Rente in Österreich: Unterschiede zu Deutschland?

Rente Österreich

Ähnlich wie in Deutschland funktioniert das Rentensystem in Österreich nach dem Umlagesystem. Auch in Österreich stellt der Rentenzuschuss eine immer größere Belastung für den Staatshaushalt dar. Das Renteneintrittsalter ist hier niedriger als in Deutschland.

Höhere Beitragssätze in Österreich

Im Vergleich zu Deutschland sind die Beitragssätze für die Rentenversicherung in Österreich ungefähr um vier Prozent höher. Neben den Beiträgen dienen staatliche Zuschüsse aus Steuermitteln zur Finanzierung. Anders als in Deutschland gibt es in Österreich keine Pflegeversicherung. Die Beiträge zur Krankenversicherung und zur Sozialversicherung allgemein sind in Österreich niedriger als in Deutschland. Auch Selbstständige und Beamte müssen in Österreich in die Rentenversicherung einzahlen.

Niedrigeres Renteneintrittsalter als in Deutschland

In Deutschland steigt das Renteneintrittsalter bis 2031 auf 67 Jahre an. Über eine weitere Erhöhung wird diskutiert. Niedriger als in Deutschland ist das Renteneintrittsalter in Österreich. Bereits mit 65 Jahren können Männer dort aus dem Arbeitsleben ausscheiden, Frauen sogar schon mit 60 Jahren. Männer können mit 62 Jahren mit Abzügen in Rente gehen, wenn sie 40 Beitragsjahre nachweisen können. Für Frauen, die nach 1968 geboren sind, soll das Renteneintrittsalter schrittweise auf 65 Jahre angehoben werden.

Höheres Rentenniveau in Österreich

Für die Menschen in Österreich ist nicht nur von Vorteil, dass sie früher in den Ruhestand eintreten können, sondern auch, dass sie mehr Rente bekommen als die Deutschen. Beim Rentenniveau wird die Dauer der Einzahlung in die Rentenkasse berücksichtigt. Auch Geringverdiener können nach 30 Beitragsjahren schon mit einer Grundrente von ungefähr 1.114 Euro rechnen. Im Vergleich dazu liegt die Grundrente für Geringverdiener in Deutschland nur bei 880 Euro. Die durchschnittliche Rente in Österreich lag 2019 bei 1.529 Euro.

Das höhere Rentenniveau in Österreich ist darin begründet, dass der Staat mehr Steuergelder pro Rentner ausgibt als Deutschland. Auch der höhere Rentenbeitrag spielt eine Rolle.

Wenig Bewusstsein über Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge

Auch in Österreich besteht das Rentensystem aus den drei Säulen gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersversorgung und private Vorsorge. Über die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge sind sich viele Österreicher nicht bewusst. Angesichts der vergleichsweise hohen Rente, die vom Staat gezahlt wird, ist das kein
Wunder.


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