Effekte von CBD: Wie und wo kann es helfen?

CBD Effekte

„Anti Aging mit CBD Öl“, „ein Wundermittel bei Rückenschmerzen“, „CBD Tee – Schlafstörungen adé“ – derart markige Slogans zu den mutmaßlichen Positiv-Effekten von CBD hört man aktuell in vielen Medien. Doch welche Aussagen über den Cannabis-Inhaltsstoff CBD sind eigentlich seriös? Und könnte der junge Gesundheitstrend rund um die hippe Hanfpflanze auch Senioren bei ihren typischen Beschwerden nützen?

Was macht CBD so interessant für die Medizin und die Gesundheitsindustrie?

Im menschlichen Körper erfolgt vieles nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip; indem Hormone ihre passenden Gegenstücke wie zum Beispiel die Rezeptoren aktivieren. Auf diese Weise werden Blutdruck, Nervenreize, die Stimmung und unzählige andere Prozesse reguliert. Doch die passenden „Schlüssel“ muss unser Organismus nicht unbedingt selbst herstellen – auch Pflanzenstoffe, die wir von außen aufnehmen, stimulieren unsere körpereigenen Rezeptoren: Zum Beispiel die Cannabinoide aus Hanf, die das menschliche Endocannabinoidsystem ansprechen. Seine Rezeptoren beeinflussen etwa die Immunzellen, die Gedächtnisleistung, Schmerzzustände und die Psyche.

CBD – ein Cannabis-Inhaltsstoff ohne Drogenwirkung

CBD AuswirkungenIn der Hanfpflanze ist CBD nur eines von über 100 verschiedenen Cannabinoiden, doch gegenüber dem berüchtigten Drogenwirkstoff THC hat es offensichtliche Vorteile: Cannabidiol wirkt nicht psychoaktiv und fällt daher nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Folglich können deutsche Verbraucher Nahrungsergänzungsmittel bzw. Kosmetika mit CBD hierzulande legal kaufen, z.B. in speziellen Online-Shops, Apotheken und Drogerien.

Welche Effekte von CBD wurden bereits beschrieben?

In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler zahlreiche Studien mit CBD als Wirkstoff durchgeführt. Da das Cannabidiol nicht nur mit dem Endocannabinoidsystem interagiert, sondern auch mit einigen weiteren Rezeptoren im Körper, halten Fachleute hier breit gefächerte Effekte für möglich.

Die bisherigen Versuche scheinen das zu bestätigen, denn in Laborversuchen bis hin zu klinischen Studien wirkte CBD unter anderem

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • angstlösend
  • immunmodulierend
  • antiepileptisch
  • neuroprotektiv

Was könnten diese Beobachtungen für Krankheitsbilder bedeuten? Perspektivisch gesehen könnte CBD eventuell bei entzündlichen Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen nützen, z.B. Arthritis, Neurodermitis oder Colitis Ulcerosa. Die entspannende Wirkung von CBD Öl legt darüber hinaus nahe, dass es Schlaf- und Angststörungen positiv beeinflussen könnte. Auch für einen Nutzen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer gibt es erste Anhaltspunkte. In den Bereichen Demenz und Gelenkschmerzen könnte CBD aus der „Jugenddroge“ Cannabis damit vielleicht sogar bei typischen Senioren-Beschwerden zum Einsatz kommen.

Eine erste Zulassung als Medikament erhielt Cannabidiol in den USA allerdings für die Therapie kindlicher Epilepsie. Hier bestätigen große klinische Studien seinen Nutzen – die betreffenden Probanden litten deutlich seltener unter epileptischen Anfällen.

Wie können Verbraucher aktuell CBD nutzen?

CBD SchmerzlinderungZunächst muss man klarstellen: CBD ist in Deutschland nicht als Medikament, sondern lediglich in Form von Kosmetika oder Nahrungsergänzungsmitteln auf dem Markt. Das bedeutet: Die Hersteller dürfen ihre Produkte nicht mit gesundheitsbezogenen Aussagen bewerben. Für den Konsumenten heißt das: Mögliche Effekte auf das individuelle Wohlbefinden kann jeder für sich selbst austesten und beurteilen. CBD Öl, Kapseln und Cremes sind nicht rezeptpflichtig und bei ihrer Anwendung nach Herstellerangabe sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Wundermittel oder falsche Werbeversprechen – was sagen Daten und Erfahrungen?

Viele Nutzer berichten in Produktbewertungen und Foren von ihren positiven Erfahrungen: Dem einen hilft CBD Öl nach eigener Aussage gegen seine Rückenschmerzen, für den anderen bietet CBD Tee die beste Unterstützung beim entspannen oder Einschlafen. Zahlreiche Erfahrungsberichte und die vorliegenden Studienergebnisse suggerieren vor allem eins: Auch wenn die Effekte von CBD im Einzelnen noch unzureichend belegt sind – ein wirkungsloser Marketing-Gag ist die Substanz keinesfalls. Auch deshalb sollten Anwender, die regelmäßig Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder andere Medikamente einnehmen, CBD Produkte nicht ohne Absprache mit ihrem Hausarzt ausprobieren. Dazu verweisen wir auch auf unseren Artikel zu den Wechselwirkungen von Medikamenten.

Recherchequellen

[1] https://fivebloom.de/blogs/cbd-news/cbd-ol-erfahrungen
[2] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/wie-steht-es-um-sicherheit-und-wirksamkeit-von-cbd/
[3] https://www.rheumaliga.ch/blog/2019/cbd-bei-rheuma


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