Erkältungen und Grippale Infekte bei Senioren – höheres Risiko?

Erkältung SeniorenJährlich versterben mehrere tausende Menschen in Deutschland aufgrund der Grippe und deren Komplikationen. Meist trifft es Senioren, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und schweren Grunderkrankungen. Daher sollten besonders ältere Menschen die Gefahren einer echten Grippe kennen, die Symptome erkennen und rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. Weiterhin gibt es allgemeine Maßnahmen, um die Gefahr einer Ansteckung zu verringern.

Die echte Grippe erkennen

In erster Linie ist es wichtig eine echte Grippe (Influenza) zu erkennen und von einer harmlosen Erkältung (grippalen Infekt, akute Bronchitis, Verkühlung) abzugrenzen.

Ein grippaler Infekt ist oftmals nach einer Woche überstanden und komplikationsarm. In vielen Fällen reicht die Behandlung mit Hausmitteln. Folgende Symptome sind typisch für eine einfache Erkältung:

  • Laufende oder verstopfte Nase,
  • Husten, anfangs meist zähflüssiger Auswurf und teilweise Reizhusten. Später Husten mit Auswurf,
  • leichtes Fieber,
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, teilweise Kopfschmerzen

Die echte Grippe wird von Influenza-Viren ausgelöst. Die Übertragung erfolgt durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Bei der Tröpfcheninfektion gelangen infektiöse Sekrettropfen beim Sprechen, Niesen oder Husten der infizierten Person in die Umgebungsluft und werden von einer weiteren Person eingeatmet.

Die Schmierinfektion ist charakterisiert durch Übertragung der Grippeviren auf einen Gegenstand. Beispielsweise kann eine erkrankte Person in die Hände Niesen und darauffolgend eine Türklinke berühren und diese mit den Viren „beschmieren“. Eine weitere Person fasst diese nun an und kommt somit mit den Viren in Berührung. Besonders in der kalten Jahreszeit kann es zu Grippewellen kommen.

Die echte Grippe ist durch plötzlich und stark einsetzende Symptome charakterisiert.

Die Symptome auf einem Blick

  • Hohes mehrtägiges Fieber und anfangs Schüttelfrost (Fieberanstieg)
  • Starker trockener Husten
  • Heftige Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Erschöpfungsgefühl
  • Verstopfte oder laufende Nase

Komplikationen der Grippe bei Senioren

Senioren und abwehrgeschwächte Menschen sind besonders anfällig für schwere Verläufe der Grippe. Oftmals haben ältere Menschen Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen (Altersdiabetes) oder leiden an einer schweren Grunderkrankung wie Herzinsuffizienz oder COPD (chronische-obstruktive Bronchitis).

Eine verminderte Flüssigkeitszufuhr und der starke Fieberanstieg mit reaktivem Schwitzen können zu einer Austrocknung des Körpers (Exsikkose) führen. Diese kann je nach Ausmaß zu Teilnahmslosigkeit, starken Verwirrtheitszuständen (Delir), Abfall des Blutdruckes und zum Schock führen.

Besonders bei älteren Menschen mit einer Herz-Kreislaufschwäche kann dies gefährlich sein, da schnell Ohnmachtsanfälle auftreten können (Gefahr des Sturzes) und Blutgerinnsel entstehen können (Gefahr: Lungenembolie). Im schlimmsten Fall kann, bedingt durch den Flüssigkeitsmangel und der eingeschränkten Herztätigkeit, ein Schock mit Multiorganversagen auftreten. Daher bei Grippe und auch bei Erkältungen immer ausreichend trinken.

Eine hohe Flüssigkeitszufuhr ist der beste Schleimlöser und kann vor der Austrocknung des Körpers schützen!

  • Gefürchtet sind Lungenentzündungen (Pneumonie), die direkt von den Grippeviren ausgelöst werden oder von gefährlichen Bakterien, die sich in die geschädigten Schleimhäute der Atemwege einnisten und verbreiten. Durch die Lungenentzündung kann das Fieber bis auf 40°C steigen, die Atmung schneller werden (verminderte Sauerstoffaufnahme) und der Puls rasen (um den Körper noch mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen). Das Herz-Kreislaufsystem wird hierbei stark belastet.
  • Oftmals, noch Wochen nach einer überstandenen Grippe, können das Schwächegefühl und die Müdigkeit anhalten (verzögerte Rekonvaleszenz).
  • Vorbestehende Krankheiten wie eine COPD verschlimmern sich und können lebensgefährliche Ausmaße annehmen.
  • In seltenen Fällen kann es zu einer Schädigung des Herzmuskels kommen (Myokarditis).

Erkältungen und Grippale Infekte: Wann zum Arzt?

Senioren sollten niemals zögern zum Arzt zu gehen, da ältere Menschen durch die zugrundeliegenden Vorerkrankungen und durch das geschwächte Immunsystem anfällig für schwere Verläufe der Grippe sind. Die folgenden Warnzeichen sollten immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden:

  • Kontinuierliches und anhaltendes hohes Fieber (über 39°C),
  • Luftnot und Schwierigkeiten beim Atmen,
  • Blutiger Auswurf oder starke Brustschmerzen beim Husten,
  • Kreislaufprobleme (durch starkes Fieber und starken Flüssigkeitsverlust),
  • Gelblicher bis grünlicher Auswurf (Zeichen einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien),
  • Verwirrtheit,
  • Wenn sich die Beschwerden über Tage nicht bessern oder verschlimmern,
  • Menschen mit einer schweren Grunderkrankung (Herz-Kreislaufschwäche, COPD),
  • Anhaltend rasender Puls und schnelle Atmung.

Prävention und Vorsichtsmaßnahmen

Während der Grippewelle sollten ältere Menschen besonders vorsichtig sein. Einfache Erkältungen können es den Grippeviren erleichtern sich einzunisten. Daher sollte jede Erkältung ernst genommen und vollständig auskuriert werden.

Seifen können das Virus abtöten. Häufiges Händewaschen kann daher zur Prävention sehr sinnvoll sein. Wenn Familienangehörige an der Grippe erkrankt sind oder der Verdacht besteht, sollte der Kontakt bis zur Genesung vermieden werden. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bei Personen über 60 Jahren oder Menschen mit einer schweren Grunderkrankung eine jährliche Grippeimpfung.

Gute Besserung wünscht Ihnen die Redaktion des Infomagazins für Seniorenbedarf!

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Bildquelle: Katarzyna Bialasiewicz – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Anonymous kommentierte am 26. Januar 2017 at 9:05

    danke

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