Erfahrungsbericht: ambulante Pflege – Altern ohne Würde?

Erfahrungsbericht über die ambulante Pflege - Kritik und InsiderwissenEin examinierter Krankenpfleger hat unsere Redaktion exklusiv über seine Erfahrungen in der ambulanten Pflege informiert. Unser Enthüllungsbericht liest sich daher etwas anders als die Werbebroschüren der Pflegedienste. Er soll den Leser sensibilisieren für das was eintreten kann: ein Altern ohne Würde.

„Sind Sie stuhlinkontinent? Sind Sie harninkontinent? Todesdatum Ihres Mannes?“, raunzt die Pflegehelferin mittleren Alters uninteressiert, um die jeweiligen Antworten in der Pflegedokumentation zu notieren. In der Badewanne sitzt Gerda M., 78 Jahre. Sie ist wegen Arthrose auf einen Pflegedienst angewiesen, wie viele deutsche Senioren.

Geistig ist sie nach wie vor relativ fit, nur die Gelenke machen ihr zu schaffen. Und leider auch die behandelnde Pflegefirma: „Man redet nicht mit mir, man befragt und belehrt mich“. Wechseln will sie den Dienst aber nicht: „Das wäre doch nur mit zusätzlichen Strapazen für meine Kinder verbunden. Die haben doch genug mit ihren eigenen Familien zutun.“

Nur die Spitze des Eisbergs Pflege

Unfreundlicher Umgang und ruppige Behandlung sind offenbar nur die Spitze des Eisbergs „Pflegedienst“.

Rubens hat Informationen über den Enthüllungsbericht in Erfahrungen gebracht und geteiltUnser Informant Martin Rubens*, ausgebildeter Krankenpfleger, wollte sich beruflich umorientieren, mal einen Pflegedienst als Arbeitgeber ausprobieren. Nach ein paar Wochen kündigte er, konnte die Arbeitsumstände und die Fahrlässigkeiten nicht mehr verantworten.

Die nun folgenden Skandalösitäten seien real eingetreten.

„Ich trinke nichts, weil ich Zeit sparen muss. Ein Klogang kostet unnötige Minuten“. Zeit, die Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste nicht hätten. Denn pro Schicht müssten nicht selten 20 und mehr Haushalte besucht werden. Pro Haushalt müssten unterschiedlichste Pflegetätigkeiten durchgeführt werden. Und alles sei ganz eng kalkuliert: „Für die Kalkulation der Fahrwege wird der kürzeste Weg abgefahren, bei normalem Verkehr. Das ist ab dann Vorgabe“, erinnert sich Martin Rubens.

„Doch das ist unmöglich. Der Verkehr ist meist stockend, besonders im Berufsverkehr. Durch viele Innenstadtzonen darf man auch als Pflegedienst nicht fahren. Dann noch die Parkplatzsuche. Die Kollegen parkten meist im Halteverbot, weil der Arbeitgeber den Strafzettel bezahlt.“

Arbeitgeber Pflegedienst: am Rande der Zumutbarkeit

Ambulante Pflegedienste überfordern ihre AngestelltenDie Uhr tickt. Neuartige Diensthandys zeichnen jeden Schritt auf, so Rubens. „Anfangs wunderten ich und andere neue Mitarbeiter uns noch, woher die plötzlichen Kurznachrichten aus der Zentrale mit vorwurfsvollen Fragen rührten“. Um das Zeitpensum zu halten müsse man weitergehend auch Medikamentenbestellungen und Absprachen zwischendurch telefonisch durchführen. Während voller Fahrt.

Eingewöhnung neuer Mitarbeiter? Fehlanzeige! Nach nicht einmal einer Woche würden neue Mitarbeiter die „Touren“ allein fahren. An den ersten Tagen erfolge zwar ein gemeinsames Fahren mit einem erfahrenen Kollegen, der aber hätte für Wissensvermittlung weder das Talent noch die Zeit.

Überhaupt reiche ein Blick in die Stellenanzeigen vieler Pflegedienste, um zu erahnen: hohes Empathie- und Organisationsvermögen, gar nennenswerte medizinische Vorkenntnisse, werden von neuen Mitarbeitern gar nicht gefordert. Fast jeder würde genommen, Bewerbungsverfahren bestünden aus einem kurzen Einführungsgespräch.

