Haushaltstipps: 9 Küchentipps aus Omas Haushaltsbuch

Küchentipps von OmaNeu ist nicht unbedingt besser – gerade in der Küche sind es oft die altbewährten Tricks, die gegen Eingebranntes, Gerüche und Co. besser und oftmals günstiger wirken. Wir haben 9 dieser Tipps für unsere Leser zusammengetragen.

Viele „moderne Menschen“ tendieren dazu, sich bei Alltagsproblemen zu sehr auf die Lösungen ihrer Zeit zu verlassen – ist auf dem Ceranfeld etwas eingebrannt, wird schnell die (teure) Scheuermilch hervorgeholt und damit das Corpus Delicti gereinigt – dabei hätte es auch ein Gemisch aus Wasser und etwas Backpulver getan. Dieses Universalmittelchen war nämlich schon zu Omas Zeiten ein bewährter Helfer im Kampf gegen hartnäckige Verschmutzungen. Und wer glaubt, dass nur Teures bei den typischen Problemen hilft, sollte immer bedenken – unsere Großmütter hatten auch blitzsaubere Küchen und das ohne Glasreiniger, Bodenglänzer und Entkalker.

Die folgenden Tipps zeigen wie es früher gemacht wurde und auch heute noch funktioniert.

  1. Milch am Überkochen hindern
  2. Gerüche bekämpfen
  3. Spül-Abfluss pflegen
  4. Schrauben von Töpfen und Pfannen sichern
  5. Die Küchentapete reinigen
  6. Klemmende Schubladen und Türen gangbar machen
  7. Klebe-Etiketten von Gläsern entfernen
  8. Neue und alte Rotweinflecken entfernen
  9. Wachsflecken entfernen

1. Milch am Überkochen hindern

Milch ist eine der tückischsten Flüssigkeiten überhaupt auf dem Herd. Nicht nur, dass sie rasend schnell überkocht, sie hinterlässt auch beim Anbrennen ziemlich hartnäckige Rückstände – über die sich schon Oma ärgerte. Das liegt daran, dass sich das Milcheiweiß beim Kochen wie ein Netz über die ganze Oberfläche der Milch im Topf legt. Sorgen dann die von unten aufsteigenden Bläschen für Druck gegen dieses Netz, entsteht Schaum, der immer weiter emporquillt. Der Trick, um Milch am Überkochen zu hindern heißt Butter. Damit wird der obere Rand des Topfs dünn eingestrichen. Das verhindert den direkten Kontakt des Schaums mit dem Topfrand, die Gase können entweichen und drücken den Schaum nicht weiter nach oben.

2. Gerüche bekämpfen

Je nach Koch-Aktivität und Zutaten und nicht zuletzt weil hier auch immer die Mülleimer stehen, ist die Küche generell auch ein Hort der weniger angenehmen „Wohlgerüche“. Moderne Küchenchefs würden hier einfach mit chemischen Anti-Geruch-Sprays rangehen – effektiv zweifellos, aber je nach Küchengröße und Umfang der Geruchsbelästigung ein ziemlicher Portemonnaie-Entleerer. Zu den interessanten Eigenheiten von Gerüchen gehört jedoch, dass diese sowohl frei im Raum schweben als auch gebunden werden können – diese Physik hinter dem Geruch kannte Oma zwar nicht, aber sie wusste, mit welchen Hausmitteln sie ihn im erstgenannten Fall „einfangen“ , im zweitgenannten neutralisieren konnte:

  • Das beste Mittel, um freischwebende Gerüche zu binden, ist ein Schüsselchen voll Kaffeesatz, denn es wirkt auf Geruchsmoleküle wie ein Magnet – einfach für einige Stunden in die Nähe der „Gestanksquelle“ stellen
  • Haben sich die Gerüche bereits festgesetzt, sind Säuren die besten Helfer. Dazu das betreffende Teil mit Essig- oder Zitronenwasser einsprühen, etwas einwirken lassen und feucht abreiben
  • Und wenn gar nichts anderes mehr hilft, kommt einmal mehr Backpulver zum Einsatz – damit die stinkende Stelle unter einer Schicht davon „begraben“ und eine Nacht stehen lassen.

3. Spül-Abfluss pflegen

Über die Spüle und vor allem die Spülmaschine werden die Rohrleitungen des Abflusses dauerhaft mit Dingen gefüllt, die dort gar nicht hineingehören. Allen voran Fette und Öle. Wenn die sich mit Essensresten verbinden, kann das den besten Siphon absolut wasserdicht verstopfen. Um hier zu helfen, sollte man eine zweigleisige Strategie fahren.

Die erste besteht darin, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Das beste Mittel gegen die fettigen Rückstände lautet Hitze. Deshalb einmal pro Woche einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen (mindestens zwei Liter) und dieses Wasser langsam in die Spüle schütten. Das sorgt dafür, dass sich erst gar keine Rückstände bilden.

