Versicherungsschutz im Alter: Geeignete Absicherung für die jeweilige Lebenssituation finden

Versicherungsschutz im Alter

Manchmal entstehen im Leben Umstände, die Sie unverschuldet an den Rand Ihrer Möglichkeiten bringen, sei es finanziell oder auch gesundheitlich. Versicherungen bieten in solchen Situationen eine Möglichkeit für Schutz und Absicherung. Dabei gilt es jedoch zu beachten, welches Angebot zu Ihrem individuellen Lebensstil passt. Eine Übersicht.

Schutz und Vorsorge der Gesundheit

Mit zunehmendem Alter steigt auf ganz natürlichem Wege auch die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens von Krankheiten. Auch wenn dies zum natürlichen Lauf des Lebens gehört, ist dies ein unangenehmer Umstand, den die meisten Menschen im Alltag bestmöglich ausblenden möchten. Neben Technken, die Körper und Seele gesund halten, gibt es im „Versicherungsland Deutschland“ für unterschiedlichste Szenarien den passenden Versicherungsschutz.

Jeder Bürger ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung zu haben, es gibt jedoch verschiedene Varianten. Dabei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle. Zunächst gibt es eine Auftrennung in private und gesetzliche Krankenversicherungen. Während Sie bei einer privaten Krankenversicherung in vielen Fällen mit zunehmendem Alter höhere Beiträge zahlen müssen, gibt es in der gesetzlichen Rentenversicherung oft Vergünstigungen für Rentner. Hierfür sind jedoch bestimmte Bedingungen erforderlich.

Versicherungsschutz KrankenversicherungAbseits vom monetären Faktor bieten Krankenversicherungen je nach Anbieter und Modell durchaus ein unterschiedliches Maß an Absicherung. So ist es möglich, dass die eine Versicherung zum Beispiel eine Zahnreinigung oder andere Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität in Teilen oder vollständig bezahlt, Sie bei einer anderen Kasse eine solche Leistung jedoch selbst tragen müssen. Ein Angebotsvergleich lohnt sich also in jedem Fall. Achten Sie dabei darauf, das Angebot mit den für Ihre Lebensumstände als Senior individuell am besten passenden Leistungen zu finden.

Schutz vor Verlust der Eigenständigkeit

Auf einmal nicht mehr selbstständig den Alltag meistern können: Das gleicht für viele einem Albtraum. In einer solchen Situation ist es beruhigend zu wissen, dass die organisatorischen Details für diesen Fall bereits zu großen Teilen geregelt sind. Dies funktioniert durch mehrere Möglichkeiten, vorallem durch Pflege- und Unfallversicherung.

Die Pflegeversicherung ist für Senioren besonders zentral, da mit steigendem Alter auch das Risiko des Eintretens eines Pflegefalles zunimmt. Jeder gesetzlich Krankenversicherte ist seit 1995 automatisch auch abgesichert in der sogenannten sozialen Pflegeversicherung [1]. Sind Sie privat krankenversichert, müssen Sie auch eine private Versicherung abschließen.

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt häufig nicht die vollständigen Kosten der Pflege. Entstehen Mehrkosten, müssen diese vom Betroffenen selbst, seinen Angehörigen und wenn dies nicht möglich ist vom Sozialamt getragen werden.

Daher kann es ratsam sein, eine sogenannte Pflegezusatzversicherung abzuschließen, um mögliche hohe Kosten zu decken. Dies kann im Ernstfall den ohnehin schon belastenden Zustand für den Betroffenen vereinfachen, da er so eine substanzielle und umfassende Pflege erhält und sich außerdem seine monetäre Unabhängigkeit von anderen bewahrt. Zudem befreien Sie Ihre Angehörigen mit einer Zusatzversicherung häufig von der schwierigen Entscheidung, eine professionelle Pflege zu engagieren oder Sie aus monetären Gründen selbst zu pflegen. Informieren Sie sich daher genau, welche Pflegeversicherung die für Sie besten Konditionen und umfassendsten Auszahlungen im Ernstfall bietet.

