Pollenflug 2017 – Belastungszeiträume mit Pollenflugkalender ermitteln

PollenflugkalenderJuckende Augen, erhebliche Atemnot, ein Niesen folgt auf das andere und die Nase läuft ununterbrochen. Der bundesweite Pollenflug in Deutschland setzt klimabedingt mit jedem Jahr früher ein und dauert länger an. Das macht einem Viertel der Deutschen, den Allergikern, schwer zu schaffen. Besonders setzt die Pollenbelastung Senioren zu. Wie kann man sich schützen? Und welche Bedrohung geht vom neuen Korbblütler-Gewächs aus? Unser Ratgeber inklusive Pollenflugkalender hilft Ihnen weiter.

Pollenflug 2017: Ab Februar geht es wieder los

Für die meisten Allergiker waren Dezember und Januar ein echter Segen. Doch schon ab Februar kann es wieder losgehen. Wir zeigen, was Schnupfnasen und Triefaugen ab wann erwartet.

Normalsterblichen, die sich nicht mit Pollen und Gräsern herumplagen müssen, kann man gar nicht wirklich erklären, wie wahrhaft besch..eiden es sich anfühlt, wenn jeder Gang nach draußen wieder mit tränenden Augen, laufender Nase und entzündeter Nasenschleimhaut quittiert wird. Für all diese Glücklichen sowie besonders die Allergiker deshalb nun ein kleiner Ausblick auf das, was dieses Jahr wann für wen problematisch werden wird, beginnend mit dem:

Februar 2017

Bereits Anfang dieses Monats beginnen unter anderem Haselnuss und Erle mit der sogenannten Vorblüte. Ab Mitte des Monats kommt zudem auch die Ulme hinzu. Zur gleichen Zeit hat die Erle bereits ihre Starkbelastungsphase erreicht – die zum Glück nur bis Mitte März anhält.

Gering: Hasel, Erle, Ulme
Mittel: /
Stark: /

März 2017

Hasel- und Erle-Allergiker müssen schon mit Beginn des Märzes tapfer sein, denn die Belastungen werden hohe Level erreichen. Gleiches gilt auch für die Ulme. Zudem kommen Anfang bzw. Mitte des Monats auch noch Esche und Birke hinzu, auch Raps und Löwenzahn beginnen schon zu blühen.

Gering: Birke, Raps, Löwenzahn
Mittel: Esche
Stark: Hasel, Erle, Ulme

April 2017

Im wetterfühligen Monat April gehen glücklicherweise die Belastungen durch Hasel und Erle zurück, schon Mitte des Monats werden sie vollkommen verschwunden sein – leider aber keine ganz gute Nachricht, denn dafür steigt in diesem Monat die Belastung durch andere Pflanzen raketengleich an. Ulme, Esche und Birke sind über den ganzen April stark, gleiches gilt für Raps und Löwenzahn. Gegen Ende des Monats ist zudem die Pollenbelastung durch Buche und Eiche auf ihrem Höhepunkt angelangt und auch die Gräser sorgen schon fleißig für Probleme.

Gering: Hasel, Erle, Buche, Eiche, Gräser
Mittel: /
Stark: Ulme, Esche, Birke, Raps, Löwenzahn

Mai 2017

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus. Für Allergiker hat das keinerlei romantischen Touch, denn auch wenn mit dem Beginn des Monats die Belastungen durch Ulme und Esche langsam verschwinden, werden sie nur ersetzt durch Roggen, Weizen, Hafer und Holunder. Hinzu kommen Sauerampfer, Spitzwegerich und die ersten Nesseln. Zudem belasten Buche und Eiche besonders stark, gleiches gilt für Gräser, Raps und Löwenzahn.

