Die Rentenberechnung in 2017: So errechnen Sie Ihre Rente

Rentenberechnung 2017Rund 20 Millionen deutsche Rentner/innen fragen sich im Jahre 2016 genauso wie alle Berufstätigen, die demnächst ihren Ruhestand antreten, ob sich Änderungen bei der Rentenberechnung ergeben. Die Antwort lautet: Grundsätzlich wird die Rente nach der bisherigen Formel berechnet. Allerdings ergeben sich Modifikationen bei der Ermittlung der Höhe der Rente aufgrund von einer veränderten Berechnungsgrundlage des Bruttoentgelts.

Die Formel zur Rentenberechnung (Stand 2017)

Faustformel zur Rentenberechnung der gesetzlichen Rente:

(Gesammelte Rentenpunkte) x (aktueller Rentenwert)

… abzüglich der Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung, sowie der Beträge aus der Einkommensanrechnung

Rentenwert seit 01. Juli 2016 (neue Bundesländer – Rentenpunkte Ost): 28,66 €
Rentenwert seit 01. Juli 2016 (alte Bundesländer – Rentenpunkte West): 30,45 €

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Laut dem Rentenversicherungsbericht 2014, in dem die Entwicklung der Rente in den kommenden Jahren beurteilt wird, wird die Rentenentwicklung folgende Rentenwerte für die nächsten Jahre ergeben:

  • Zum 01. Juli 2017: Alte Länder: 31,11 € | Neue Länder: 28.79 €
  • Zum 01. Juli 2018: Alte Länder: 31,86 € | Neue Länder: 29,51 €

Neuste Entwicklung:

Wie am 22. März 2017 durch das Bundessozialministerium verkündet wurde, werden die Renten zum 01. Juli 2017 in den neuen Bundesländern um 3,6 Prozent ansteigen, im Westen um 1,9 Prozent.

Ganz konkret bedeuten die genannten Zahlen folgendes für die Rentenberechnung: Als Arbeitnehmer bekommt man derzeit auf seinem Rentenkonto 1 Entgeldpunkt gutgeschrieben, sofern man in einem gesamten Jahr das Durchschnittsentgeld von 36.267 Euro (Stand 2017 für die alten Bundesländer) verdient hat.

Hat man beispielsweise bis Rentenbeginn genau 40 Jahre lang immer genau das Durchschnittsentgeld verdient und somit 40 Entgeldpunkte erworben, so lautet die Formel:

40 x 30,45 = 1218,00 EUR monatliche Bruttorente
(abzüglich der Sozialabgaben bei der Rente etc.)

Lesen Sie ergänzend auch unseren Beitrag Rechenbeispiele zur Rente!

Die Grundformel zur Rentenberechnung – auch gar nicht so kompliziert!

Nur wenige Bürger wissen, wie sich die Rentenformel zusammensetzt. Dabei ist die Formel für die Rentenberechnung relativ einfach zu verstehen. Sie lautet:

Monatliche Rente (brutto) = E x Z x R x A

Die Buchstaben stehen dabei für folgende Faktoren:

E: Entgeltpunkte



… die dem Rentenkonto für jedes Jahr der Berufstätigkeit gutgeschrieben werden. Das deutsche Durchschnittseinkommen ergibt einen Entgeltpunkt von 1,0. Wer weniger verdient, bekommt einen entsprechend geringeren Entgeltpunkt. Umgekehrt gilt für Berufstätige mit überdurchschnittlichem Einkommen (bis zur Bemessungsgrenze), dass sie einen höheren Wert bekommen. Der maximale Wert für den Entgeltpunkt liegt bei etwas mehr als 2.

Z: Zugangsfaktor

… der den Zeitpunkt des Renteneintritts berücksichtigt. Für Personen, die genau mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem Erwerbsleben ausscheiden, beträgt der Zugangsfaktor 1,0. Beziehen Versicherte früher Rente, ergibt sich ein Abzug von diesem Wert, gehen sie später in Rente, erhöht er sich. Der Abschlag liegt gegenwärtig bei 0,3 % Prozent je Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme.

R: Rentenart

… die ausgezahlt wird. Der Rentenwert für die gesetzliche Altersrente beträgt 1,0. Bei anderen Rentenarten werden abweichende Werte zur Rentenberechnung angesetzt. So wird die Höhe der Witwenrente mit dem Faktor 0,55 berechnet.

A: Rentenwert

… der sich aus der Beitragszahlung für ein Jahr bei Durchschnittsverdienst ergibt. Da sich der Durchschnittsverdienst jedes Jahr ändert, erfolgt auch jährlich eine neue Festlegung dieses Faktors. Der Rentenwert stellt den Gegenwert eines Entgeltpunktes in Euro dar.

Rentenanstieg 2016/2017 – Ergebnisse einer Rentenberechnung geringer als ursprünglich erwartet?

Berechnung der Rente in 2015Die gute Nachricht für alle deutschen Rentner lautet: Es wird in jedem Fall 2016/2017 eine Rentenerhöhung geben. Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch gleich die schlechte Nachricht erwähnt werden: Der Zuwachs wird deutlich magerer ausfallen, als noch vor kurzem angenommen. Die Ursache für diese Enttäuschung ist eine von der EU vorgeschriebene Änderung des Rentenwertes, der in der obigen Formel mit dem Buchstaben A bezeichnet wird. Er wird im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Summe aller Löhne und Gehälter ermittelt.