Einen Sonderfall bildet der Verlust der Eigenständigkeit durch einen Unfall. Entstehen bleibende gesundheitliche Schäden, können in einem solchen Szenario erhebliche Sonderkosten anfallen. Hierfür bietet eine Unfallversicherung in vielen Fällen Schutz, indem sie je nach Modell einmalig oder monatlich einen gewissen Betrag an den Verunfallten zahlt. Informieren Sie sich, sofern eine solche Versicherung für Sie infrage kommt, auch hier über das individuell passende Modell.

Absicherung für Angehörige

Nicht nur Sie selbst, auch Ihre Angehörigen liegen Ihnen natürlich am Herzen. Was wird aus ihnen, wenn Sie einmal nicht mehr sind? Ein unangenehmer und bedrückender Gedanke, allerdings können Sie auch hier (zumindest finanziell) vorsorgen: Zum Beispiel mit einer Lebensversicherung und ähnlichen Modellen.

Eine Lebensversicherung zahlt im Sterbefall an die Hinterbliebenen, also den Ehepartner und/oder die Kinder des Verstorbenen, eine gewisse Summe aus. Eine solche Versicherung dient also vor allem der Absicherung Ihres Ehepartners/Ihrer Ehepartnerin oder Ihrer engsten Verwandten. Häufig wird eine Lebensversicherung auch in jüngeren Jahren abgeschlossen, um im Falle des Ablebens den Partner oder die Partnerin für finanzielle Belastungen wie zum Beispiel einem zu Lebzeiten abgeschlossenen Hauskredit zu rüsten.

Eine Lebensversicherung ist dann sinnvoll, wenn zum Beispiel Ihr Ehepartner oder Ihre Ehepartnerin nach Ihrem Ableben finanziell nur schwer über die Runden kommen würde. Es kommt also bei der Entscheidung für oder gegen eine solche Versicherung sehr auf die Lebensumstände Ihrer Hinterbliebenen sowie den Umfang Ihres Erbvermögens im Falle Ihres Ablebens an. Allerdings ist zu beachten, dass die Kosten einer Lebensversicherung höher ausfallen, je später der Vertrag abgeschlossen wird. Daher macht es in den meisten Fällen eher Sinn, ein derartiges Versicherungsmodell in jüngeren Jahren abzuschließen.

Es gibt zudem weitere Absicherungsoptionen [2], die der gleichen Zielgruppe, also den Hinterbliebenen, zugutekommen. Diese sind vor allem für den Sterbefall gedacht, da die Kosten einer Beerdigung in vielen Fällen immens und für die Verwandten oder den Ehepartner kaum zu tragen sind. Je nach monetärer Lebenslage Ihrer Angehörigen ist es also durchaus sinnvoll, sich über die Möglichkeit einer Sterbegeldversicherung zu informieren.

Schadensbegrenzung – im wahrsten Sinne des Wortes

Ihnen passiert ein Missgeschick oder ein Unfall, wodurch ein nicht beabsichtigter Sach- oder Personenschaden entsteht. Natürlich wünschen Sie sich, niemals in diese Situation zu kommen, denn solche Umstände können emotional, aber auch finanziell stark belastend sein. Auch für diesen Fall können Sie sich jedoch absichern.

Eine Haftpflichtversicherung wird immer wieder als eine der sinnvollsten freiwilligen Versicherungen zitiert, da auch unabsichtlich verursachte Schäden schnell eine hohe Reparatursumme fordern und selbst finanziell gut gestellte Menschen in eine schwierige oder sogar unlösbare Situation bringen können. Dieses Absicherungsmodell deckt je nach Anbieter diverse Schadensarten in verschiedenen Lebensbereichen ab.

Vor allem für Senioren kann der Abschluss einer Haftpflichtversicherung besonders Sinn machen. Verursachte Schäden selbst zu tragen, ist für einen Rentner allein aufgrund seiner geringeren monatlichen Bezüge als zu Zeiten seines Arbeitslebens häufig eine noch größere Herausforderung. Es ist unabdingbar, sich vor Abschluss einer Haftpflichtversicherung über die jeweils im entsprechenden Versicherungsmodell abgedeckten Schäden detailliert zu informieren und die für die eigenen Lebensumstände individuell beste und vor allem passendste Wahl zu treffen. Die Kosten für eine Haftpflichtversicherung sind in der Regel verhältnismäßig niedrig.