Gering: Ulme, Esche
Mittel: Birke, Nesseln
Stark: Buche, Eiche, Gräser, Raps, Löwenzahn, Sauerampfer, Spitzwegerich

Juni 2017

Mit Sommerbeginn haben viele Bäume glücklicherweise ihre Blütenphase bereits abgeschlossen. Übrig bleiben nur noch Buche und Eiche, deren Belastung jedoch bereits Mitte des Monats beendet ist. Beim Löwenzahn sinkt die Pollenzahl, jedoch bleiben Gräser und Raps stark, Roggen, Weizen, Hafer und Holunder erreichen nun ebenfalls die größte Verbreitung, gleiches gilt auch für Goldrute und Nesseln und den Gänsefuß, der gegen Monats Ende sein Belastungsmaximum erreicht.

Gering: Buche, Eiche, Beifuß
Mittel: Löwenzahn, Mais
Stark: Gräser, Raps, Roggen, Weizen, Hafer, Holunder, Sauerampfer, Spitzwegerich, Gänsefuß, Goldrute, Nesseln

Juli 2017

Im Sommermonat Juli heißt es für Baum-Allergiker aufatmen, für Gräsergequälte jedoch „Alarmstufe Rot“. Lediglich die normalen Gräser sowie Löwenzahn und Roggen bzw. Weizen klingen im Lauf des Monats langsam ab, Raps bleibt jedoch ebenso ein Dauerproblem wie Hafer und Holunder. Auch der Spitzwegerich sitzt noch an der Spitze der Belastungs-Charts, zusammen mit Mais und Beifuß, Goldrute und Nessel.

Gering: Roggen, Weizen, Sauerampfer
Mittel: Löwenzahn
Hoch: Gräser, Raps, Hafer, Holunder, Mais, Beifuß, Spitzwegerich

August 2017

Langsam, ganz langsam können Allergiker dann aufatmen, wenn die heißesten Tage des Jahres anstehen. Im Aust nämlich verschwinden die Belastungen durch reguläre Gräser sowie den Löwenzahn und den Hafer. Auch dem Raps geht gegen Ende des Monats langsam die Puste aus, gleiches gilt für den Holunder, der endlich in mittlere Belastungswerte abrutscht. Ungebrochen ist jedoch die Gänsefuß-Belastung und der Beifuß dreht im Monatsverlauf erst richtig auf. Dafür noch eine gute Nachricht, Goldrute und Nesseln werden zum Monatsende hin auch weniger.

Gering: Gräser, Löwenzahn, Hafer, Spitzwegerich
Mittel: Raps, Holunder, Beifuß-Traubenkraut (Ragweed)
Stark: Goldrute, Nessel

September 2017

Der September ist der erste Monat, in dem praktisch alle Allergiker echte Linderung erfahren. Holunder nimmt nun endlich ein Ende. Ebenso auch der Spitzwegerich, Raps, Gänsefuß, sowie Goldrute und Nessel. Auch Beifuß-Traubenkraut (Ragweed) hat gegen Monatsende seine kurze Hochphase beendet. Und wenn der Mais im Maul der Erntemaschinen verschwunden ist, enden auch dessen Belastungen. Die gute Nachricht, am Ende des Septembers ist das Pollenjahr endlich komplett vorbei.

Gering: Holunder, Spitzwegerich, Gänsefuß, Mais, Goldrute, Nessel
Mittel: Beifuß-Traubenkraut (Ragweed)
Hoch: /

Allgemeine Tipps für Allergiker

Für die meisten Allergiker gibt es medizinische Hilfe in Form von Spezifischen Immuntherapien oder Pharmazeutika. Daneben können aber auch „Hausmittelchen“ durchaus helfen, die Leiden zu lindern. In den kritischen Monaten sollte man deshalb:

  • Nur in den frühen Morgenstunden das Haus lüften und ansonsten Türen und Fenster geschlossen halten.
  • Beim Autofahren die Lüftung über den Reinluft- bzw. Pollenfilter laufen lassen (Bedienungsanleitung). Notfalls die Klimaanlage aufdrehen.
  • An schlimmen Tagen in Hallenbäder oder Saunen gehen – reine Luft und ein super Gefühl.
  • Keine Staubfänger wie Teppiche, Gardinen o.Ä. in der Wohnung bzw. diese mehrmals wöchentlich absaugen.
  • Vor dem Schlafen duschen und die Haare gründlich auswaschen.
  • Tagesbekleidung nicht mit ins Schlafzimmer nehmen.
  • Wäsche nur in Innenräumen bzw. am besten im Trockner trocknen.
  • Die Zeiten der höchsten Belastung für den Jahresurlaub nutzen und entweder ans Meer, in Wüstengebiete oder Gebirge über 1300m fahren.