Erstmals wirkt sich dabei die Miteinbeziehung von 300.000 Behinderten, die in beschützenden Werkstätten tätig sind, und von 30.000 Personen, die in Berufsbildungswerken beziehungsweise in Einrichtungen der Jugendhilfe arbeiten, aus. Da es sich bei diesen Beschäftigten um Geringverdiener handelt, führt diese Änderung der Berechnung zu einem niedrigeren Rentenwert und damit zu einer geringeren Rentenanpassung in der Rentenberechnung.

Experten gehen allerdings jetzt schon davon aus, dass eine historische Erhöhung der Renten erfolgen wird.

Noch nicht wirklich schlauer geworden? Lesen Sie ergänzend unseren Ratgeber zu Rentenformel und aktuellen Entgeldpunkten.

Bildquellen: zitze, Yuri Arcurs – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Anonymous kommentierte am March 20, 2017 at 4:39 pm

    Das mit der Politik ist eine gute Idee. Warum ist manche Arbeit weniger Wert? Als selbstständiger Handwerksmeister arbeitet man meiner Meinung mehr als manch anderer Mensch. ..Beamter uva .Sie alle bekommen mehr Rente..Ist das richtig ?

  2. Pfeifer Klaus kommentierte am February 28, 2017 at 9:29 am

    Wie sieht das bei Schwerbehinderten mit 50% usw. aus in der Rente? Flexirente usw.

  3. Gerd Sperl kommentierte am February 16, 2017 at 12:36 pm

    Die Rentner sind einfach dumm. Sie sind 20 Millionen in der Bundesrepublik Deutschland und haben keine Lobby. Sie sollten eine eigene Partei gründen, und Ihre Interessen durchdrücken. Stellen sich die Rentner mal vor was Sie bei einer Bundestagswahl mit 20 Mio. Wählerstimmen erreichen und durchsetzen können. Das wäre das Ende der Altersarmut. Eine Partei mit 20 Millionen Mitgliedern. Wer Interesse hat sollte sich mit mir in Verbindung setzen. Meine Tel.Nr. 0160-97687752. Meine Email-Adresse Gerd-Sperl@web.de.

  4. Ein zukünftiger rentner kommentierte am February 5, 2017 at 11:42 am

    Am besten man geht in die Politik dann hat man nach 4 jahren zugehörigkeit keine probleme mit der renteGraf in

  5. Anonymous kommentierte am January 31, 2017 at 1:17 pm

    Wenn Menschen die 40Jahre und mehr in ihrem Leben gearbeitet haben und aufgrund ihres Verdienstes unter monatl. 2000,– € mit einer Rente von 1000,– Euro und weniger – nach allen Abzügen und Versteuerung am aktuellen Leben noch teilnehmen wollen; ist dies unmöglich.

    Ich halte dies nur für eine Unverschämtheit. Ich fühle mich wie viele in dieser Situation einfach von der Regierung im Stich gelassen. Und so superschlaue Sprüche wie: “Arbeit soll sich lohnen” oder ” Man kann den Menschen doch nicht sein Recht auf Arbeit im Alter verwehren”. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller derer, die Ihre Gesundheit und damit damit Arbeitsfähigkeit eingebüßt haben. Es scheint wohl doch gesünder zu sein sein Leben mit einem Kissen als Unterlage am Fensterbrett zu verbringen und die Idioten schmunzelnd zu beobachten, wie Sie mit Ihrer Butterbrotdosen zur Schicht gehen. Ein Hoch dem Bruttosiozalprodukt.

    Oder man verbringt seinen “Arbeitstag” mit der täglichen Börsen- und Kontostand-Information eher ohne körperliche Verschleißerscheinungen mit einem ultra hohen Einkommen den vielleicht erfolgreichen Bemühungen die Steuer zu vermeiden.

    Ich habe noch folgende Aussage in einer Aktionärsversammlung in Erinnerung: “Wer als deutscher Unternehmer nur eine müden Euro an Steuer bezahlt, der hat seine Aufgaben in Sachen Steuerpolitik nicht gemacht.”

  6. Anonymous kommentierte am January 2, 2017 at 1:42 pm

    Alles Gaunerei

  7. Zabel kommentierte am November 21, 2016 at 7:26 am

    Noch schlimmer sind doch die Leute dran die eine Partner ins Heim bringen müssen weil sie die Pflege zu Haus nicht mehr schaffen. Die haben z.B. 48 Jahre gearbeitet und die Heimkosten übersteigen die Rente. Dann wird dir alles genommen und du sinkst bis auf Harz 4 und hast damit genau so wenig Geld wie die Leute die noch nie Gearbeitet haben.

  8. Martina Gesmi kommentierte am September 22, 2016 at 6:15 am

    Ein Entgeldpunkt pro Erwerbsjahr mit Durchschnittsverdienst, na super, wie soll ich diesen Durchschnittsverdienst als Mutter zweier Kinder und mit “nur” einer Berufsausbildung denn bitte erreichen? Mein Mann hat sich schon vor Jahren davongemacht. Der wird später in Saus und Braus leben können…

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