Mobilität im hohen Alter

Versicherungsschutz AutounfallAuch Senioren fahren häufig noch mit dem Auto und schätzen ein hohes Maß an eigenständiger Mobilität. Daher ist es ratsam, sich auch in diesem Feld vor möglichen Schäden abzusichern. Kfz-Versicherungen sind in Teilen verpflichtend und bieten darüber hinaus auf unterschiedliche Weisen Sicherheit.

Es gibt mehrere Arten von Kfz-Versicherungen: Eine Kfz-Haftpflichtversicherung deckt sowohl Material-, als auch Personenschäden beim Unfallgegner ab. Sie ist ähnlich des Modells der Krankenversicherungen gesetzlich vorgeschrieben.

Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung ist hingegen freiwillig und deckt zusätzlich die Schäden am eigenen Fahrzeug, sofern der Unfall vom Versicherten selbst verursacht wurde. Eine Vollkaskoversicherung macht vor allem beim Erwerb eines neuen Autos Sinn, um bei möglichen selbst verursachten Unfallkosten nicht selbst für den Schaden aufkommen zu müssen.

Bei einer Teilkaskoversicherung variiert der Umfang der abgedeckten Schäden je nach Versicherungsmodell. Teilkaskoversicherungen zahlen vor allem für von äußeren Umständen verursachte Zerstörungen wie zum Beispiel Sturmschäden oder Hagelschäden.

Sowohl Kfz-Haftpflichtversicherungen, als auch Kaskoversicherungen haben einen großen Vorteil: Der Umfang der Beiträge variiert je nach den individuellen Umständen. Fahren Sie eine höhere Zahl an Kilometern, so steigt auch die Summe der Beiträge. Wenn Sie als Senior also weniger fahren, ist die Versicherung günstiger.

Auch das Fahrverhalten kann sich auf die Versicherungskosten auswirken [3]. Der Umfang der Beiträge hängt in einigen Versicherungsmodellen auch von anderen Faktoren wie zum Beispiel dem Stellplatz des Autos (in einer Garage oder im Freien?) ab.

Für Senioren macht eine zusätzliche Kaskoversicherung aus mehreren Gründen Sinn: Die Kosten bleiben im Rahmen, da Sie den individuellen Umständen angepasst werden können. Zudem schützt dieser Versicherungstyp Sie vor Herausforderung, am eigenen Fahrzeug hohe Kosten tragen zu müssen, was für einen Rentner, wie bereits vorherigen Abschnitt dargelegt, aus offensichtlichen Gründen eine besonders große Herausforderung ist.

Fazit: Vergleichen, Abschätzen und Entscheiden

Versicherungsschutz im AlterFür nahezu jeden Lebensbereich und jede Lebenslage gibt es Absicherungsoptionen. Welche davon für Sie wirklich notwendig und passend ist, entscheidet sich anhand der individuellen Lebenssituation und vielen kleinen Faktoren.

In einigen Fällen sind Versicherungen für eine Person fortgeschrittenen Alters teurer als für jüngere Menschen. Es gilt also, klug abzuwägen, ob Sie einen bestimmten Versicherungsschutz wirklich benötigen. Entscheiden Sie individuell und suchen Sie jeweils das für Sie als Gesamtpaket passendste Angebot. Sie müssen persönlich abwägen, inwieweit Sie Risiken durch Beitragszahlungen reduzieren wollen – es gibt Menschen, die es ohne Versicherungen durchs Leben schaffen. Doch neben den gesetzlichen Pflichtversicherungen lohnt sich ein Blick auf die Produktlandschaft. Sie müssen sich ja nicht gleich „überversichern“.

Recherchequellen

[1] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/die-pflegeversicherung.html
[2] https://www.lv1871.de/lv/sterbegeldversicherung/
[3] https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/geld-sparen-mit-telematik-tarifen-100.html


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