9 kleine Lebenshelfer und Kniffe für Senioren

Mit dem Alter kommen zwar oft auch Gebrechen, aber manchmal nur die typischen kleinen Einschränkungen – und genau die kann man auf trickreiche Art umgehen.
Lebenshelfer Senioren
Das Internet mag zwar mit vielen unnötigen Inhalten gefüllt sein. Doch dazwischen finden sich oftmals regelrechte Perlen. Eine davon firmiert unter dem englischen Begriff „Life-Hacks“. Am ehesten lässt dieses Doppelwort noch als „Lebens-Kniffe“ übersetzen. Manchen Senioren dürfte das Ganze auch als „Trick 17“ bekannt sein – also die kleine, charmante Lösung für alltägliche Problemchen. Für den folgenden Artikel haben wir uns nach solchen Kniffen für die Lebenswelt von Senioren umgesehen. Viel Spaß beim Ausprobieren.

1. Der Fruchtsalat ohne Schnittgefahr

Mit nicht mehr ganz so ruhigen Händen mit scharfen Messern zu agieren, das ist im Alter oft der Grund dafür, beim nächsten Apothekengang eine Großpackung Heftpflaster mit in den Einkaufskorb legen zu müssen. Sofern es sich jedoch nicht gerade um wirklich hartes Küchen-Schnittgut handelt, kann man sich auch auf ganz einfache Weise behelfen: Einfach Erdbeeren, Pellkartoffeln und Co. waschen und in einen (stabilen) Eierschneider legen. Einen kurzen Druck später sind die Scheiben bereit, in der Schüssel zu landen und die scharfen Messer können im Block steckenbleiben.

2. Der Such-Staubsauger

Im Seniorenhaushalt ist es alltäglich: Man hat ein kleines Teil in der Hand. Das kann der Ohrringverschluss ebenso gut sein wie Münzen, Batterien (Stichwort Hörgerät) oder Kugelschreiber. Und natürlich haben solche Dinge immer die Tendenz einem aus der Hand zu rutschen und unter Couch, Wohnzimmerschrank und Co. zu landen. Also dorthin, wo man sie selbst mit jugendlichen Kräften kaum erreichen würde oder wo man sie schlicht nicht sieht.

Clevere Senioren bitten in diesem Fall die Dame ihres Herzens nach einem Feinstrumpf. Dieser wird nun über den Staubsaugerkopf gestülpt. Falls er abzurutschen droht, kann er mit ein paar Streifen Tesa fixiert werden. Und dann wird dort, wo das Kleinod liegen könnte, großzügig gesaugt. Der Feinstrumpf verhindert, dass der Gegenstand eingesaugt wird, so kann er ganz komfortabel aufgeklaubt werden.

3. Die Kontakt-Kombi

Mit der Verbreitung weicher, komfortabler Kontaktlinsen steigt auch die Zahl der Senioren, die diese unsichtbare Form der Sehhilfe wählen. Doch so beliebt die Linsen auch sind, sie haben gewisse Pflege-Regeln, die man einhalten muss. Problematisch für das leidgeprüfte Seniorenkonto ist dabei vor allem die Notwendigkeit zu mehreren Flüssigkeiten zwischen Oberflächenreiniger, Kochsalzlösung, Peroxidlösung und Neutralisationslösung.
Dabei geht es auch „all in one“. Einfach beim nächsten Optiker-Besuch eine Flasche Kombilösung verlangen. Damit kann eine Flasche für alle Schritte verwendet werden. Allerdings: Der Tipp gilt für empfindliche Augen nur eingeschränkt. Diese benötigen zumindest für den Desinfektions-Schritt die gründlichere Peroxidlösung.

4. Der Kleiderhaken-Verdoppler

Nicht nur die Damenwelt leidet oft darunter, dass im Kleiderschrank mehr Inhalt als Platz vorhanden ist. Dabei geht es oft weniger um reines Stauvolumen, sondern Unterbringungsmöglichkeiten: Wenn die Kleiderstange bereits voller Kleiderhaken hängt ist sie voll – oder?

Nein, denn tatsächlich kann man gerade an der Querstange den Raum gleich doppelt nutzen. Dazu benötigt es nur die Laschen, die oben auf Getränkedosen sind. Biegt man die ein paarmal hin und her, gehen sie ab. Dann nur noch über den Haken eines Kleiderbügels stülpen und schon kann man daran noch einen zweiten Kleiderhaken befestigen. Allerdings: Die Lasche ist nicht unendlich belastbar. Der Trick sollte also eher für leichte Stücke wie Blusen oder Hemden verwendet werden.

5. Die Schlüssel-Hilfe

Es ist ja schön, dass heute alles so gut gesichert ist, aber muss das dazu führen, dass auch der normale Senioren-Schlüsselbund in seinem Umfang mittlerweile oft eher dem eines Hausmeisters ähnelt? Und dann gleichen sich die ganzen Schlüssel auch noch.

