kontakt aufnehmen. Dieser muss frühzeitig über das Datum und gegebenenfalls auch über den Grund für den Renteneintritt informiert werden.

Soll das Arbeitsverhältnis beendet werden, muss in vielen Berufen gekündigt werden. Alternativ kann ein Aufhebungsvertrag unterschrieben werden. Die Rente mit 63 ist eine Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden. Denn: Eine gesetzlich festgeschriebene Altersgrenze für den Renteneintritt gibt es nicht. Zwar kann das Arbeitsverhältnis je nach vertraglicher Vereinbarung „automatisch“ enden, wenn eine bestimmte Regelaltersgrenze erreicht wird. In den meisten Fällen muss die Kündigung allerdings selbstständig eingereicht werden.

Kündigung zur Rente mit 63: Das ist zu beachten

Arbeitnehmer, die mit 63 vorzeitig in Rente gehen möchten, müssen verschiedene Dinge beachten. Jene Arbeitnehmer, die mit 63 in der Rentenversicherung 45 Versicherungsjahre oder mehr erreicht haben, können ohne Abschläge in Rente gehen. Sie sind „besonders langjährig Versicherte“, die bei der Rentenversicherung trotz des vorzeitigen Renteneintritts keine Einbußen hinnehmen müssen. Alle anderen, also die „langjährig Versicherten“, die weniger als 45 Versicherungsjahre erreicht haben, müssen bei Renteneintritt mit Abschlägen rechnen. In unserem Artikel zum Sammeln von Rentenpunkten ist dies ebenfalls ersichtlich.

In diesen Fällen endet das Arbeitsverhältnis automatisch

Manche Verträge enden durch den Renteneintritt automatisch. Mitarbeiter im öffentlichen Dienst etwa, müssen ihr Arbeitsverhältnis bei Renteneintritt nicht kündigen. Sie verfügen über einen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, kurz TVöD, welcher in § 33 Abs. 1 Buchst. a) TVöD regelt, dass der Arbeitsvertrag im Monat des Renteneintrittsalters automatisch endet.
Ein Blick in den Arbeitsvertrag verrät, ob eine entsprechende Klausel vorhanden ist und das Arbeitsverhältnis ohne eine zusätzliche Kündigung beendet werden kann. Auch wenn eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag vorhanden ist, bedeutet dies nicht immer automatisch eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei Renteneintritt.

Kündigungsklauseln zum Renteneintritt: Was wirksam ist und was nicht

Bestimmte Klauseln im Arbeitsvertrag sind unwirksam. Soll der Vertrag „in dem Monat enden, indem der Beschäftigte das Eintrittsalter für die Rente erreicht“, so isst keine separate Kündigung vonnöten. Formulierungen dieser Art sind in vielen Einzel- oder Tarifverträgen zu finden und wirksam.

Nicht wirksam ist dagegen eine Klausel, die besagt, dass das Arbeitsverhältnis „in dem Monat endet, indem der Arbeitnehmer 67 Jahre alt wird.“ Das Renteneintrittsalter verändert sich stetig, weshalb entsprechende Standard-Klauseln in der Regel nicht wirksam sind. Arbeitnehmer, die eine entsprechende Klausel in ihrem Arbeitsvertrag finden, können sich am tatsächlichen Alter des Renteneintritts orientieren. Alternativ ist es möglich, den Vertrag in Rücksprache mit dem Arbeitgeber umformulieren zu lassen.

Muss ich das Arbeitsverhältnis bei Renteneintritt kündigen?

Beschäftigte sind nicht gezwungen, bei Renteneintritt ihr Arbeitsverhältnis zu beenden. Laut § 41 Satz 2 SGB VI kann der Arbeitnehmer innerhalb von drei Jahren vor Renteneintritt selbst entscheiden, ob er der Beendigung des Arbeitsvertrages durch Renteneintritt zustimmt. Das Gesetz stellt sicher, dass Beschäftigte bei Erreichen des Rentenalters nicht automatisch ohne ihr Einverständnis gekündigt werden.

Um offene Fragen zu klären, sollten Arbeitnehmer, die kurz vor der Rente stehen, im Zweifelsfall einen Fachmann hinzuziehen, der den Arbeitsvertrag prüft und gegebenenfalls bei der Erstellung eines wirksamen Kündigungsschreibens hilft.

Kündigungsschreiben bei Renteneintritt: Das ist zu beachten

Kündigung für den RenteneintrittUm das Beschäftigungsverhältnis zu beenden, muss ein Antrag gestellt werden. Der Kündigungsantrag kann maschinell oder handschriftlich erfolgen, muss aber immer schriftlich gestellt werden. Abhängig von der Kündigungsfrist, die im Arbeitsvertrag geregelt ist (falls nicht, gilt die gesetzliche Frist von vier Wochen), muss die Kündigung zeitig eingereicht werden.

Die Zustellung des Kündigungsschreibens an den Arbeitgeber kann persönlich oder via Postsendung erfolgen. Bei der persönlichen Zustellung ist auf eine entsprechende Quittung zu achten. Die Kündigung bei der Post sollte per Einschreiben mit Rückschein aufgegeben werden, um automatisch die entsprechende Empfangsbestätigung zu erhalten.

Und neben den förmlichen Maßnahmen können bei der Kündigung zum Renteneintritt noch andere Dinge berücksichtigt werden. So ist es mitunter angebracht, am letzten Arbeitstag Kuchen für die Kollegen mitzubringen.

Nach der Kündigung beginnt für Viele ein neuer, lang herbeigesehenter Lebensabschnitt und mit der entsprechenden Vorbereitung und den genannten Tipps wird die Zeit im Berufsleben erfolgreich und ordnungsgemäß abgeschlossen.

Herzlichen Glückwunsch!

Kündigung zur Rente


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