Und wer mit Bus und Co. täglich zur Arbeit muss, sollte sich auch nicht genieren, wie die Asiaten mit einer Schutzmaske vor dem Gesicht herumzulaufen. Schon handelsübliche Staubschutzmasken fangen sämtliche Pollen effektiv auf und verhindern, dass sie in die Atemwege gelangen.

Pollenflug-Prognose für 2017

Auch 2017 wird es keine Entwarnung für Pollenallergiker und Heuschnupfengeplagte geben. Der einzige Tipp, den man geben kann – machen Sie das Beste daraus und sich nicht die Laune von ein paar Pollen vermiesen. Besser die obigen Tricks beherzigen und nicht aus falscher Scheu dem Arzt fernbleiben.

Moderne Lebensumstände der Nährboden für Allergien


Pollenallergie (oder „allergische Rhinitis“) wird allgemein auf die Lebensumstände in den Industrienationen zurückgeführt, da sie in der Dritten Welt so gut wie unbekannt ist. Durch die immer besser werdende Hygiene werden die Abwehrkörper Immunglobulin E nicht mehr benötigt und richten sich paradoxerweise gegen neue „Feinde“ wie eben die eingeatmeten Pollen. Da vor allem in Städten der Körper nicht mehr an Kontakt zu Blüten und Tieren gewöhnt ist, verstärkt sich dieses Phänomen der Allergien. Die zusätzliche Schadstoffbelastung und zunehmend schlechte Ernährung der Gesellschaft tun ihr übriges, sodass jeder mit einer Veranlagung zur allergischen Diathese schnell eine Pollenallergie entwickelt.

Verbreitung und Ausbreitung

Blütenpollen bedrohen Allergiker und Asthmatiker besonders starkDie Polle ist das männliche, pflanzliche Erbgut und wird durch den Wind schnell verteilt. Schon eine Ähre Roggen enthält zwischen zwei und vier Millionen Pollenteilchen und diese können, bei entsprechenden Wetterbedingungen, bis zu über 200 Kilometer weit getragen werden. Der Blütenstaub der Birkenpolle verbreitet sich gemäß Polleninformationsdienst besonders überfallartig und gehört zu den Hauptauslösern von Asthma. Etwa 40 Prozent aller Allergiker in Deutschland reagieren auf solche Baumpollen. Weitere 40 Prozent haben Allergien gegen Gräser- und Roggenpollen und die restlichen 20 Prozent haben gemäß Pollenflugkalender Probleme mit Kräuterpollen.

Ansteigende Belastungsintervalle


Der Polleninformationsdienst bzw. Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt bereits jetzt vor den ersten Samen der frühblühenden Gewächse Erle und Hasel in 2016. Und auch die Barmer GEK Krankenkasse gibt zu bedenken: Pollenallergiker müssen sich dieses Jahr auf einen „sprunghaft ansteigenden Pollenflug“ und somit Allergien einrichten, stärker noch, als der Pollenflugkalender erfasst. Dabei kann das Aufkommen von Regen die Gefahr von Heuschnupfen & Co durch Pollenflug eindämmen.

