Rente mit 65: Voraussetzungen, Tipps und Abzüge

Rente mit 65Die Erhöhung des Renteneintrittsalters trifft viele Menschen unangenehm und deutlich. Den Traum von der Rente mit 65 müssen Sie allerdings nicht unbedingt aufgeben. Denn es gibt Lösungen und Möglichkeiten die Rente mit 65 ohne Abzüge zu bewerkstelligen. Allerdings gilt dies nicht für alle Arbeitnehmer und für alle Situationen. Sich umfassend im Vorfeld zu informieren und sich somit auf die eigene Rente vorzubereiten ist enorm wichtig.

Die Rente mit 65 oder das neue Renteneintrittsalter?

Mit der Veränderung des Rentenalters hat sich die Arbeitszeit für viele Angestellte deutlich verlängert. Wer nach dem Jahr 1964 geboren wurde, muss regulär bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten. Wer jedoch älter ist, kann die Zeit bis zur Rente prozentual verkürzen.



Dennoch möchten sich viele Menschen mit dem neuen Renteneintrittsalter nicht abfinden. Vor allem in körperlich fordernden Berufen kann es schnell zu Problemen im Alter kommen. Der Traum vieler Menschen ist und bleibt somit die Rente mit 65. Doch eine Rente mit 65 ohne Abzüge zu erhalten ist schwierig. Denn hierfür müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden.

Die Voraussetzungen für die Rente mit 65 ohne Abzüge

Rente mit 65 VoraussetzungenUm das eigene Renteneintrittsalter auf 65 Jahre abzusenken ohne dabei Abzüge in Kauf nehmen zu müssen, müssen die Versicherten insgesamt 45 Jahre an Beitragszeit nachweisen können. Das bedeutet, dass über einen Zeitraum von 45 Jahren die Pflichtbeiträge in die Rentenkasse vollständig beglichen wurden. Dazu zählen neben dem Arbeitseinkommen auch die Zeiten des Wehrdienstes, des Zivildienstes und der Bezug von Arbeitslosengeld 1. Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Denn folgende Zeiten werden nicht als Beitragszeiten angerechnet:

  • Der Bezug von Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld 2
  • Der Bezug von Krankengeld
  • Zeiten der Kindererziehung
  • Die Versorgung von Pflegebedürftigen

Somit ist es für sehr viele Menschen sehr schwer, die notwendigen Beitragszeiten von 45 Jahren zu erreichen.

Mit welchen Abzügen müssen Sie rechnen



Wenn Sie diese Voraussetzungen nicht erfüllen und dennoch Ihre Rente mit 65 genießen möchten, müssen Sie mit lebenslangen Abzügen auf Ihre Rente rechnen. Die Abzüge betragen pro Monat, welchen Sie früher mit der Arbeit aufhören möchten 0,3 Prozentpunkte Ihrer Rente. Wenn Sie also die Rente mit 65 wünschen und nach dem Jahr 1964 geboren wurden, müssen Sie monatlich auf 14,4 Prozent Ihrer Rente verzichten. Dennoch nutzen viele Menschen diese Möglichkeit, denn auch die Abzüge bei der Rentenzahlung können deutliche Vorteile bieten.

Vorteile bei Abschlägen bei der Rentenzahlung

Da die Rente mittlerweile versteuert werden muss, kommt es vor allem auf die Höhe der Rentenzahlung an, ob Sie unterhalb des gesetzlichen Freibetrags bleiben oder einen Teil Ihrer Rente versteuern müssen. Dementsprechend sollten Sie gemeinsam mit einem Fachmann die Möglichkeiten gründlich abwägen und berechnen, welches Modell Ihnen mehr Vorteile bietet.

Es kann durchaus sein, dass sich durch eine Verkürzung der Arbeitszeit und eine somit geringere Rente nur ein geringer Verlust für Sie ergibt. So können Sie Ihre Rente bereits mit 65 Jahren genießen und müssen nicht im schlimmsten Fall bis 67 arbeiten.

Hinzu kommt, dass auch die Versteuerung der Rente zunächst an das Datum des Renteneintritts gekoppelt ist. Wenn Sie durch einen früheren Renteneintritt vor dem Jahr 2040 in Rente gehen können, sparen Sie nochmals deutlich, da nur ein geringerer Teil der Rentenzahlung überhaupt versteuert werden muss.

Rentenabschlag durch Ausgleichszahlung minimieren

Sollten Sie in der unglücklichen Lage sein, dass Sie die 45 Beitragsjahre nicht erreichen werden und dennoch die Rente mit 65 ohne Abzüge genießen möchten, so müssen Sie im schlimmsten Fall viel Geld in die Hand nehmen. Denn durch eine einmalige Ausgleichszahlung können Sie wichtige Rentenpunkte hinzukaufen und somit die Höhe Ihrer Rente deutlich beeinflussen.

Rente mit 65 beantragenDie Voraussetzungen hierzu sind einfach: Sie müssen zunächst eine besondere Rentenauskunft über die voraussichtliche Minderung der Altersrente bei der Rentenversicherung beantragen. Dies können Sie ab einem Alter von 55 Jahren problemlos durchführen. Anhand dieser Basis kann nun die Höhe der Ausgleichszahlung vom Experten berechnet werden. Auch hier gilt wieder: Rechnen Sie alle Eventualitäten durch und überlegen Sie, welche Wahl optimaler erscheint. Denn der einmalige Verlust des eigenen Geldes wiegt sich bei entsprechend langen Rentenbezügen positiver für Sie aus.



Sie erhalten also bei statistischen 20 Jahren Rentenzahlung insgesamt einen höheren Betrag als Sie eingezahlt haben. Die Entscheidung hängt zusätzlich von Ihrem Gesundheitszustand und den Lebensumständen ab. Denn nicht jeder hat die Möglichkeit eine so hohe Ausgleichszahlung problemlos zu realisieren, dass eine Rente mit 65 ohne Abzüge möglich wird.

Bildquelle: beeboys, zitze & Ralf Kleemann – Fotolia


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