Rente versteuern: Wann und wie Rentner ihre Rente versteuern müssen

Rente versteuernAm 1. Januar 2005 trat das Alterseinkünftegesetz in Kraft und sorgt nun dafür, dass Sie als Rentner einen Teil Ihrer Rente versteuern müssen. Diese Rentensteuer ist vor allem abhängig vom Jahr Ihres Renteneinstiegs und der Höhe Ihrer Rente. Vor allem dann, wenn Sie frisch in Rente gehen, sind Sie aktuell bereits in Gefahr Ihre Rente versteuern zu müssen. Aus diesem Grund sollte jeder Rentner nicht nur seinen Rentenfreibetrag kennen, sondern auch genau wissen, wann und in welchem Maße die Rente zu versteuern ist.

Das neue Alterseinkünftegesetz und die Steuern

Der Anteil der Rente, der versteuert werden muss, hängt ausschließlich vom Datum Ihres Renteneintritts – also Ihrem Renteneintrittsalter – ab:

Wer vor dem Jahr 2005 in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent der eigenen Rente versteuern. Bis zum Jahr 2020 steigt dieser Satz jeweils um 2 Prozentpunkte an. Zwischen 2020 und 2040 steigt der Satz um jeweils einen Prozentpunkt pro Jahr an, bis Rentner im Jahr 2040 ihre Rente zu 100 Prozent versteuern müssen.


Allerdings ist die Berechnung ein wenig trickreicher. Denn der Rentenfreibetrag wird nicht jährlich nach der aktuellen Rente berechnet, sondern basiert immer auf der Rentenzahlung des ersten Jahres. Wenn Sie also bei Renteneintritt im Jahr 2004 eine Jahresrente von 18.000 Euro erhalten haben, so müssen Sie 9000 Euro davon versteuern. Hat sich die Höhe Ihrer Rente im Laufe der Zeit durch die automatischen Rentenanpassungen vergrößert, so steigt der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente an. Nehmen wir an, Sie erhalten mittlerweile im Jahr 2016 eine Jahresrente von 20.000 Euro. Der Rentenfreibetrag bleibt allerdings bei den 9000 Euro zu Rentenbeginn. Sie müssen also nun 11.000 Euro Ihrer Rente versteuern. Somit kann gesagt werden, dass alle Rentenerhöhungen der Jahre nach 2005 in voller Höhe versteuert werden müssen.

Rente versteuern: Grundlagen der Versteuerung

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Versteuern der Rente ist der sogenannte Grundfreibetrag. Dieser verändert sich von Jahr zu Jahr und wird regelmäßig angehoben und angepasst. Folgender Tabelle entnehmen Sie die aktuellen Werte des Grundfreibetrags:

Entsprechendes Jahr Grundfreibetrag für Ledige Grundfreibetrag für Verheiratete
2016 8.652 Euro 17.304 Euro
2015 8.472 Euro 16.944 Euro
2014 8.354 Euro 16.708 Euro
2013 8.130 Euro 16.260 Euro
2012 8.004 Euro 16.008 Euro
2011 8.004 Euro 16.008 Euro
2010 8.004 Euro 16.008 Euro
2009 7.834 Euro 15.668 Euro
2008 7.664 Euro 15.328 Euro
2007 7.664 Euro 15.328 Euro

Liegt die Summe Ihrer zu versteuernden Rente unterhalb des Grundfreibetrages, so müssen Sie diese Rente nicht versteuern. Liegt der zu versteuernde Anteil der Rente allerdings über dem Grundfreibetrag, so müssen Sie als Rentner in Zukunft eine Steuererklärung abgeben und auf die Einkünfte Steuern zahlen, welche den Grundfreibetrag überschreiten.

Immer wieder kommt es vor, dass Rentner vom Finanzamt aufgefordert werden eine Steuererklärung abzugeben. Auch wenn Ihre Rente den Grundfreibetrag nicht überschreitet, sollten Sie der Aufforderung des Finanzamtes schnellstmöglich nachkommen. Sollten Sie nicht reagieren, so schätzt das Finanzamt Ihre Einkünfte, was oftmals mit erheblichen Nachzahlungen für die Rente verbunden ist. Wenn sich das Finanzamt meldet, sollten Sie auch als Rentner schnell reagieren und die benötigte Erklärung einreichen.

