Beamtenpension – die Rente für Beamte

BeamtenpensionUmgangssprachlich werden die Begriffe “Rente” und “Pension” gerne willkürlich verwendet, da sie beide ein Ruhegehalt bezeichnen. Dabei gilt jedoch streng genommen, dass eine Pension nur an verbeamtete Arbeitnehmer gezahlt wird. Ein Vergleich von Rente und Pension zeigt, es bestehen einige gravierende Unterschiede. Einer davon ist beispielsweise die Besteuerung. Während Pensionen grundsätzlich in voller Höhe besteuert werden, greift für Renten aktuell noch die stufenweise Besteuerung entsprechend des Alterseinkünftegesetzes (AEG).



Ein weiterer Unterschied liegt in der Ermittlung der Höhe der Beamtenpension. Im Gegensatz zur Altersrente, der die unterschiedlichsten Merkmale zugrunde liegen, gibt es für die Ermittlung der Beamtenpension nur zwei Bezugsgrößen. Die Mindestversorgung beläuft sich auf 35 Prozent der ruhegehaltsfähigen Bezüge, des letzten Gehaltes. Die Obergrenze beträgt 71,75 Prozent. Diese betrug bis zum Jahr 2001 noch 75 Prozent, wurde jedoch durch das Versorgungsanpassungsgesetz schrittweise gemindert. Die Höchstversorgung setzt jedoch auch eine Dienstzeit von 40 Jahren voraus.

Um einen Anspruch auf Beamtenpension zu haben, muss der Beamte entweder

  • Seine Tätigkeit mindestens fünf Jahre vor Eintritt des Pensionsalters ausgeübt haben oder
  • Es ist eine Dienstunfähigkeit in Zusammenhang mit der Ausübung des Dienstes eingetreten.

Beamtenpension berechnenGrundlage dafür ist die Berechnung der Beamtenpensionen. Um die Beamtenpension berechnen zu können, wird die Anzahl der Dienstjahre, die ein Beamter in Vollzeit tätig war, mit dem Faktor 1,79375 multipliziert. Umgekehrt reduziert sich dieser Faktor anteilig, wenn nur eine Teilzeittätigkeit erfolgte. Arbeitszeiten, die zwar nicht verbeamtet, aber im öffentlichen Dienst abgeleistet wurden, werden dagegen anerkannt.

Wer beispielsweise erst mit 35 verbeamtet wurde und mit 65 in Pension gehen möchte, kommt auf einen Prozentsatz von 53,81 Prozent. Analog zur gesetzlichen Rentenversicherung gilt, dass ein Beamter, der vor dem 65. Lebensjahr in Rente geht, einen Abschlag von 0,3 Prozent pro Monat auf seine Pension in Kauf nehmen muss.

Der Gesetzgeber sieht hinsichtlich der Ruhestandsregelung für Beamte die gleiche schrittweise Erhöhung der Lebensarbeitszeit auf das Alter 67 wie bei Arbeitnehmern vor.

Beamtenpensionen bei Dienstunfähigkeit

Dem Sachverhalt der Erwerbsminderung steht bei Beamten die Dienstunfähigkeit gegenüber. Im Fall der Dienstunfähigkeit wird die Mindestversorgung auf 66,67 Prozent der letzten, vor Eintritt der Dienstunfähigkeit, anrechenbaren ruhegehaltsfähigen Bezüge angesetzt.

Beamtenpension und Anspruch auf gesetzliche Rente



Vergleich BeamtenpensionEs ist nicht auszuschließen, dass ein Beamter vor der Verbeamtung eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft ausübte, aus der er Ansprüche gegen die gesetzliche Rentenversicherung hat. Um einer Überversorgung entgegenzuwirken, werden diese Ansprüche jedoch mit den Pensionsansprüchen verrechnet. Zulässig sind jedoch Hinzuverdienst und gesetzliche Rente, sofern der Höchstversorgungssatz von 71,75 Prozent nicht überschritten wird.

Die Hinterbliebenenversorgung bei Beamten

Die Pensionsansprüche eines Beamten gegenüber dem Land oder dem Bund schließen auch eine Hinterbliebenenversorgung – analog zur Witwenrente – mit ein.