Und wenn sich doch schon erste Abflussprobleme zeigen, hilft ein Mix aus 150Gramm Backpulver und 250ml Essig – der wird in den Abfluss geschüttet und so lange einwirken gelassen, wie es schäumt. Danach mit kochendem Wasser nachspülen und zukünftig einmal wöchentlich die genannten Präventivmaßnahmen ergreifen.

Spül-Abfluss pflegen

4. Schrauben von Töpfen und Pfannen sichern

Fast jeder kennt das Problem, die Griffe und Stiele an Töpfen und Pfannen fangen mit der Zeit an, zu wackeln weil sich die Schrauben lösen. Normales Festziehen mit dem Schraubendreher behebt das Problem nur kurzzeitig, denn auf der Herdplatte dehnt sich das Pfannenmaterial aus und zieht sich beim Erkalten wieder zusammen – das löst selbst jede noch so fest angezogene Schraube.

Der Trick dagegen ist ein Griff ins Schminktäschchen – im Handwerksbereich gibt es Schraubensicherungsmittel. Das sind Flüssigkeiten, die man auf das Gewinde streicht und die dann die Schraube regelrecht verkleben. Da diese aber teuer sind, kann man den Effekt auch nachmachen und zwar mit Nagellack. Der ist nämlich ähnlich widerstandsfähig. Dazu die Schrauben an den Griffen einfach ganz herausdrehen, irgendeinen Nagellack (am besten den, den man eh nicht mehr benötigt) nehmen und dünn auf das Gewinde streichen. Dann die Schraube sofort wieder fest eindrehen und den Lack eine Stunde aushärten lassen. Danach sollte man für viele Monate festsitzende Griffe haben.

5. Die Küchentapete reinigen

Nur die wenigsten Küchen sind völlig gefliest – oft genug befindet sich nur über dem unmittelbaren Arbeitsbereich unterhalb der Hängeschränke ein Fliesenspiegel. Das reicht aber nicht, um die ganzen Wende vor Fett- und sonstigen Flecken zu bewahren. Doch die Hausmittel gegen Tapeten-Schmutz sind vielfältig:

  • Alle Flecken, die von Soßen und ähnlichen fettigen Flüssigkeiten resultieren, einfach mit normaler weißer Kreide bepinseln (mit einem Messer in ein Schüsselchen schaben). Die Kreide saugt das Fett aus der Tapete und kann hinterher abgebürstet werden
  • Eingetrockneter Schmutz, der in den Vertiefungen von Strukturtapeten sitzt (etwa Teigrückstände, Kartoffelbrei usw.) kann mit Knete entfernt werden. Dazu einfach eine farblich halbwegs zur Tapete passende wählen und damit die betroffene Stelle feste abtupfen. Der Schmutz wird an der Knete klebenbleiben.
  • Die Fingerabdrücke, die sich mit der Zeit rund um Lichtschalter bilden, können bei weißen Tapeten vorsichtig mit Chlorreiniger weggebleicht werden. Bei anderen Farben hilft Abreiben mit einem Stück Brot. Das darin enthaltene Gluten löst den Fingerschmutz ab.
Und natürlich wirkt auch hier im Notfall noch das Wundermittel Backpulver – einfach mit Wasser zu einem Brei verrühren und mit einem Lappen auf die Flecken tupfen.

6. Klemmende Schubladen und Türen gangbar machen

Nach vielen Jahren Küchendunst neigen Schubladen und Schranktüren oft dazu, sich nur noch mit viel Muskelkraft zum Öffnen bewegen zu lassen. Doch auch hier wusste Oma schon Abhilfe, selbst wenn manche Systeme damals noch gar nicht erfunden waren.

  • Normale Türscharniere werden gangbar, indem man die Tür aushängt und den Scharnierstift mit ein klein wenig Walnussöl beträufelt – das wird nämlich auf Dauer nicht ranzig, im Gegensatz zu Oliven- und sonstigen Ölen.
  • Bei modernen Topfscharnieren, wie sie bei den meisten Küchenschränken verbaut werden, kann ein klein wenig Babyöl die gleiche Wirkung haben.
  • Schubladen, die ohne spezielle Gleitmechanik einfach auf einer hölzernen Schiene gleiten, flutschen „wie geschmiert“, wenn man die Schublade ganz herauszieht und die Vertiefung mit einer dünnen Kerze ausreibt, sodass sich eine Wachsschicht bildet.
  • Bei modernen Schubladen diese zunächst so weit wie möglich herausziehen und schauen, wo sich in den Gleitlagern Schleifspuren befinden. Dann diese mit etwas Vaseline dünn bestreichen.

Und in jedem Fall sollten die Türen und Schubladen nach dieser Behandlung mehrere Male so weit wie es geht geöffnet und geschlossen werden, damit sich die Schmierstoffe gut verteilen. Danach Überschuss einfach abwischen.

