Kreditkartenbetrug vorbeugen: Die größten Gefahren für Privatleute

KreditkartenbetrugDer Kreditkartenbetrug nimmt zu – auch durch Online-Kriminelle. Im Jahr 2012 betrug der verursachte Schaden durch Betrügereien mit EC- und Kreditkarten mehr als 1,3 Milliarden Euro. Aber es gibt Methoden, mit denen man sich schützen kann.

Leichtsinn trifft Trickreichtum

Dass der Betrug mit Kreditkarten zunimmt hat zwei zentrale Gründe. Zum einen werden die Betrüger immer origineller und einfallsreicher. Zum anderen gibt es noch immer viele Menschen, die sich der Gefahren nicht bewusst sind und zu leichtsinnig agieren. Meist reicht es, aufmerksam zu sein, um nicht Opfer von Kriminellen zu werden.

Mit einigen simplen Maßnahmen kann man vorsorgen und verhindern, dass die Verluste allzu groß werden, wenn man in die Falle tappt. Eine sichere Option ist stets die Prepaid-Kreditkarte. Im Gegensatz zu einer normalen Kredit- oder EC-Karte muss sie vorher mit einem fixen Betrag aufgeladen werden. Über diesen Betrag hinaus ist die Karte wertlos. Wenn man regelmäßig auflädt, kann man den verfügbaren Betrag niedrig halten und so eventuelle Verluste minimieren.

Kreditkartenbetrug vorbeugen: Limits und regelmäßige Kontrolle

Kreditkartenbetrug vorbeugenAber auch mit normalen Kredit- und EC-Karten ist das möglich. Man sollte grundsätzlich ein Limit einrichten und sich dabei an den eigenen finanziellen Möglichkeiten orientieren. Dazu fragt man sich: Wie hoch darf ein Verlust (oder eine Ausgabe) monatlich maximal sein, damit ich nicht in finanzielle Schwierigkeiten komme? Das hilft außerdem dabei, die eigenen Ausgaben unter Kontrolle zu halten und teure Impulskäufe zu vermeiden. Wenn aber am ersten Tag des Monats die Kreditkartendaten in die falschen Hände geraten, kann es dennoch sehr unangenehm werden, wenn Kriminelle das Konto leerräumen. Daher sollte man zusätzlich ein Tageslimit einrichten: einen Höchstbetrag, über den pro Tag verfügt werden kann. Beide Maßnahmen schützen einen vor unvorhergesehenen Verlusten.

Die geläufigsten Tricks der Kreditkartenbetrüger

Aber natürlich ist es auch dann noch sinnvoll, aufmerksam zu bleiben und auf seine Daten zu achten. Daher besprechen wir im Folgenden die am weitesten verbreiteten Tricks:

  • Skimming

    Beim Skimming werden Geldautomaten und Kartenlesegeräte manipuliert. Die Betrüger versuchen beispielsweise, per versteckter Kamera PIN-Eingaben aufzuzeichnen und gleichzeitig mit einem manipulierten Kartenschacht den Magnetstreifen zu kopieren. Daher gilt am Automaten immer: Kurz an Kartenschacht und der Tastatur rütteln. Scamming-Geräte sind meist aufgeklebt und lösen sich dann.

    Wenn man so etwas entdeckt, muss man umgehend die Bank informieren. Bei der PIN-Eingabe deckt man zusätzlich mit der freien Hand das Tastenfeld so ab, das Kameras oder in der Nähe stehende Beobachter nichts mehr sehen können. Wenn Sie am Automaten jemand anspricht: Ignorieren sie die Person und beenden Sie mit hoher Konzentration Ihr Geldgeschäft. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand versuchen will, Sie abzulenken, ist hoch!

  • Phishing

    Beim Phishing versuchen die Betrüger im Internet, an Ihre Daten zu kommen. Grundsätzlich öffnet man keine Mails von unbekannten Absendern, öffnet keine Anhänge und klickt auch nicht auf Links!

    Seriöse Unternehmen fordern ihre Kunden niemals per Mail zur Eingabe ihrer Daten auf! Hier ist besondere Vorsicht angebracht, denn die Betrüger werden immer gewitzter. Sie besorgen sich aus Adressdatenbanken die Kundendaten – so können sie ihre Opfer mit Namen ansprechen in täuschend echt wirkenden Fake-Mails.

    Auch wenn eine Mail noch so echt wirkt – rufen Sie das Unternehmen an und fragen Sie persönlich nach, ob die Mail echt ist. Haben Sie keine Scheu, den Kundenservice mit so etwas zu kontaktieren. Dafür ist er da.

    Dasselbe gilt am Telefon: Teilen Sie niemals einem Anrufer Ihre Kartendaten mit – egal, was er Ihnen erzählt, egal wie plausibel die Begründung klingt. Und natürlich dürfen Sie Ihre Kreditkarte niemals Dritten überlassen, auch nicht nahen Verwandten oder Freunden. Denn wenn in einem solchen Fall etwas schiefgeht, haben Sie keinerlei Anspruch auf Schadensersatz, weil Sie grob fahrlässig gehandelt haben!

Sollten Sie trotz allem den Verdacht haben, dass Ihre Karte oder Ihre Daten in die falschen Hände geraten sind, dann lassen Sie die Karte umgehend sperren. Die zentrale Hotline Ihrer Bank ist in der Regel rund um die Uhr erreichbar.

Und wie sind Ihre Erfahrungen mit Kreditkartenbetrug? Haben Sie weiterführende Tipps für andere Leser? Diskutieren Sie in unseren Leserkommentaren (weiter unten) mit!

Recherchequellen

Bildquelle: fotohansel, ASK-Fotografie – Fotolia


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