Entwicklung der Wohnnebenkosten: So bleibt mehr von der Rente übrig

WohnnebenkostenIn Deutschland klagen immer mehr Rentnerinnen und Rentner über niedrige Altersbezüge, besonders alleinstehende Frauen oder Erwerbsunfähigkeitsrentner sind betroffen. Dabei sind stellen hohe Wohnkosten für die meisten Betroffenen die größte finanzielle Belastung dar. Dazu kommt: Die Mietpreisentwicklungen sind insbesondere in vielen Großstädten besorgniserregend. Unsere Redaktion hat sich mit der Situation befasst und das Wichtigste auf Papier gebracht. Denn Wohnkosten bestehen nicht nur aus dem Mietzins – es kommen Nebenkosten hinzu.

Wohnkosten hängen von der Wohnform ab

Wer im Alter im eigenen Haus bleibt, möglicherweise mit den eigenen Kindern zusammen, wird andere Wohnkosten haben als ein alleinstehender Mensch, der in einer betreuten Einrichtung untergebracht ist, oder jemand, der sich in einer Senioren-WG niederlässt und sich dort entstehende Kosten mit den Mitbewohnern aufteilt. Jede Wohnform hat ihre eigene Kostenrechnung. Allen gemein ist, dass die Preisentwicklung eine klare Tendenz zur Verteuerung hat [1].

Wohnnebenkosten

Neben Elektrizität und Heizung zahlt jeder Wohnungsbesitzer neben der Müllabfuhr, einer Hausmeisterpauschale und der Grundsteuer auch die Wasserversorgung.

Besonders in den Nebenkosten sind immer Leistungen enthalten, um die man nicht herum kommt. Neben Heizkosten und Wasserkosten sind da auch Hausmeisterdienste, Müllabfuhr und zumindest bei größeren Wohnanlagen die Betriebskosten (Satellitenanlagen, Kosten für gemeinschaftlich genutzte Räume und deren Wartung und Pflege etc.) enthalten.

Verträge für Telefon, Internet, Kabelfernsehen und Mobiltelefon müssen die meisten Mieter und Mieterinnen selbst aushandeln. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: In betreuten Einrichtungen hat man in der Regel keine Wahl, sondern muss mit dem Vorlieb nehmen, was für das gesamte Haus organisiert ist.

Größter Anteil meist Strom- und Heizkosten

Im Alter ist man meist häufiger zu Hause als noch im Berufsleben. Zudem steigt das Komfortbedürfnis. Die Räume werden stärker und länger geheizt. Das ist absolut legitim, schlägt sich aber unweigerlich in den Nebenkosten nieder. Dazu kommt, dass die meisten älteren Menschen z.B. bei ihrem Stromanbieter schon seit vielen Dekaden unter Vertrag sind. Diesen einer aktuellen Prüfung zu unterziehen, lohnt sich immer: Meist sind die alteingesessenen, ehemals städtischen Anbieter auch unter Einbezug von Treuerabatten teurer als andere Anbieter, die sich inzwischen am Markt platziert haben.

Wohnnebenkosten

Die Heizkosten sind inbesondere bei schlecht isolierten Altbauwohnungen ein Kostenfresser. Sparsamkeit ist natürlich ratsam, doch gar nicht heizen ist auch keine gute Idee: Denn dann kühlen die Räume aus.

Bei den Heizkosten sieht es ähnlich aus. Wer die Gaslieferung jeden Winter seit 30 Jahren beim gleichen Anbieter bestellt, hat in der Regel Einsparpotential, wenn er diesen einer Kostenprüfung unterzieht. Auch ist es ratsam, die Heizanlage bei privatem Wohneigentum auf ihre Effizienz zu überprüfen und gegebenenfalls austauschen zu lassen. Eine allgemeine Energiesanierung macht Sinn und ist in gewissem Rahmen sogar gesetzlich vorgeschrieben [2].

Nebenkosten: Tendenz steigend

Generell wird sich in den nächsten Jahren auf dem Strommarkt erst einmal nicht viel tun. Dieser wird weiterhin liberalisiert, weshalb die Strompreise voraussichtlich erst einmal auf hohem Niveau bleiben werden oder eher noch steigen [3] – und das trotz immer geringerer Produktionskosten.

Erst wenn der Liberalisierungsprozess abgeschlossen ist, werden sich die Preise voraussichtlich einpendeln oder vielleicht wieder leicht sinken. Doch danach sieht es politisch aktuell nicht aus.

Wohnkosten EnergiesparenAuch die Heizkosten werden voraussichtlich steigen, denn fossile Brennstoffe wie Gas und Öl gehen langfristig zuneige und müssen daher nach und nach aus den Haushalten verschwinden. Die Vorgaben gehen immer weiter in Richtung Umweltschutz und Energieeffizienz, so dass neuere Heizsysteme empfohlen werden. Die müssen aber auch erst einmal bezahlt werden – und auch Vermieter legen die Kosten für neue Anlagen selbstverständlich auf die Mieter um.

Der Preisentwicklung begegnen

Sparpotential ist auch für Senioren und Seniorinnen mit kleiner Rente vorhanden. Wer sich energiesparsamere Geräte anschafft, seine alten Verträge sorgfältig durchliest und auf günstigere Anbieter umsteigt, kann bereits Kosten einsparen. Zudem lohnt es sich zu hinterfragen, welche elektrischen Geräte wirklich dauerhaft aktiv sein müssen und wo sich an- und ausschaltbare Mehrfachsteckdosen anbieten. Und natürlich lohnt es sich immer im Freundes- und Familienkreis über das Thema zu sprechen – unterschätzen Sie nicht deren Erfahrungs- und Erfindungsreichtum.

Haben Sie weitere Ideen zum Einsparen von Kosten? Teilen Sie diese uns und unseren Lesern gerne über die Kommentarfunktion (weiter unten) mit!

Recherchequellen:

Fotografen: Nattanan Kanchanaprat, Karolina Grabowska, PhotoMIX-Company


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