Zinsentwicklung 2017: Bringt das Jahr endlich Zinserhöhungen?

Zinsentwicklung 2017Verbraucher wie Bankkunden ächzen unter den Niedrigzinsen. Solange die Zinsen niedriger sind als die Inflation, verlieren die Sparer Geld. Jahr für Jahr. Wird es 2017 eine Trendwende bei der Zinsentwicklung geben?

Finanzierungen erschwinglich, Geldanlagen mau

Die Niedrigzinsen haben Vor- und Nachteile. Einerseits haben sie dafür gesorgt, dass man günstige Kredite bekommt und Finanzierungen erschwinglicher wurden. Andererseits sind viele Geldanlageprodukte unattraktiv geworden, weil die Erträge, die sie abwerfen oft unter der Inflationsrate liegen. Unterm Strich verliert man also Geld, das Vermögen der Sparer schrumpft. Der Staat hingegen konnte seine Schulden schneller abbauen.

Zwar gingen Finanzexperten Anfang Januar 2017 davon aus, dass die Zeit der extremen Niedrigzinsen langsam zu einem Ende kommen wird. Ganz sicher ist das aber bislang nicht. Denn die Lage an den Finanzmärkten ist unsicher, nicht zuletzt aufgrund der kaum berechenbaren Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Während sich der Brexit bislang kaum wirtschaftlich bemerkbar gemacht hat, könnte sich das im Laufe der nächsten Monate und Jahre noch ändern. Es kommt ganz darauf an, wie der EU-Ausstieg Großbritanniens genau vollzogen wird und welche neuen wirtschaftlichen Allianzen geknüpft werden.

Zinsentwicklung 2017 Banken zu optimistisch?

Zinsen 2017Im Januar befragte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) 25 Banken zu ihren Erwartungen bezüglich der Zinsentwicklung 2017. Fast alle Institute gehen von einem deutlichen Anstieg der Zinsen aus. Die Zeitung verweist aber auch darauf, dass sich derartige Schätzungen schon im Vorjahr irrten. Sicher ist also nichts.

Relevant ist für die Sparer vor allem das Agieren der Europäischen Zentralbank (EZB), an deren Zinssätzen sich die Banken orientieren.

Dass die EZB den Leitzins nennenswert anhebt ist aktuell nicht zu erwarten. Heißt: Die Zinsen auf Sparguthaben dürften sich auch in diesem Jahr weitestgehend unter der Inflationsentwicklung bewegen und die Sparvermögen dadurch weiter schmälern. Sparbücher und Tagesgeldkonten sind daher als Anlageform kaum zu empfehlen.

Vermögensaufbau zur Altersvorsorge oder wofür auch immer ist in herkömmlicher Weise nicht mehr zu machen. Die Minizinsen oder oft Null-Zinsen haben klassische Produkte, wie Sparbriefe oder Lebensversicherungen vollkommen unattraktiv gemacht. Mit der nun wieder anziehenden Inflation, wird die Situation immer prekärer

… sagt der Börsenexperte Stefan Riße beim Finanzportal OnVista. Er sieht Aktien und Gold derzeit als einzig sinnvolle Investition. Allerdings bergen Aktien vor allem für unerfahrene Anleger enorme Risiken und sind daher kaum zu empfehlen. Die Gefahr, größere Geldmengen zu verlieren, ist hoch.

Ein Horror-Jahr für Sparer?

Zinserhöhungen 2017Das Manager Magazin sieht 2017 gar als „Horror-Jahr für Sparer“: Die EZB wolle den Absturz der südeuropäischen Volkswirtschaften verhindern und nehme daher die für Deutschland ungünstige Lage in Kauf. Das Missverhältnis zwischen Niedrigzinsen und steigender Inflation, so der Tenor, werde erst in diesem Jahr richtig spürbar. Vorerst kann also keine Entwarnung gegeben werden. Die Zinserwartungen bleiben weiterhin verhalten bis schlecht.

Recherchequellen

Bildquellen: Animaflora, Svort & magdal3na – Fotolia


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