  • Für den hinterbliebenen Ehepartner gilt ein Satz von 60 Prozent der Pension des Verstorbenen, sofern der Hinterbliebene vor dem 1. Januar 1962 geboren wurde.
  • Jüngere Hinterbliebene erhalten noch 55 Prozent der Pension als Versorgung.
  • Voraussetzung für die Hinterbliebenenversorgung ist, dass die Ehe vor dem Todesfall mindestens ein Jahr bestand.
  • Halbwaisen erhalten zwölf Prozent des Ruhegehaltes, Vollwaisen 20 Prozent. Die Zahlung erfolgt maximal bis zum 27. Lebensjahr, sofern keine eigenen Einkünfte vorliegen.

Vergleich zwischen Beamtenpension und gesetzlicher Rente

Vergleich Beamtenpension RenteEin direkter Vergleich zwischen den beiden Versorgungsleistungen ist nur bedingt möglich, da sich die Ermittlung bereits deutlich unterscheidet. Die Aussage, dass Beamte durchschnittlich eine deutlich höhere Pension beziehen, als ein Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft, hat auch Gründe hinsichtlich der Ausbildung.

  • 78 Prozent der Beamten arbeiten im höheren und gehobenen Dienst. Dies setzt eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung voraus. Die Durchdringung dieser Ausbildungswege im öffentlichen Dienst fällt damit deutlich höher aus, als in der freien Wirtschaft.
  • Der Pensionär erhält maximal 71,75 Prozent seiner letzten Bezüge als Pension, für den Rentner gilt ein Punktesystem zur Rentenberechnung, welches die unterschiedlichsten Bereiche abdeckt.
  • Dazu kommt, dass ein Beamter auf ein lückenloses Arbeitsleben seit seiner Verbeamtung zurückblickt. Bei Arbeitnehmern müssen im Einzelfall auch Zeiten von Arbeitslosigkeit berücksichtigt werden.
  • Pensionäre haben den Anspruch auf Mindestversorgung, ein Umstand, der für Arbeitnehmer nicht gilt.
  • Beamte im Ruhestand müssen ihre Pension in voller Höhe versteuern, für Arbeitnehmer im Ruhestand erfolgen Rentenabzüge durch eine prozentuale Regelung.

Bildquelle: Tom-Hanisch, Yuri Arcurs, Bjoern Wylezich & Jan Becke – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Segel.- Gerd kommentierte am December 5, 2016 at 9:25 pm

    Was ist gerecht? Die Firma A der Branche B zahlt einen Lohn der dort üblich ist. Andere Firmen anderer Branchen den dort üblichen Lohn. Der Staat zahlt seinen “Arbeitern” einen Lohn – Besoldung der dort üblich ist.
    Im Einfachen und Mittleren Dienst ist der “Lohn” nicht besonders. Jeder kann die “Löhne” vergleichen, die Besoldungstabellen sind öffentlich zugänglich.
    Ich habe in der Zeit von 1959 bis 2000 einen “Lohn” von 1.128.342,96 DM bekommen. Klar hätte ich gern mehr Rente, aber is nicht.
    Ich finde es nicht fair den “Arbeitern” des öffentlichen Dienstes Staatsgeld-Schmarotzerei zu unterstellen.

  2. Hallo
    Leider ist es in Deutschland so,das der normale
    Arbeiter der depp ist.Beamte sollen ja einen gewissen Anteil ihres Arbeitsleben bzw Studenlebens zurückbekommen.Aber die Schere ist einfach zu groß und es wird Ihnen zu leicht gemacht in den genuß der Pension zu kommen.Eine Anpassung von Rente und Pension wäre meiner Ansicht
    längst Überfällig.

  3. Manfred Renn kommentierte am September 22, 2016 at 6:41 am

    Ich lasse mich verbeamten und lasse mich dann möglichst bald berufsunfähig schreiben. Schon geht es mir finanziell besser als 90% der arbeitenden Menschen. So machen das die ganzen Lehrer doch auch, die wegen ein paar lärmenden Schulkindern alle im “Burnout” landen. Ein perfider Plan, der denen vermutlich schon in der Uni von den akademisch bestellten Staatsgeld-Schmarotzern eingebläut wird…

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