Der folgende Kniff ist nicht nur für sich schon ein Helferlein, sondern trainiert auch noch das Gehirn. Um ihn durchzuführen, braucht es so viele unterschiedliche Nagellacke wie man Schlüssel am Bund hat. Mit je einer Farbe macht man zunächst einen kleinen Farbtupfer rings ums Schloss und dann auf das Griffstück des passenden Schlüssels. Damit entfällt künftig die fummelige Suche und schon nach kurzer Zeit weiß man auch ohne Farbabgleich, welcher Schlüssel zu welchem Schloss gehört – denn Farben können wir uns besser merken als komplizierte (Schlüssel-)Formen.

6. Restaurant-Spartipp

Im Alter lässt oft der Appetit nach. Das ist biologisch begründet und ganz normal. Allerdings führt das bei Restaurantbesuchen auch dazu, dass man buchstäblich Geld zum Fenster hinauswirft: Die Portion, die man serviert bekommt, ist riesengroß, man schafft bestenfalls die Hälfte und muss doch den vollen Preis bezahlen.

Lebenshelfer Senioren

Wer freundlich fragt, wird auch in Restaurants, auf denen sie nicht auf der Karte steht, eine verbilligte kleine Seniorenportion bekommen.

Manche Senioren behelfen sich mit „Kindertellern“ und einige Restaurants bieten auch Seniorenportionen an. Doch selbst wenn nichts davon auf der Karte steht, lohnt es sich absolut immer, danach zu fragen. Die wenigsten Gasthäuser haben ein Problem damit, für den kleineren Seniorenhunger auch eine passende Portion zu kochen – natürlich mit entsprechendem Preisnachlass.

7. Die Spülschwamm-Kompresse

Der Bewegungsapparat ist mit gewachsenem Alter oft ein steter Quell von Zipperlein. Das rechte Knie tut weh und will gekühlt werden, die Bandscheibe verlangt nach Wärme und wenn feuchtkaltes Wetter hinzukommt, machen auch noch die gichtgeplagten Hände Probleme – und im Haus findet sich nur eine Kompresse, die entweder gekühlt oder gewärmt werden kann.

Kein Problem: Einfach beim nächsten Gang in den Supermarkt eine Packung einfacher Spülschwämme und wiederverschließbare Gefrierbeutel kaufen. Die Schwämme macht man unter fließendem Wasser nass, drückt sie aus, steckt sie in die Gefrierbeutel und drückt die Luft heraus. Eine Hälfte wandert ins Eisfach, die andere in eine Schublade, um bei Bedarf für einige Minuten in heißes Wasser gelegt zu werden. Auf diese Weise hat man immer einen Vorrat an kalten bzw. warmen Kompressen, selbst wenn buchstäblich der ganze Körper wehtut.

8. Die Kabel-Rolle

Man muss kein ausgesprochen Technik-affiner Mensch sein, um festzustellen, dass die Anzahl an Kabeln im Haushalt mit jedem Jahr ein wenig mehr wird. Gehören Sie auch zu denjenigen, bei denen die Leitungen dann in „der einen Schublade“ verstaut werden wo sie sich, obwohl man sie sorgsam aufgewickelt hat, binnen kürzester Zeit zu einem chaotischen Knäuel aus Kabelsalat verknoten?

Das lässt sich vermeiden. Einfach die Papprollen von Küchenkrepp und Toilettenpapier sammeln (erstere lässt sich mit der Schere in drei Abschnitte zerteilen). In jede Rolle kommt nur ein aufgewickeltes Kabel. Draußen wird drangeschrieben, bei welchem Gerät es dabei war. Und dann werden die Rollen schön nebeneinander in „die eine Schublade“ gepackt. Braucht man nun ein Kabel, findet man es nicht nur sofort, sondern kann es auch direkt verwenden, weil sich kein Kabelsalat bilden kann.

9. Der Ausleih-Merker

Irgendwann lässt das Gedächtnis nach. Das wird vor allem dann zu einem Problem, wenn man viele Freunde und eine große Familie hat. Kommt folgendes bekannt vor? Der Sohn leiht sich ein Gartenwerkzeug, die Enkeltochter leiht sich ein Fotoalbum für ein Schulprojekt und der Nachbar braucht „nur ganz kurz“ den Rührstab für die Küche. Und wenn man sich nicht genau aufschreibt, wem man was geliehen hat, vergisst man es ruckzuck und fängt dann später an zu suchen – wenn auch die Ausleihenden, wie so oft, an gewissen „Gedächtnisschwächen“ leiden.

Senioren mit halbwegs modernen Handys, alternativ Digitalkameras können sich auch auf anderem Weg behelfen: Einfach von jedem, dem man etwas verleiht, ein Foto mit dem entsprechenden Gegenstand in der Hand machen. Wenn man den Gegenstand das nächste Mal vermisst, einfach die Fotos durchsuchen – dann findet sich der Übeltäter ganz sicher.

Wir hoffen, den ein oder anderen damit auf neue Ideen gebracht zu haben! Fallen Ihnen weitere Kniffe ein? Nutzen Sie gerne unsere Kommentarfunktion!

Recherchequellen

Bildquellen: Andrey Kiselev & pixelrobot (Fotolia)


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