Wenn es Senioren in die Stadt zieht: die wichtigsten Tipps

umzug seniorenJedes Jahr tauschen viele Senioren das ruhige Dorfleben ein gegen einen Neuanfang in der Stadt. Die Gründe dafür sind so vielfältig, wie die Menschen selbst: Einige Rentner möchten einen engeren Kontakt zu ihren Kindern und Enkeln pflegen. Ein anderes Mal geht mit dem Umzug ein lang gehegter Wohntraum in Erfüllung. Und wieder andere schätzen den Neuanfang und die deutliche Abgrenzung zum alten Zuhause.

Jedoch ist ein solcher Umzug kein Kinderspiel und geht mit einer gewissenhaften Planung einher. Unser Seniorenmagazin hat zu diesem Zweck eine Reihe von Tipps zusammengestellt, die Ihnen den Wohnortwechsel erleichtern.

Wunsch-Stadt hinsichtlich Alltagstauglichkeit prüfen

Bevor Sie anfangen konkrete Pläne für Ihren Wohnortwechsel zu schmieden, sollten Sie sich zunächst davon überzeugen, dass die neue Stadt Ihren persönlichen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht wird. Dass Sie eine Gegend während Ihres letzten Sommerurlaubs als angenehm empfanden, bedeutet nicht, dass Sie sich auch auf Dauer dort wohlfühlen würden.
Haben Sie eine Stadt näher ins Auge gefasst, empfehlen wir Ihnen zu Beginn mehrere Wochenendausflüge einzuplanen. Erkunden Sie dabei die Stadt nicht als Tourist, sondern in erster Linie als Einwohner. Haben Sie indes vor allem die Alltagstauglichkeit im Blick:

  • Wie ist es um die öffentlichen Verkehrsmittel bestellt? Lassen sich die wichtigsten Plätze und Einrichtungen auch ohne Auto gut erreichen?
  • Wie hoch liegen die Lebenshaltungskosten?
  • Gibt es Vereine und regelmäßige Veranstaltungen, die Ihren Hobbys gerecht werden?

Bestimmt bringen Sie auf diese Weise auch gleich in Erfahrung, welche Stadtbezirke für Sie geeignet sind und welche Sie zugunsten der Wohnqualität besser meiden sollten. Sagt Ihnen ein bestimmter Stadtteil besonders zu, wird die Frage nach dem Wohnwert, der sich Ihnen bietet, umso relevanter. Haben Sie einen leichten Zugang zu Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Apotheken? Gibt es eine Post, einen Park oder einen guten Bäcker in der Nähe? Je nachdem, auf was Sie bei Ihrem neuen Zuhause Wert legen, sollte dies bei Ihren Entscheidungen berücksichtigt werden.

Welche Wohnform bevorzugen Sie in Ihrer neuen Stadt?

Gewiss haben Sie sich bereits Gedanken darüber gemacht, auf welche Art und Weise Sie in Ihrer Wunschstadt leben möchten. Sind Sie auf der Suche nach einem Haus in der Vorstadt oder bevorzugen Sie eine Mehrraumwohnung im Zentrum? Wie viel Hilfe benötigen Sie im Alltag? Reicht Ihnen im Zweifel ein ambulanter Pflegedienst aus oder käme betreutes Wohnen schon eher für Sie infrage?

Eine neuartige Erscheinung sind sogenannte Senioren-WGs. Bei diesen Wohngemeinschaften teilen sich zumeist alleinstehende Senioren ein Haus oder eine Wohnung. Mehrgenerationenhäuser funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip, nur dass hier die Altersunterschiede deutlich ausgeprägter sind. Senioren erweisen sich dann gerne mal als Ersatz-Großeltern für kleine Kinder oder bekommen Hilfe beim Einkauf durch Studenten. Bei beiden Wohnformen geht es vor allem darum, sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen und einander Gesellschaft zu leisten. Gerade in einer Großstadt ist dies ein fantastischer Weg, um schnell neuen Anschluss zu finden.

Seniorengerechte Wohnung ist ein Muss

Haben Sie Ihre persönliche Traumstadt gefunden, in der Sie Ihren Lebensabend verbringen möchten? Wunderbar! Doch nun geht es an die Umsetzung Ihrer Pläne. Zunächst müssen Sie festlegen, wann der Umzug stattfinden soll. Wir empfehlen Ihnen, die Sache ruhig angehen zu lassen. Ziehen Sie beispielsweise nicht unmittelbar mit Eintritt in das Rentenalter um. Der harte Wechsel und die plötzlich eintretende Freizeit könnte Ihnen in einer noch neuen Stadt mehr zu schaffen machen als Sie zunächst annehmen.