Mitarbeiter „ausgebrannt und frustriert“

Denn zu hart umkämpft sei der Markt. „Die Pflegedienste haben kein Kundenproblem, sondern ein Mitarbeiterproblem. Die Fluktuation ist enorm, wer länger bleibt ist meist schon über 40, ausgebrannt und frustriert. Aber zu lange in der Mühle, um noch auszubrechen.“

„An meinem zweiten Tag ist meine einweisende Kollegin, Mutter von 3 Kindern, in Tränen ausgebrochen, als die Pflegedienstleitung sie telefonisch gedrängt hat das 4. Wochenende in Folge zu arbeiten“, erinnert sich Rubens.

Hygiene sei ein weiteres Problem: „Eine Kollegin benutzte nie Desinfektionsmittel, weil sie eine Hauterkrankung hatte und auf den Wirkstoff allergisch reagierte. Das hat aber auch niemanden interessiert, weil es so was wie Qualitätskontrollen gar nicht gab.“

Dokumentation unvollständig – Patienten in Lebensgefahr?

Doch es wird sogar lebensgefährlich. In der veranschlagten Zeit pro Patientenbesuch sei es praktisch unmöglich eine korrekte Pflegedokumentation vorzunehmen (die dafür vorgesehenen Krankenakten liegen in den Wohnungen der Patienten) und gleichzeitig die Pflegemaßnahmen durchzuführen: „Die Aktenführung wurde oft vernachlässigt, Medikamentenvergabe erfolgt nach Gewohnheits- und Durchschnittsverfahren“, bemerkt Martin Rubens mit einem Stirnrunzeln.

„Im Ernstfall wäre das Rekapitulieren so nicht möglich. Kommt es zur Eskalation kann das sogar den Tod des Patienten bedeuten, weil eine andere Pflegekraft Medikamente falsch dosiert!“

Auch der Mitarbeiter muss dann mit Konsequenzen rechnen. Wer aber unter Zeitdruck arbeitet, habe diese Gefahr kaum noch präsent, verdränge sie. „Ich rede hier nicht von Einzelfällen“, warnt Rubens, „Und der MDK prüft auch nur stichprobenartig“.

Patientenwohl bleibt auf der Strecke

Die Behandlung der Patienten wird mitunter nicht positiv aufgenommenDie Mitarbeiter in Pflegediensten ständen unter Dauerstress, so unser Informant, selbst an freien Tagen vermittele das ständig einzuschaltende Diensthandy Dienstplanänderungen, Patienteninformationen, Sonderdienstanfragen. „Außerdem notieren sich die meisten Kollegen alle Arbeitsstunden noch zusätzlich in einem Notizheft, weil immer wieder zu wenig berechnet wird“.

Da sei es kaum verwunderlich, dass Resignation einsetzt, Zynik auflebt, das Patientenwohl hinten ansteht. „Teilweise werden Patienten beleidigt, wenn sie noch im Raum sind. Dass sie wie ein Gnom aussehen. Oder dass sie stinken. Mit Alterswürde hat das nichts mehr zu tun“, klagt Rubens. „Einmal hat eine ältere Dame eine Kollegin gebeten, ihr beim Anziehen des BHs zu helfen. Ob sie Scherze mache, war die trockene Antwort, sie wisse genau es sei nicht abrechenbar.“

*Name von der Redaktion geändert.

Unser Seniorenmagazin weist nochmals darauf hin, dass es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht handelt. Die Quelle ist in den Augen der Redaktion glaubwürdig.

Bildquellen für diesen Erfahrungsbericht:

  • Seniorin in ambulanter Betreuung, Titelbild – erstellt von © Sandor Kacso – Fotolia.com
  • Phantombild von Rubens – erstellt von © Arman Zhenikeyev – Fotolia.com
  • Krankenpflegerin im Stress – erstellt von © Miriam Dörr – Fotolia.com
  • Seniorin im Portrait – erstellt von © athomass – Fotolia.com