Pollenflugkalender 2016

Diagramm zu Pollenflug in Deutschland. Pollenbelastung je nach Art und Klassifizierung (Bildquelle: wikipedia.org)

Bildquelle der Grafik: Wikipedia

Lizenz: Creative Commons Attribution/Share Alike

Neue Gefahren aus dem Ausland


Sorgen bereitet vielen Allergikern das aus Nordamerika stammende Korbblütler-Gewächs, welches sich bereits in Bayern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg als Gewächs dauerhaft eingenistet hat. Auch In der Schweiz, in Ungarn und in Teilen Frankreichs ist sie mittlerweile fester Bestandteil der örtlichen Flora. Das Problem: der Pollenflug der vom Korbblütler-Gewächs entsandten Beifuß-Ambrosie (ein Gewächs produziert 62.000 Samen und diese sind im Boden über 40 Jahre lebensfähig) führt zu doppelt so starker allergischer Wirkung wie etwa von Gehölz oder Gräsern. Die sehr feinen Pollen können laut Polleninformationsdienst tief in die Lunge eindringen, was auch die Asthma-Gefahr erheblich erhöht.

Als Pollenallergiker Vorkehrungen treffen

Älter werdene Menschen sind eine Gefahrengruppe für die PollenallergieGrundsätzlich erreicht die Pollenbelastung in der Stadt ihren Höhepunkt in den Abendstunden, während sie auf dem Land schon mit den Morgenstunden einhergeht. Daher sollte die Wohnung nach Möglichkeit nachts gelüftet werden und Fenster am Tage verschlossen bleiben. Ein Fensterschutz gegen Pollenflug entschärft diese Gefahrenquelle. Auch wenn sommerliche Temperaturen es anbieten – vom Trocknen von Wäsche an der frischen Luft ist abzuraten. Zu schnell setzen sich Pollen in der Kleidung fest. Daher sollte diese auch gewechselt werden, wenn sie in die Wohnung kommen. Sport im Freien wie das Nordic Walking sollte während des Pollenfluges nicht praktiziert werden. Das Auto ist mit einem Lüftungsfilter ausgestattet ein sicherer Rückzugsort.

Der Urlaub als Flucht?


Wenn es an die Planung von Reisen geht sind Allergiker gut beraten den Pollenflugkalender zu berücksichtigen und die Hochzeiten des Pollenflugs im Ausland zu verbringen. Doch nicht jede Zielregion ist geeignet, um der Pollenbelastung zu entfliehen. In Spanien oder auch Italien wachsen beispielsweise keine Birken – dafür gefährden andere Pollenarten den entspannten Urlaub.
Eine gute Empfehlung stellen die skandinavischen Länder wie Schweden oder Norwegen dar, weil die warme Jahreszeit und damit auch der Pollenflug dort später einsetzen. Ebenso raten Experten zu Urlauben in bewährten Reiseländern: im Hochgebirge, wie etwa in Europas höchstgelegener Stadt Davos (Schweiz) oder in Tirol, wo Allergiker generell weniger leiden müssen. Doch es muss nicht immer das Ausland sein. Während man an der Nordsee und der Ostsee dann Sicherheit genießt, wenn der Wind von der Küste ins Land weht, gilt zum Beispiel Helgoland als komplett pollenfrei.

Einsatz von Medikamenten

Wenn alles Mittel erfolglos bleiben oder man sich generell nicht zum Sklaven seiner Allergie machen möchte, so helfen mittlerweile einige Medikamente zuverlässig gegen die üblichen Beschwerden. Bei akuten Symptomen können Antihistaminika (als Nasenspray, Augentropfen oder Tabletten erhältlich) antiallergisch wirken, wobei Nebenwirkungen meist nicht ausbleiben. Wenn der Heuschnupfen sich nicht aufhalten lässt so können Ärzte zu kortisonhaltigen Mitteln greifen.

Und wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Pollenflug? Haben Sie ergänzende Tipps? Diskutieren Sie in unseren Leserkommentaren (weiter unten) mit!

Das verwendete Bildmaterial entstammt den Fotolinsen von „absolutimages“ (Fotolia), sowie von Oliver Haja und Rita Gäbel (Fotoportal pixelio.de), sowie Wikipedia.


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