Das neue SEPA-Verfahren – einfach erklärt

SEPA VerfahrenObwohl das SEPA-Verfahren nun schon seit einiger Zeit etabliert ist und seine Einführung von umfangreichen Informationskampagnen begleitet wurde, sind viele deutsche Bürger unsicher, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Dabei bringt das neue System für die einheitliche Zahlungsabwicklung in vielen europäischen Ländern zahlreiche Vorteile mit sich. Unsere Autorin verrät Ihnen mehr über „Single European Payments Area“, wofür die Buchstaben SEPA stehen – auf Deutsch bedeutet dieser Begriff so viel wie „Einheitliche Europäische Transaktionszone“.

Der Anwendungsbereich des SEPA-Verfahrens

Bei SEPA handelt es sich um ein vereinheitlichtes Verfahren, das in allen SEPA-Mitgliedsländern nach den gleichen Regeln abläuft. Es findet Anwendungen bei bargeldlosen Transaktionen über Girokonten, also Überweisungen ins In- und Ausland, Daueraufträgen und Lastschrifteinzügen.

Zu den 34 im SEPA-Verbund organisierten Staaten gehören neben sämtlichen 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auch die Schweiz, San Marino, Monaco, Liechtenstein, Norwegen und Island. Prinzipiell erfolgt die Abwicklung aller Transaktionen im SEPA-Raum in Euro, dies gilt auch für Länder wie die Schweiz, die eine andere Währung besitzen.

In Deutschland ist das SEPA-Verfahren seit August 2014 bei geschäftlichen Transaktionen gebräuchlich, im Privatkundenbereich werden derzeit noch gewisse Ausnahmen gemacht, um den Verbrauchern die Umstellung zu erleichtern.

SEPA: Die Vorteile

Mit der Einführung des SEPA-Systems wurde ein wichtiger Beitrag zur Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs in Europa geleistet. Im Einzelnen bewirkt das SEPA-Verfahren die folgenden positiven Effekte:

  • Unkomplizierte Abwicklung von grenzüberschreitenden Zahlungen innerhalb des SEPA-Raums
  • Hohe Zeitersparnis, so ist bei internationalen Überweisungen nur noch eine Zeitverzögerung von einem Tag zulässig
  • Standardisierte Verfahren für Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge
  • Geringeres Fehlerrisiko aufgrund einer weitgehende Automatisierung der Transaktionen beziehungsweise Schnittstellen
  • Einheitliche rechtliche Regelungen für den Zahlungsverkehr
Alle deutschen Verbraucher profitieren vom SEPA-Verfahren, wenn sie Überweisungen ins Ausland vornehmen, die früher mit hohem Zeitverlust und teuren Gebühren verbunden waren. Auch Transaktionen bei ausländischen Banken im SEPA-Raum lassen sich heute von deutschen Bürgern ohne Schwierigkeiten abwickeln, weil die gleichen Vorschriften gelten.

Keine Angst vor IBAN und BIC

Das SEPA-Verfahren ersetzt die deutschen Kontonummern und Bankleitzahlen durch IBAN und BIC. Auch bei der IBAN, handelt es sich um die Abkürzung für einen international üblichen Bankenfachbegriff, denn IBAN steht für „International Bank Account Number“ – dabei handelt es sich um nichts anderes als die internationale Bankkontonummer.

Die Anzahl der Ziffern, aus denen sich die IBAN zusammensetzt, unterliegt keiner internationalen Normierung und ist dementsprechend von Land zu Land verschieden. In Deutschland besitzt die IBAN stets 22 Stellen, während sie in anderen Ländern länger oder kürzer ist. So besteht die österreichische IBAN zum Beispiel aus nur 20 Ziffern.

Der BIC (Business Identifier Code) stellt die international gültige Bankleitzahl dar, die von der SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) festgelegt wird und aus acht oder elf Zeichen besteht. Bei Inlandstransaktionen reicht die IBAN. Sobald jedoch Überweisungen, Daueraufträge oder andere Bankgeschäfte mit ausländischen Banken abgewickelt werden, ist zusätzlich auch die Angabe des BIC und des Kreditinstituts erforderlich.

Ende der Ausnahmeregelung im Februar 2016

Die Ausnahmeregelung, nach der viele Banken bei Privatkunden weiterhin die alten Kontonummern und Bankleitzahlen akzeptieren, läuft am 1. Februar 2016 aus. Ab dann müssen auch Verbraucher für alle Kontotransaktionen ihre IBAN angeben. Im Internet können Sie mit Hilfe eines aus Ihrer Kontonummer und Bankleitzahl BIC und IBAN innerhalb von wenigen Augenblicken ermitteln lassen.

Recherchquellen


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