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. anonym kommentierte am 13. November 2017 at 10:31

    ich arbeite seit 2 Jahren im ambulanten Pflegedienst. Mir fällt auf, dass die Patienten auch oft ungehalten sind, ebenso die Angehörigen. Es wird wenig Rücksicht genommen und Verständnis gezeigt, wenn man aus nachvollziehbaren Gründen eine halbe Stunde später kommt als gewohnt, weil man einen Notfall hatte oder jemand einen länger gebraucht hat. Jeden Tag muss ich mich rechtfertigen bei den „Kunden“. regelmäßig kommt es vor, dass man angeschnauzt wird und unhöflich behandelt wird. Man sollte auch mal die andere Seite betrachten, die Patienten sind nicht immer die armen Opfer. Vieles muss man sich als Pflegekraft bieten lassen. Es ist nicht immer der Arbeitgeber, der einem das Leben schwer macht sondern die Patienten und besonders die Angehörigen, die sich nicht kümmern wollen oder Können, weil sie selber Hilfe bräuchten usw.

  2. anonym kommentierte am 21. September 2017 at 9:42

    Hallo, natürlich sollten grundsätzlich Mißstände beim Namen genannt werden.

    Die o.g. Zustände ziehen sich durch ALLE Formen von Pflegediensten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um ambulante oder stationäre Pflege handelt.

    Aus fast 30 Jahren in der Pflege bin ich jetzt dabei mich umzuorientieren. Selbst in der so hoch gelobten 1:1 Intensivpflege verändern sich Arbeitsbedingungen erheblich zum Negativen.

    So ist es mittlerweile normal, 10 -12 Stunden Dienste zu machen mit Anfahrzeiten zum Klienten von zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück. Pause? Gibt es selten. Rückzugmöglichkeiten häufig keine. 6 solcher Dienste oft. Einspringen öfter. Die Bezahlung: Eher schlecht.

    Armes reiches Land. Alt und pflegebedürftig sollte man hier besser nicht werden.

  3. Sylvie kommentierte am 19. September 2017 at 7:04

    Auch ich habe mal ein kurzes Praktikum als Krankenschwester in einem Altenheim in Gelsenkirchen absolviert. Nach einer Woche habe ich sogar auf eine anschließende Festanstellung verzichtet. Der Personalchef wollte mich damals nicht gehen lassen, weil solche Menschen wie ich dort dringend gebraucht werden. Aber ich konnte es nicht verantworten dort zu arbeiten. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal, der Umgang mit den alten Menschen desaströs. Ich war kurz davor kriminell zu werden, weil ich nicht mehr zusehen konnte, wenn eine alte Frau fast erstickt wurde, weil sie nicht schnell genug getrunken hatte oder wenn eine Person mit Waschlappen aus dem Kot gezogen wurde, weil es keinen Zellstoff zum Abputzen gab. Die vollgekoteten Waschlappen warf die Altenpflegerin dann auch noch auf den Fußboden und später hat sie sie dann ohne Handschuhe entsorgt. Die Türklinke war danach natürlich auch kontaminiert mit Colibakterien. Mein Fazit damals war: Hier kann man nur mit einem Ganzkörperkondom arbeiten gehen und was die alte Dame anging, die fast an dem Wasser erstickt wäre: Ich hatte der Altenpflegerin damals geraten, die Schnabeltasse nun schnellstens abzustellen, ansonsten würde ich ihr eine schallern. Sie hatte mich entsetzt angesehen und dann die Tasse weggestellt und mir frech gesagt, dass ich mich doch dann um sie kümmern sollte. Das habe ich dann auch gerne getan und die Frau war mir dankbar, dass ich der Altenpflegerin mal ordentlich die Meinung gesagt habe. Ja, da möchte man nicht alt werden und auf keinen Fall in einem Pflegeheim.

  4. Heike Bartsch kommentierte am 11. April 2017 at 14:52

    Hallo an alle hier!

    Ja der Pflegenotstand nimmt immer mehr zu, vieles was hier geschrieben und berichtet wird, stimmt zum Teil. Wir sind seit Jahren bei einer Agentur die mehr als seriös arbeitet, Damen werden nicht einfach so in die Familie versendet, nein, es findet immer ein Telefonat oder ein Skypegespräch mit den Damen statt bevor sie kommen. Wir bekommen alles zugesendet über die Damen. A1 Schein usw. auch dazu. Deshalb stimmt es nur zum Teil. Das Polen nicht mehr als beliebt gilt ist lange bekannt. Diese sind zu teuer in allem. Wir mussten selbst sehr lange suchen bis wir die richtige Agentur gefunden haben. Uns ist es so wichtig das es den Eltern gut geht, denn diese haben es verdient nicht ins Altersheim abgeschoben zu werden wo niemand nach den Menschen dort schauen kann, weil es an Pflegekräften mangelt. Zudem ist eine 24 h Pflegekraft viel billiger als ein Heimplatz, das sollten sich viele mal überlegen. Alte Menschen haben es verdient würdevoll in ihren eigenen 4 Wänden leben zu dürfen. Und wir Kinder sind es den Eltern schuldig, wir waren auch alle mal klein und haben Hilfe benötigt. Es ist erbärmlich wenn Kinder kein Geld für die Eltern haben um ihnen wenn die eigene Rente nicht ausreicht, unter die Arme zu greifen damit eine 24 h Pflege bezahlt werden kann.

