Rente mit 64: Abschlagsfrei in Rente gehen?

Rente mit 64Um es vorweg zu nehmen: Wer vor dem eigentlich gesetzlich vorgesehen Renteneintrittsalter in den Ruhestand gehen möchte, muss erhebliche Abschläge von seiner Rente in Kauf nehmen. Doch bei entsprechenden Arbeitsjahren und Rahmenbedingungen gibt es Optionen.

Der reguläre Beginn der gesetzlichen Altersrente

Der Gesetzgeber hat mit seiner Reform im Jahre 2006 zur Heraufsetzung des Rentenalters dafür gesorgt, dass das reguläre Renteneintrittsalter nunmehr bei 67 Jahren liegt. Allerdings wurde damals eine Übergangsregelung geschaffen, um die Folgen dieser drastischen Erhöhung des Erstbezugs der Rente von drei Jahren etwas abzumildern. Diese bewirkt eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters, dabei erhöht sich diese Grenze für jeden Jahrgang.



So dürfen zum Beispiel Angehörige des Jahrgangs 1960 in einem Lebensalter von 66 Jahren und 4 Monaten in Rente gehen. Alle Männer und Frauen, die im Jahre 1964 geboren oder später geboren wurden, erreichen jedoch erst mit Vollendung des 67. Lebensjahres das Regeleintrittsalter in die gesetzliche Rente.

Ausnahme: Die Rente mit 63

Im Jahre 2014 trat das Gesetz über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung in Kraft. Auf Basis dieser Regelungen können langjährig Versicherte bereits mit Vollendung des 63. Lebensjahres in den Ruhestand gehen, ohne dass dies zu einer Kürzung Ihrer Bezüge aus der gesetzlichen Altersversorgung führen würde. 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung stellen die Voraussetzung dar, um in den Genuss dieses Privilegs zu kommen.



Allerdings ist die in den Medien weit verbreitete Bezeichnung Rente mit 63 leicht irreführend. Denn auch bei dieser Regelung erfolgt eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters. Dabei bildet genau wie bei der regulären Altersrente der Jahrgang 1964 die Grenze, ab der schließlich das endgültige Renteneintrittsalter gelten soll. Bei der vorgezogenen, abschlagsfreien Rente beträgt es lediglich 65 Jahre.

Daraus folgt auch: Wer im Jahre 1958 geboren ist und 45 Jahre Beitragszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen kann, hat die Möglichkeit, mit genau 64 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen.

Die Rente mit 64 für alle anderen: Möglich, aber teuer

Rente mit 64 abschlagsfreiWer nicht zu den Glücklichen gehört, die aufgrund einer großen Anzahl an Beitragsjahren in den Genuss der abschlagsfreien Rente mit 64 Jahren kommt, kann dennoch dem Erwerbsleben früher als eigentlich gesetzlich vorgesehen Lebewohl sagen. Grundsätzlich haben Arbeitnehmer wie vor der Rentenreform das Recht, mit 63 Jahren in Rente zu gehen. Sie müssen dafür lediglich die Voraussetzung erfüllen, insgesamt 35 Jahren in die Rentenkasse eingezahlt zu haben. Für den vorzeitigen Rentenbeginn müssen Arbeitnehmer, die mit 64 Jahren ihr Rentnerdasein beginnen möchten, einen Abschlag in Höhe von 0,3 Prozent für jeden Monat hinnehmen, den sie früher Rente beziehen.



Es hängt also bei dieser Personengruppe bis zum Jahrgang 1964 vom Alter ab, wie hoch dieser Abschlag ausfällt. Ab der Rentnergeneration der 1964er beträgt er ausgehend vom derzeitig geltenden Renteneintrittsalter 0,3 Prozent multipliziert mit 36 Monaten also 10,8 Prozent, da genau drei Jahre vorzeitig mit dem Rentenbezug begonnen wird. Angesichts des sowieso niedrigen Rentenniveaus, das bei vielen Ruheständlern ein halbwegs auskömmliches Leben kaum ermöglicht, erscheint dies als große Härte.

Hinweis: Die Entscheidung für einen vorzeitigen Rentenbeginn kann nicht revidiert werden. Die Abzüge bleiben in jedem Fall bestehen.

Und wie ist Ihre Meinung zur Rente mit 63? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Diskutieren Sie in unseren Leserkommentaren (weiter unten) mit!

Bildquelle: JiSign & beeboys – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Heinz Wilberg kommentierte am 1. Oktober 2018 at 10:57

    Hallo , bin 10.08.1959 geb. habe nächstes Jahre meine 45 Jahre voll . Wenn ich richtig Informiert bin muss ich bis 66 + 2 Monate arbeiten .Somit hätte ich 51 Jahre gearbeitet . Wann kann ich frühestens ohne Abzüge in Rente , oder muss ich voll durcharbeiten . Danke und Gruß Heinz

  2. Anonymous kommentierte am 5. April 2018 at 6:41

    Ich bin mit 60 „Rentner“ geworden.
    Krankheitsbedingt.
    Nach mehreren Reha-Maßnahmen und Operation wurde Ich
    für Voll-Erwerbsgemindert erklärt.
    Ich bin bestimmt Nicht mit Absicht Krank geworden,werde aber
    Zusätzlich noch mit
    10,8% Abschlag bestraft.
    Nach 40 Jahren Ununterbrochener Arbeit und Beitrags-Zahlung.

