Rente brutto netto: So viel bleibt über von der Rente

Rente brutto nettoViele Neurentner erwartet beim Eintritt in den Ruhestand eine böse Überraschung: Ihre monatlichen Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung fallen sehr viel niedriger aus als erwartet. Denn die Renteninformationen, die Berufstätige jährlich per Post erhalten, verleiten zu gravierenden Fehleinschätzungen der zu erwartenden Rentenzahlungen. In diesem Schreiben erfahren die Empfänger lediglich, welche Höhe Ihre Bruttorente voraussichtlich haben wird. Von diesem Betrag sind allerdings noch Steuern und Sozialabgaben abzuziehen, sodass die tatsächlich zur Verfügung stehende Monatsrente deutlich verringert wird.

Steuerliche Abzüge von der Brutto-Rente



Durch eine grundlegende Reform, dem Alterseinkünftegesetz, wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2005 die nachgelagerte Besteuerung der Rente eingeführt. Dieses Verfahren sieht eine Steuerbefreiung von Beiträgen zur Altersvorsorge, sowie im Gegenzug eine Besteuerung der Rente vor.

Die Umstellung der Rentenversteuerung erfolgt schrittweise bis zum Jahre 2040, bis die volle Besteuerung der Altersbezüge erreicht ist. Dabei bildete die Besteuerung der Renten in Höhe von 50 Prozent im Jahre 2015 den Ausgangspunkt. Dementsprechend sinkt der Anteil der Rente, der steuerfrei bleibt, kontinuierlich ab.

Wer zum Beispiel im Jahre 2018 erstmals Rente bezieht, kommt in den Genuss eines Freibetrags in Höhe von 24 Prozent, 2019 verringert dieser sich auf 22 Prozent und 2020 auf 20 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Rentenfreibetrag, der allein vom Jahr des Renteneintritts abhängt, für alle Rentenzahlungen, die der Begünstigte bis zu einem Lebensende bezieht, bestehen bleibt.

Der übrige Betrag ist mit dem individuellen Einkommensteuersatz zu versteuern, hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und eventuell anfallende Kirchensteuer. Doch dies gilt erst, wenn die Summe der jährlichen Gesamteinnahmen eines Rentners, die er aus allen Einkunftsquellen erzielt, den Grundfreibetrag übersteigt. Dieser liegt für das Jahr 2018 bei 9.000 Euro für Alleinstehende und 18.000 Euro für Verheiratete.

Abzüge für die Sozialversicherung

Rente brutto nettoRentenabzüge gibt über überdies in Form der Beiträge, die Rentner zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen müssen. Für gesetzlich krankenversicherte Rentner gilt dabei der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent. Davon übernimmt der Rentenversicherungsträger die eine Hälfte, sodass der Rentner einen Abzug von 7,3 Prozent hinzunehmen hat. Dazu kommen gegebenenfalls noch Zusatzbeiträge, die von der Krankenkasse erhoben werden können. Dagegen muss der Rentner die Beiträge zur Pflegeversicherung alleine übernehmen. Der Beitragssatz liegt bei 2,55 Prozent. Wer nach 1939 geboren und kinderlos ist, muss zusätzlich 0,25 Prozent zahlen, sodass er insgesamt auf 2,8 Prozent kommt.

Eine Beispielrechnung

Wer im Jahre 2018 in Rente geht und eine Bruttorente in Höhe von 1.500 Euro bezieht, muss mit den folgenden Abzügen rechnen:

  • Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag: 31,75 Euro
  • Krankenversicherung: 109,50 Euro
  • Pflegeversicherung: 38,25 Euro

Daraus ergibt sich für das Beispiel eine verbleibende Nettorente in Höhe von 1.320,50 Euro.

Die Rentenabzüge sorgen bei vielen Rentnern für Unverständnis. Teilen Sie Ihre Sicht auf die Dinge gerne in unseren Kommentaren!

Bildquelle: zitze – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Anonymous kommentierte am 16. Februar 2018 at 19:36

    Es ist ein Unding, das die Rente noch besteuert wird. Die Herren Politiker denken sich immer neue Steuern aus. Da sind sie echt kreativ. Über Sinn und Unsinn wird da nicht gedacht. So muss man Steuer für Steuern zahlen. Es wird Zeit, das sich das Volk erhebt.

  2. Anonymous kommentierte am 13. Februar 2018 at 16:23

    wann schafft man endlich das Beamtentum ab – Gleichheit für alle

    • Anonymous kommentierte am 18. Februar 2018 at 13:03

      das hat doch nichts mit dem Beamtentum zu tun. was glauben Sie wieviel der einfache oder mittlere Beamte verdient. Jeder Facharbeiter, jeder Werksarbeiter bei der z.B. BMW-Group verdient erheblich mehr.
      Auch muss jeder Beamter 40 Std. arbeiten. bis vor einigen Jahren haben diese sogar 42 Stunden arbeiten „dürfen“. Wobei die, z. B. Metaller nur 35 bzw. 37 Wochenstunden arbeiten.

  3. Andreas Schneider kommentierte am 12. Februar 2018 at 3:42

    Die Höhe der Renten ermöglicht den meisten Beziehern höchstens noch ein Leben wie im Wachkoma. Unmöglich finde ich es, dass da noch Steuern verlangt werden. war bei den Löhnen ja schon besteuert. Ein Pfui Teufel an die für Altersarmut Schuldigen Politiker. Der Tag wird kommen ,an dem wir, dass Volk, Ihre Bezüge rupfen.

  4. Anonymous kommentierte am 8. Februar 2018 at 18:24

    Unseren Politikern geht es doch gut. Die müssen sich keinen Kopf um ihre Rente machen. Den ihr Pensionen sind ja hoch genug. Und Abgaben haben sie auch nicht. Die dumme Bevölkerung zahlt ja genug Steuern. Wenn sie nach ihrer Leistung bezahlt würden, müssten sie noch Geld mitbringen

  5. Jörn Müller kommentierte am 5. Februar 2018 at 9:59

    Und weshalb ist das bei den Beamten und deren Pensionen nicht so? Warum diese Ungleichbehandlung?
    Klar, dass keine Partei daran etwas ändern möchte, so sie denn alle selbst davon profitieren. Tolles System!

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