  5. Jack kommentierte am 17. März 2017 at 17:29

    Auf beiden Seiten fehlt es. Hilfsbedürftige werden mit anderen zusammengebracht die helfen möchten aber durch Abrechnungsrituale daran gehindert werden oder nur nach Katalog unterstützen. Was nicht im Katalog vorhanden ist geht nicht. So habe ich eine Pflegerin meiner Mutter rausgeworfen, weil Sie die erforderlichen Arbeiten verweigert hat. Eine andere gab dumme Antworten. Die nächste war von der Arbeit verschwitzt und beschmutzt. Dann eine die kaum in der Lage war einen Wasserhahn zu bedienen. Teilweise sind die Damen selbst Hilfebedürftig. Nicht wenige nehmen Medikamente gegen Depressionen. Wo ist der Ausweg aus diesem Dilemma? Die Entsorgung ist ein riesengroßes Geschäft geworden. Im alten Rom konnten sich das nur die oberen 10.000 leisten. Das Drama hinter den Kulissen der Spaßgesellschaft.

  6. Meine Mutter ist seit 4 Monaten in einem Aufbewahrungsheim in Wendeburg bei Braunschweig. Anders kann man das Heim nicht nennen.

    Die Besitzerin hat sofort nach der Unterschrift auf dem Heimantrag ihr wahres Gesicht gezeigt. Betitelt ihre Mitarbeiter als dumme Geschöpfe die nichts können. Die alten Menschen haben immer einen Essensplan und einen Veranstaltungsplan im Zimmer. Oft wird das Essen nur hingestellt in den Flur. Wenn ich nicht so oft bei meiner Mutter wäre, wäre sie schon verhungert. Von den Veranstaltungen passieren höchstens 2 im Monat. Ständig neue Pflegerinen ohne das sie was wissen über meine Mutter. Wenn man die Kräfte auf was anspricht, merkt man die Angst. Verweisen nur auf viel Arbeit. Sie können nichts sagen, weil Frau ***** sonst kein Gehalt zahlt. Medizinische Leistungen erbringen UNAUSGEBILDETE Frauen und Männer. Eine Krankenschwester gibt es wohl nur im gesamten Heim. Frau ***** läßt sich ständig verläugnen, wenn ich was will. Letzte Antwort war, ich könne meine Mutter ruhig wieder mitnehmen, aber sie weiß schon, wie man das macht das alle Heime keinen Platz haben. Ich soll nicht vergessen das ich eine Kündigungszeit einhalten muß. Anghörige haben mir auch erzählt das schon Bewohner ihre Häuser an sie überschrieben haben damit sie eine besser Versorgung bekommen. Leider war ich bei der Pflegekaasse, aber die brauchen 100 prozent Beweise.
    Wer hat mit diesem Pflegedienst ähnliche Erfahrung gemacht. Vielleicht melden sich ja mal die Pflegerinnen bei der Kasse und sagen was da los ist

  7. Mary kommentierte am 17. Januar 2017 at 13:22

    Hallo, man spricht mir aus dem Mund! Aufbewahrungsanstallt!!! habe selbst in der Altenpflege in einem Heim gearbeitet.

    Gebt aber bitte nicht übermässig den Pflegekräften die Schuld! als erst Instanz ,ist der Staat gefragt, der diese Zustände zulässt und unter den Tisch kehrt.

    Kontrollen sind uninteressand, wird gemogelt wo es nur geht!

    Die Bedürftigen,haben keine Rechte mehr ,sie werden nur nochhochgehalten, von Denen die daran verdienen, egel was es Kostet

    (auf die gesundheit der Pflegekräfte). jeder will mit vollen Händen daran verdienen ,nur darf dass das Pflegepersonal nicht.