7. Klebe-Etiketten von Gläsern entfernen

Auch Oma recycelte schon – etwa indem sie Marmeladen- und ähnliche Gläser aus dem Supermarkt reinigte und wiederverwendete. Doch damals wie heute waren diese Behälter mit ziemlich hartnäckigen Aufklebern versehen. Dabei ist heute vor allem wichtig, nicht eine beliebte Methode zu verwenden und die Gläser einfach in die Spülmaschine zu packen – die dabei abreißenden Papier-Fetzen können nämlich das Gerät effektiv außer Gefecht setzen. Deshalb sollten nur Etikett-freie Gläser dort reinkommen.

Der beste Kniff gegen Etiketten ist Speiseöl – denn die Aufkleber bestehen in den allermeisten Fällen aus Papier – beim Abknibbeln zerfleddert es, hierbei hilft jedoch seine Saugstärke. Dazu einfach etwas Öl in einem Topf erhitzen (nicht kochen). Dann einen Küchenpinsel hineintunken und das Öl großzügig aufs Etikett streichen – nach einigen Minuten wird sich das Etikett in einem Stück ablösen lassen.

Sollten danach noch Kleberreste am Glas haften, können diese mit einem Radiergummi abgerubbelt werden.

8. Neue und alte Rotweinflecken entfernen

Eine leckere Soße mit einem Schuss Wein verfeinern, eine Sekunde nicht aufgepasst und schon ist das Oberteil verunziert. Jetzt musste es auch bei Oma wirklich schnell gehen, denn je mehr Zeit der Rotwein hat, um in die Tiefen der Stofffasern einzudringen, desto schwieriger wird es, ihn da wieder hinaus zu bekommen.

Der wichtigste Schritt der Rotweinentfernung ist deshalb, ihn schnellstens zu verdünnen – das Kleidungsstück also am besten mit Massen von fließendem Wasser spülen. Das wird schon mal einen Großteil der roten Flüssigkeit auswaschen, bei sehr schneller Reaktion und kleinen Flecken auch alles. Falls noch Rückstände vorhanden sind, nun das Kleidungsstück auf ein Tuch legen und den Fleck großzügig mit Babypuder oder am besten Salz bedecken. Diese Stoffe saugen Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf – gerade Salz ist hier ideal. Aber es funktioniert nur, solange der Weinfleck noch feucht ist.

Wenn er schon eingetrocknet ist, muss er wieder verflüssigt und gelöst werden. Diese beiden Schritte können durch Zitronensaft kombiniert werden – dazu geht auch der aus der Supermarkt-Plastik-Zitrone. Aufträufeln und für mehrere Minuten einwirken lassen. Dann mit Salz bedecken und eine Nacht warten, gegebenenfalls wiederholen.
Beide Methoden können bei allen Stoffen eingesetzt werden, also nicht nur Kleidung, sondern auch Tischtüchern, Teppichen und stoffbezogenen Möbeln.

9. Wachsflecken entfernen

Zu Omas Zeiten als eine Eieruhr die Kochzeiten mehr oder weniger genau timte, kamen oft Warmhalter zum Einsatz, bei denen ein Teelicht die Speisen warmhielt, während der Rest noch auf dem Herd kochte. Bloß hat Wachs die unangenehme Eigenschaft, in flüssigem Zustand ebenso tief in Tischdecken und andere Stoffe einzudringen wie Wein – nur härtet er blitzschnell aus und lässt sich dann nur noch schwer entfernen.

Zunächst ist wichtig, dass man nicht im Schreck versucht, das noch flüssige Wachs abzutupfen – das ist vergebene Liebesmüh, denn es verteilt die Kerzenmasse nur. Lieber abkühlen lassen und dann die gröbsten Flecken mit einem Küchenmesser vorsichtig abschaben. Dann hat man nur noch das übrig, was in den Stoff eingedrungen ist.

In diesem Fall griff Oma in die Schultasche ihres Kindes und zog ein Blatt Löschpapier hervor – das geht auch heute noch, alternativ tun es aber auch zwei Lagen Küchenrolle. Diese wird nun über den Fleck gelegt. Dann ein Bügeleisen einstecken und auf mittlere Leistung stellen. Jetzt vorsichtig über das Löschpapier bügeln. Die Wärme macht das Wachs wieder flüssig und das Papier saugt es dann sofort auf.

Dabei immer wieder das Blatt in eine andere Lage bringen, sodass dauernd trockene Stellen auf dem Fleck liegen. Und erst mit der Prozedur aufhören, wenn keinerlei Wachs mehr austritt.

Sie haben noch weitere Haushaltstipps? Teilen Sie Ihre Erfahrungen gerne in einem Kommentar weiter unten!

Recherchequellen:

Bildquellen: Halfpoint & Edenwithin – Fotolia


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