Wie wird die Rentensteuer berechnet

Rentensteuer berechnenWenn Sie als Rentner eine Steuererklärung ausfüllen müssen, benötigen Sie in der Regel den sogenannten Anpassungsbetrag. Mit diesem Anpassungsbetrag berechnet das Finanzamt den steuerpflichtigen Anteil Ihrer Brutto-Jahresrente. Da dieser Betrag nicht einfach zu berechnen ist, aber für Ihre Steuererklärung benötigt wird, können Sie sich den Anpassungsbetrag direkt von Ihrer Rentenversicherung bescheinigen lassen. Über die Rentenversicherung erhalten Sie außerdem eine genaue Aufstellung Ihrer Jahresbrutto-Rente und Ihrer Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Die Höhe Ihrer Steuerzahlungen hängt von der Höhe Ihrer Einkünfte ab. Das progressive Steuersystem in Deutschland bietet hierbei verschiedene Steuerhöhen an.

  • Jahreseinkommen bis 8652 Euro: Keine Einkommenssteuer
  • Jahreseinkommen bis 13.469 Euro: 1 – 7,2 Prozent Einkommenssteuer
  • Jahreseinkommen bis 52.881 Euro: 7,2 bis 26,5 Prozent Einkommenssteuer
  • Diese Progression setzt sich weiter fort bis zum Spitzensteuersatz von 45 Prozent

Steuer-Tipps für Rentner – so zahlen Sie weniger



Ob Sie nun aufgrund Ihrer hohen Rente bereits Steuern zahlen müssen oder Rentenabzüge aufgrund einer Nebenbeschäftigung hinnehmen – auch als Rentner haben Sie die Möglichkeit Ihre Steuerlast legal zu senken. Dank verschiedener Freibeträge können Sie somit eine Steuerzahlung mindern oder sogar umgehen. Von der Rentensteuer absetzen können Sie unter anderem:

  • Sonderausgaben
  • Außergewöhnliche Belastungen
  • Werbungskosten
  • Altersentlastungsbetrag

Sonderausgaben sind dabei unter anderem Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Zahlungen an die private Haftpflichtversicherung und Spenden. Auch die außergewöhnlichen Belastungen können Ihre Rentensteuer deutlich senken.

Absetzen lassen sich unter anderem Arzt- und Medikamenten-Rechnungen, Krankheitskosten, Kosten für ein Pflegeheim oder auch Beerdigungskosten. Der Altersentlastungsbetrag hängt von Ihrem Geburtsjahr ab und wird anhand dessen berechnet. Insgesamt können Sie mit dem Altersentlastungsbetrag Ihr zu versteuerndes Einkommen um bis zu 1.900 Euro im Jahr senken. So wird die Rentensteuer deutlich angenehmer.

Bildquelle: Ralf Kleemann & Yuri Arcurs – Fotolia


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
2.57 von 5 Punkten, basierend auf 28 abgegebenen Stimmen.


Bewerten Sie diesen Artikel - Hinterlassen Sie gerne auch ein Kommentar!
Loading...


Stiftung Warentest Hinweis

Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Reinhold Hörl kommentierte am February 1, 2017 at 11:04 am

    Reinhold Hörl
    Bericht sehr gut und ausführlich erklärt. Danke

  2. Anonymous kommentierte am January 19, 2017 at 8:40 am

    Die nachträglichen Änderungen der Versicherungsbedingungen, hier die Streichung der Ausbildungszeiten wie Studium, ist Betrug am steuerzahlenden Bürger.

Kommentar schreiben

(auch anonym möglich)

Hier haben Sie die Möglichkeit den Beitrag (wenn Sie mögen anonym) zu kommentieren und Ihre Erfahrungen und Meinungen zu schildern. Wir freuen uns über jeden Kommentar!