    Sicher gibt es auch Pflegepersonal ,dienicht dahin gehören, aber die gibt es in jedem Beruf, siehe Regierung! die andere seite ist doch, wenn schon eh Pflegepersonal knapp ist, kann man solche Ausnahmefälle nicht auch noch entlassen! WER will den noch in der Altenpflege arbeiten unter diesen Voraussetzungen !!!

    Du wirst systematisch kaputt gespielt

    für Taschengeld und da sind Denen alle Mittel recht, hauptsache es kommt genug in ihre Taschen, du bist irgendwie ersetzbar!!!

    Personaleinsparung ohne ende, dazu kommt das man auch keine Hilfsmittel anschafft! Zu hoher Kostenaufwand,liegt nicht im Interesse des Betreibers.

    Werdet nicht so Alt um so etwas in Anspruch nehmen zu müssen, kommt einem Totesurteil gleich.

    Man sollte eher einführen, das jeder sein Abgang selbst bestimmen kann!!!

  8. Jo kommentierte am 1. Januar 2017 at 15:37

    Dies ist seit Längerem schon kein Dienst mehr am Menschen, sondern Akkordarbeit nach Stoppuhr, wie am Fließband !! Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke, ein persönliches Gespräch mit den alten Leuten ist fast kaum noch möglich, geschweige denn mal eine Tasse Kaffee mit den Patienten zu trinken.
    Man hetzt von einem Patienten zum Nächsten, immer die Stoppuhr im Nacken, um den raffgierigen Betreibern dieser Einrichtungen immer mehr Kohle in die Taschen zu spülen. Profitmaximierung ist angesagt , auf Kosten der unterbezahlten Pflegekräfte.
    Eine bodenlose Sauerei das ganze !!!

  9. tut nichts zur Sache kommentierte am 1. Januar 2017 at 8:24

    Hallo zusammen,

    da hat man mittlerweile Angst vor dem Alter.

    Aber in stationören Einrichtungen sieht es auch nicht besser aus. Bei meinem Schwieger- vater wurden z. B. nach Zeitplan die Windeln gewechselt. Wenn er also kurz nach dem WW gleich wieder einkotete, lag er eben vier
    Stunden in seiner eigenen Scheiße! Auch das allgemeine Problem Flüssigkeitsaufnahme interessierte das Pflegepersonal nicht mal am Rande. Da kam man schon mal wegen Ver- wirrungsszuständen in die Psychiatrie, wo dann letztendlich ein Pflege-Azubi eine extreme Dehydrierung feststellte und sofort einen Arzt hinzu zog. Dieser reagierte sofort und verpasste meinem Schwiegervater erst mal einen Tropf mit zwei großen Beuteln
    Kochsalzlösung.

    Der größte Witz ist aber, dass sich solche Pflege- oder besser Aufbewahrungsanstalten mit ein paar Schulungen jederzeit ein gutes Zeugnis ausstellen können, ohne an der tat- sächlichen Situation etwas zu verändern.

    DEUTSCHLAND SCHÄME DICH!

  10. Susanne Molitor kommentierte am 22. Dezember 2016 at 12:00

    An dieser Stelle möchte ich eindringlich vor der Betreuungsfirma *********** warnen.

    Die Vermittler vor Ort waren sehr nett und gaben ihr bestes, aber die Dame die uns aus Polen geschickt wurde, konnte kaum Deutsch, obwohl wir die Qualifikation Silber plus gewählt hatten. Sie konnte weder kochen, hatte kaum Pflegeerfahrung und war auch nicht sehr fleißig.

    Die Beschwerden über die Agentur und an die polnische Adresse liefen ins Leere. Man sagte uns , sie hätten die Sprachqualifikation überprüfe ( über Internet!!!) und die sei angemessen.

    Obwohl die Dame menschlich sehr nett war, mussten wir uns nach 6 Wochen von ihr trennen.

    Die *********** ist in Polen bei Pflegern sehr schlecht im Ansehen, es gehen nur ungern gute Kräfte dort hin. Die Damen erhalten kaum Ausbildung und oft erst nach Monaten ihr Gehalt. Sie sind auch enorm teuer. Wir haben für jeden Tag 80 Euro bezahlt.