    Toll,Nicht?

    • Peter kommentierte am 14. August 2018 at 6:44

      Das du krank bist tut mir leid und den Abschlag finde ich auch nicht gut und richtig. Mich trifft es leider noch schlimmer. Meine Frau ist ein Pflegefall und wenn ich nach 47 Jahren in Rente gehe muss sie leider in ein Pflegeheim. Da ich das leider nicht bezahlen kann, darf ich von meiner Rente nur den Harz 4 Satz behalten. Das sind auch keine rosigen Aussichten.

  3. Wiedemann Werner kommentierte am 4. April 2018 at 20:32

    Dieses Jahr arbeite ich 40 Jahre, momentan denke ich mir wie lange kann ich noch arbeiten da meine Gesundheit nicht mehr die beste ist.
    Ich denke es ist die Plicht der Politik sicherzustellen dass Menschen die lange Zeit für
    die Gesellschaft gearbeitet und (Einkommenssteuuern/Rentenversicherungen/Pflegeversicheruungen/ Krankenversicherungen bezahlt haben), egal welchen Berufs die Möglichkeit zu geben ein menschenwürdiges Leben zu führen und nicht auf Sozialhilfe oder ähnliches angewiesen sein zu müssen.

    Wer im Leben erfolgreich ist, kann es nur sein mit und auf Kosten anderer.

    Indirekt mitgeholfen Menschen die unser Land oder unsere Betriebe lenken erfolgreich zu machen und nach 45 oder 50 Jahren Arbeit am Existenzminimum ?

  4. m.h. kommentierte am 23. Januar 2018 at 11:00

    Ich empfinde es als beschämend, was mit dem einfachen Arbeitnehmer in Punkto Rente gemacht wird. Ich bin Jahrgang 1974, ich muss bis 2041 arbeiten, dann habe ich 52 Jahre meines Lebens auf Steuerkarte gearbeitet.

    Das Bonbon kommt noch: Ich „darf“ meine Rente zu 100% versteuern. Das Rentenniveau wird auf 42% sinken, das Pensionsniveau der Beamten liegt bei rund 72%. Rosige Aussichten sind das nicht.

    • Anonymous kommentierte am 30. März 2018 at 5:34

      der normale Arbeiter ist der dumme, Beamte werden belohnt …für was eigentlich!!!
      vor dem Gesetz sind doch alle gleich oder etwa nicht. Beamte bekommen auch 13 Monate Pension, das muss ja auch bezahlt werden. Gerechtigkeit in Deutschland gibt es nicht und wird es niemals geben… Beamtenstatus weg. Jeder soll in die Rentenkasse einzahlen, warum muss ein Beamter 3000 und mehr Pension bekommen ein normaler Arbeiter bekommt nach 45 Beitragsjahren grade mal 1150 Euro

      • Anonymous kommentierte am 29. August 2018 at 10:58

        Es war leider schon immer so das der Beamte an sich gegenüber dem „normalen“ Arbeinehmer im Vorteil ist, daran wird sich in auch in Zukunft nichts ändern da die Gesetzeslage zur Rente von Beamten zurechtgeschustert wir. Ich selbst habe 47 Jahre im Schichtdienst gearbeitet, ich bekomme ein Rente von ca. 1500€, mein Bruder war zehn Jahre lang Beamter im Strafvollzugsdienst, danach konnte er aus „Gesundheitlichen Gründen“ nicht mehr. Mein Bruder bekommt nach Zehn Jahren als Beamter: 2050€ Pension, ich denke mal das sagt eigentlich alles!!!

      • Nick kommentierte am 31. August 2018 at 12:26

        12 Monate Versorgungsbezüge und kein 13. Monatsgehalt! Dazu volle Besteuerung LSt wie im Arbeitsleben, 320 Euro Krankenkassenbeitrag PKV, Pflegeversicherung muss doppelt gezahlt werden an PKV UND an die Beihilfe! Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld und Zulagen gestrichen und seit Jahren nicht erhalten. Gehaltserhöhung nach Tarifverhandlungen um 1,2% erhalten. Inflation nicht eingerechnet. Ist auch nicht so rosig, wenn man abbezahlen muss.

  5. Anonymous kommentierte am 12. Januar 2018 at 18:50

    Es ist traurig wenn man 45 jahre gearbeite hat egal in welchen Jahr man geboren ist sollte man in Abschlag frei in Rrente gehen dürfen – so muss ich vier Jahre und zwei Monate länger Arbeiten

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