Rente für Geringverdiener: Neue Regierung diskutiert Rentenpläne

Rente für GeringverdienerIn den Sondierungsgesprächen zur neuen Regierungsbildung haben sich die die Experten von CDU/CSU, FDP und Bündnis90/Die Grünen nun auch mit dem Themenbereich Rente beschäftigt. Dabei soll es ähnlich wie in Schweden bald eine „Rente für Geringverdiener“ geben. Außerdem sollen private Altersvorsorge und Erwerbsminderungsrente gestärkt werden.

Geringverdiener-Rente: „Uns eint der Wille“

Die auf den Bereich Rente und Soziales spezialisierten Unterhändler der Koalitionsparteien haben sich im Themenfeld „Arbeit, Soziales, Gesundheit und Pflege“ auf erste Grundsätze geeinigt. So liege der „Rheinischen Post“ ein Arbeitspapier vor, in dem es wörtlich heisse: „Uns eint der Wille, dass jemand, der länger gearbeitet hat, im Alter mehr haben soll als die Grundsicherung“. Aktuell beläuft sich der bundesweite Regelsatz der sogenannten Grundsicherung auf monatlich 347 EUR. Viele Beobachter und Betroffene kritisieren diesen Satz als viel zu gering angesichts der steigenden Lebenserhaltungskosten in der Bundesrepublik.

Im letzten Wahlprogramm von Bündnis90/Die Grünen war zu lesen, dass das Ziel sei, dass nach heutigem Stand Rentner mindestens 850 Euro über die gesetzliche Rentenversicherung erhalten, wenn sie 30 Versicherungsjahre nachweisen können. Ob sich dies in Verhandlungen mit den konservativen und wirtschaftsliberalen Koalitionären halten wird, bleibt abzuwarten.

Verbesserung der Erwerbsminderungsrente ebenfalls gepant

Neben der Rente für Geringverdiener soll es auch bei der Erwerbsminderungsrente, die an Personen gezahlt wird, die vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aufgrund von teilweiser oder voller Berufsunfähigkeit ihre Arbeit niederlegen, Verbesserungen geben.

Rente für Geringverdiener EMJeder, der in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat und die letzten fünf Jahre vor Antragsstellung berufstätig, sowie mindestens drei Jahre in einer rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung tätig war, hat aktuell Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Die Höhe orientiert sich dabei an den bis dato eingezahlten Rentenpunkten, die entsprechend bis auf das vermeintliche Renteneintrittsdatum hochgerechnet werden. Auch hier klagen Betroffene über viel zu karge Rentenbezüge.

Private Altersvorsorge: bessere Anlagemöglichkeiten, mehr Verbraucherfreundlichkeit

Nachdem vorallem die Riester Rente sich immer mehr als für den Verbraucher wenig effektives Geschenk an die Versicherungslobby entpuppt, will die neue Koalition aus CDU/CSU, FDP und Bündnis90/Die Grünen die Möglichkeiten privater Altersvorsorge verbessern. Bereits in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2017 haben besonders CDU/CSU und FDP auf die Stärkung der privaten Altersvorsorge gepocht.

Rentenkomission soll bis Ende 2019 tätig werden

Die vorläufigen Koordinaten zur geplanten Richtung in der Rentenpolitik und einer „Rente für Geringverdiener“ sollen durch eine Rentenkomission bis Ende 2019 in einem Konzept vertieft werden. Da der Einsatz von Komissionen ein beliebtes Mittel ist, um Entscheidungen aufzuschieben, müssen deutsche Rentner sich demnach wohl noch gedulden, bevor neue Rentenreformen spruchreif werden.

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Bildquelle: Ralf Kleemann – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Anonymous kommentierte am 14. November 2017 at 10:14

    Das man von den bisschen Rente
    Auch noch Steuern bezahlen muss !
    12% !!!

  2. Sigrun kommentierte am 14. November 2017 at 6:45

    Wenn bei den Renten nicht endlich etwas getan wird, wird die AfD weiter an Stimmen gewinnen. Es liegt doch auf der Hand, dass unzufriedene Menschen Protestparteien wählen – und es sind besonders die Rentner und baldigen Rentner, die auf die staatlichen Leistungen angewiesen sind. Und deren Angehörige bekommen ja auch mit, wie es denen geht. Eine Rente für Geringverdiener ist längst überfällig und sollte eigentlich ganz oben auf der Agenda der Sonderungsgespräche stehen.

    • Rainer kommentierte am 14. November 2017 at 17:09

      Solange wie die AG respektlos gute Arbeit schlecht bezahlen, werden wir immer wieder über Geringverdiener und Sozialfälle reden und reden und reden…u.s.w.

  3. E.Menzel kommentierte am 12. November 2017 at 15:04

    E. Menzel, Brandenburg

    Wir alle sollten uns mit Nachdruck für das bedingungslose Grundeinkommen stark machen. Unglaublich wie viel Geld dabei verbraucht wird hin und her zu rechnen, wer wann, wie viel eingezahlt hat. Und oben ist der große Sebstbedienungsladen offen!

  4. Jörn Sommer kommentierte am 12. November 2017 at 6:48

    Lächerlich! Die Probleme sind seit Jahren bekannt und die Zahl der von Altersarmut betroffener steigt täglich. Wieso soll eine Rentenkomission jetzt bis Ende 2019 (!) aktiv werden – das ist doch blanker Hohn… diese Regierung wird den bürgerfernen Kurs der letzten Jahre einfach fortsetzen und die Wahlversprechen von Grünen und FDP werden wie alle Wahlversprechen einfach verpuffen…

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