    Die beiden Leute, die die Agentur in unserer Region hatten, haben sich inzwischen auch von der *********** getrennt und sich selbstständig gemacht.

  11. Markus kommentierte am 29. November 2016 at 16:44

    Alles richtig, was im Artikel steht! Die ambulanten Pflegedienste kann man vergessen! Viel Geld verdient nur der Inhaber. Die Pflegekräfte arbeiten für einen Hungerlohn und die Patienten stehen an letzter Stelle!Besser ist es Pflegegeld zu bekommen!

  12. Erika Kössl kommentierte am 23. Mai 2016 at 17:45

    Für meine fast 99 jährige Mutter kommt jeweils morgens der Pflegedienst. Je nach Tagesverfassung braucht sie individuelle Hilfe beim Waschen, Ankleiden und der Medikamentengabe. Darauf geht der Pflegedienst selten ein. Ein Besuch dauert meist nur 10 Min.weil sich der Pflegedienst auf meine geistig Behinderte Schwester verlässt. Eine 24 Stunden Bereitschaft wird großzügig angeboten aber wenn es darauf ankommt, ist der Pflegedienst nicht zuständig. Darüber bin ich sehr verärgert und werde einen anderen Pflegedienst suchen.

  13. MoD kommentierte am 20. September 2015 at 17:09

    MD
    ich habe im fortgeschrittenen Alter mein Examen als Altenpflegerin erst vor 3 Wochen im Pflegedienst gemacht. In Bezug auf das Thema muss ich sagen, dass es auch ein Unterschied macht, ob ich 100% arbeite oder eben weniger. Auf die 100% Pflegekräfte wird alles abgeladen, sie leben letztendlich für den Pflegedienst. Leider ist es aber auch so, dass es immer Mitarbeiterinnen geben, die diesen Zeitdruck brauchen und ihre Bestätigung darin sehen, schnell zu fahren und zu pflegen. So werden Touren mit 20 und mehr Pt zusammengestellte und die nächste Pk steht unter Druck, das Gleiche in der gleichen Zeit zu schaffen. Die "Schnellen" machen sich so zur Nummero Uno, d.h. unentbehrlich. Andere die mit Empathie pflegen möchten werden nicht geschätzt, da dies nicht Arbeitgeber freundlich ist. Wenn die Schnellen nicht aktzeptiert würden oder jeder eine Grenze einhielte würde auch weniger Konkurrenzkampf unter Mitarbeiter entstehen.

  14. Mariola Endres kommentierte am 24. Juli 2015 at 18:20

    Sie nennen mit Ihrem anschaulichen Beitrag die möglichen Problematiken innerhalb der Pflegebranche beim Namen.

    Der Pflegekräftemangel in Verbindung mit dem demographischen Wandel verhindert leider immer mehr den Erhalt der Pflege-Qualität und auch der Menschlichkeit. Sowohl der Pflegende als auch der Pflegebedürftige leidet unter diesem Verfall von pflegerischer Wertigkeit und menschlichem Umgang.

  15. kleinvan kommentierte am 27. Februar 2015 at 18:47

    Das Personal kann hier nicht viel bewirken, nur schriftlich melden sollte man dies.
    Sollte die Redaktion hier Infos – Bilder – Zeugen, was auch immer "sinnvoll" zum Wohle der Patienten und Pfeger/innen nutzen wollen, stehe ich gerne zur Verfügung!

  16. xxx kommentierte am 18. Mai 2014 at 18:44

    Leider stimmt anscheindend alles…Ich arbeite bereits seit 20 Jahren ambulant als Krankenschwester (meist sehr gern) und fühle mich ebenfalls zunehmend frustriert duch die extreme Arbeitsverdichtung, das Handy, das die eingeplanten Minuten ständig anzeigt, die Parkplatzsucherei…Eine gewünschte und geforderte Fachlichkeit sollte endlich angemessen im Zeitwert und in der Vergütung berücksichtigt werden!

    Sonst steige ich auch aus.

  17. Martina kommentierte am 6. Januar 2014 at 22:51

    Gut, dass die Missstände beim Namen genannt werden .

    Obiges ist nur die Spitze des Eisberges.

    Es sollten individuelle Bücher darüber verfasst werden.

    Das personal muss sich zusammentun.

    Die interne Schweigepflicht sollte umgewandelt werden.

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