Bei der Wohnungssuche sollten Sie nicht nur auf Zeitungsinserate und Aushänge von Maklerbüros setzen. Auch im Internet finden sich auf den unterschiedlichsten Websites zahlreiche Wohnungsangebote für nahezu jeden Geschmack. Sagt Ihnen ein Stadtviertel ganz besonders zu, sollten Sie versuchen, mit den dort ansässigen Senioren in Kontakt zu treten. Sie können dadurch nicht nur Rückschlüsse auf die zukünftige Nachbarschaft ziehen, sondern erfahren vielleicht noch den ein oder anderen Geheimtipp.

Barrierefreies WohnenSie sollten jedoch bei all Ihren Erkundigungen eine seniorengerechte Ausstattung im Blick haben. Dazu gehört neben einer barrierefreien Einrichtung auch beispielsweise das Vorhandensein eines Aufzugs, wenn Sie in ein höheres Stockwerk ziehen möchten. Weiterhin sollten keine allzu großen Höhenunterschiede bis zum Wohngebäude bewältigt werden müssen. So kann eine Wohnung am Hang eine fantastische Aussicht bieten. Der Weg dorthin wird jedoch in heißen Sommern wie auch in schneereichen Wintern schnell zur Last.

Verkauf der Immobilie rechtzeitig organisieren

Senioren, die vom Dorf in die Stadt ziehen, sind meist im Besitz eines Hauses oder einer Eigentumswohnung. Um Ihren Wohnortwechsel so unkompliziert und problemlos wie möglich zu gestalten, sollten Sie sich rechtzeitig um den Verkauf oder die Vermietung Ihres bisherigen Zuhauses kümmern.

Wir empfehlen Ihnen, dies nicht im Alleingang zu unternehmen. Ein Immobilienverkauf nimmt jede Menge Zeit in Anspruch und erfordert eine sorgfältige und strukturierte Vorgehensweise. Damit Sie die Zeit stattdessen mit der Planung Ihres eigenen Umzugs verbringen können, ist es von Vorteil, einen Immobilienmakler mit dem Verkauf zu beauftragen. Ein guter Makler stellt alle notwendigen Verkaufsunterlagen zusammen und besitzt die nötigen Kontakte, um Ihr Haus möglichst vielen potenziellen Interessenten anzubieten.

Diverse Online-Portale bieten Ihnen beispielsweise die Möglichkeit, den idealen Makler für Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu finden. Zudem können Sie über diese Websites bereits vorab eine erste Einschätzung zum Wert Ihrer Immobilie erhalten.

Unterstützung für Umzug anfordern

Statt selbst umständlich Kisten zu packen und die Wohnung zur Schlüsselübergabe aufzubereiten, können Sie die Hilfe eines Senioren-Umzugsservice in Anspruch nehmen. Dieser kümmert sich um den Transport Ihrer Habseligkeiten in die neue Stadt, nimmt Ab- und Aufbauarbeiten vor und erledigt auf Wunsch auch anfallende Renovierungsarbeiten sowie die Säuberung der alten Wohnung.

Denken Sie jedoch daran, vor Ihrem Umzug auszumisten. Versuchen Sie Ihr Hab und Gut auf einige Dinge zu reduzieren, die Ihnen wirklich wichtig sind. Schließlich stellt der Wechsel in die Stadt auch immer einen Neuanfang dar. Und dieser sollte nicht mit zu vielen Erinnerungen an die Vergangenheit behaftet sein, sondern Raum für noch kommende Schätze bieten.

Bei der Auswahl Ihrer Einrichtung sollten Sie nach altersgerechten bzw. seniorengerechten Möbeln Ausschau halten. Dazu gehört z.B. ein Sessel mit Aufstehhilfe, Betten mit erhöhter Liegefläche oder Tische mit abgerundeten Ecken, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Möchten Sie Geld durch gebrauchte Möbeln sparen, bieten sich Online-Portale wie Ebay-Kleinanzeigen an. Die Plattform findet gute Angebote in Ihrer Nähe zu günstigen Preisen.
Eine hervorragende Auflistung darüber, was es beim Umzug für Senioren sonst noch zu beachten gibt, stellt die Deutsche Post bereit.

Wenn Sie den Umzug in die Stadt mit Bedacht und Umsicht planen, dürfte dem Neubeginn nichts mehr im Wege stehen. Scheuen Sie sich im Zuge dessen auch nicht Hilfe anzunehmen oder von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Sind Sie schließlich in Ihrer Stadt angekommen bleibt Ihnen vor allem eines zu tun: Genießen Sie die Zeit und das neugewonnene kulturelle Angebot, das sich Ihnen bietet. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei diesem spannenden Lebensabschnitt!

Recherchequellen

Bildquelle: Ingo Bartussek – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Danke für den Beitrag und die Tipps für Senioren in der Stadt. Die Oma meiner Freundin lebt auch direkt in der Großstadt und genießt es sehr. Sie liebt es, wie einfach Krankenfahrten sind mit dem Taxi.
    LG

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