Autogenes Training – Entspannung durch Suggestion

Mit der richtigen Herangehensweise kann mit autogenem Training vieles bewirkt werdenBesonders in der dunklen Jahreszeit werden viele Menschen von Stimmungsschwankungen und allgemeiner Unlust heimgesucht. Doch auch rein körperliche Beschwerden wie Asthma oder Rheuma nehmen zu. Autogenes Training als Entspannungs- und Kraftspender eignet sich daher ideal, um zur Ruhe zu kommen und dadurch neue Energie zu tanken.

Der Herbst mit seiner bedrückenden Dunkelheit, den vielen Regenschauern und der langsam absterbenden Natur ist für viele Menschen Auslöser von Stimmungsschwankungen, Unlust und Traurigkeit. Doch die feuchtkalte Jahreszeit ist vor allem für Kranke und Senioren ein Problem, verschlimmert sie doch die Beschwerden, Asthma und Rheuma etwa erleben jetzt neue Höhepunkte. Und überhaupt ist das Alter kein Zuckerschlecken: mit fortschreitendem Alter treten bei vielen die berühmten Alterswehwehchen auf, die Gelenke funktionieren nicht mehr so gut, die Mobilität ist eingeschränkt, daneben können verschiedene chronische Erkrankungen die Lebensqualität erheblich einschränken. Wenn nun noch Einsamkeit oder Traurigkeit den Alltag beherrschen, scheint das Leben im Alter bald unerträglich. Mit sanften Methoden wie dem Autogenen Training können Senioren Körper und Geist wieder in Einklang bringen und so trotz vieler Einschränkungen ein erfülltes Leben führen.

Wissenschaftlich bestätigter Effekt

Das Autogene Training (AT) ist für Jung und Alt gleichermaßen geeignet, im Alter bietet das Entspannungsverfahren jedoch zahlreiche Vorteile. So können die Übungen nicht nur bequem im Sitzen, sondern bei pflegebedürftigen Personen auch im Liegen durchgeführt werden. Es sind keinerlei Hilfsmittel, keine Ausrüstungsgegenstände nötig, ein Stuhl sowie angenehm zu tragende Kleidung genügen. Zudem ist keine körperliche Anstrengung vonnöten, die Wirkungen der Übungen beruht auf Konzentration und Autosuggestion. Wissenschaftliche Studien bestätigen die zahlreichen positiven Effekte.

Das Autogene Training dient vornehmlich der körperlichen Entspannung und Erholung, aber auch Ängste, negative Gefühle und Schmerzen können mit dem Verfahren abgemildert werden. Werden die Übungen in der Gruppe durchgeführt, profitiert auch das Sozialleben der Senioren, die durch den Kontakt zu anderen wieder aufblühen können. Selbst körperliche Beschwerden werden weniger, so kann der Puls normalisiert, die Konzentrations-, Gedächtnis- und Leistungsfähigkeit sowie die allgemeine Beweglichkeit verbessert werden. Kurzum: Die Lebensqualität steigt an, daneben wird auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion gefördert, sodass körperliche und seelische Veränderungen früher wahrgenommen werden – die AT bietet jetzt Selbsthilfe.

Wie funktioniert das Autogene Training?

Über das Praktizieren verhilft Autogenes Training zu besserer StimmungDie Entspannungstechnik, eine Entwicklung des Berliner Psychiaters Johannes Heinrich Schultz, weist Elemente der Hypnose, Atemkontrolle und Autosuggestion auf, dabei ist das Autogene Training völlig frei von religiösen Hintergründen und Deutungen. Mithilfe verschiedener Formeln wird der Körper schrittweise in einen Ruhezustand versetzt. Die sieben Grundübungen regulieren etwa den Atem, aktivieren das Sonnengeflecht im Bauchraum und machen Arme und Beine schwer. Erfahrene Anwender können mit fortgeschrittenen Übungen sogar meditieren.

Basis jeder Übung ist der Droschkenkutschersitz. Bei diesem sitzen die Senioren auf einem Stuhl ohne Lehnen, die Füße stehen auf dem Boden, Unter- und Oberschenkel bilden einen rechten Winkel, die Arme hängen locker herunter. Nachdem der Oberkörper langsam nach vorne gebeugt wurde, muss jeder durch Hin- und Herpendeln seine individuelle Wohlfühlposition finden. Diese Haltung muss als angenehm empfunden werden. Schmerzen die Muskeln, weil sie nicht vollständig entspannt sind, sollte die Haltung unterbrochen und zunächst mithilfe der progressiven Muskelentspannung ein Entspannungszustand hergestellt werden. Wichtig ist außerdem, dass die Merksätze in immer der gleichen Reihenfolge aufgesagt werden. So könnte der Einstieg etwa mit „Meine Arme werden schwer“ gelingen.

Damit das Entspannen noch besser klappt, sollte weite Kleidung getragen werden, Hörgeräte und andere Hörhilfen, Brillen und andere störende Elemente sollten vorsorglich entfernt werden. Mit viel Übung stellen sich die entspannenden Wirkungen immer besser und schneller ein. Kurse helfen bei der Erlernung der richtigen Technik, bei chronischen Beschwerden kann sogar die Krankenkasse die Kosten übernehmen.

Bildnachweise: Das verwendete Bild „Abendliche Idylle am See“ wurde vom unter dem Pseudonym ‘adCreation’ tätigen Fotografen erstellt. Das Bild „PRAYER“ wurde vom Fotografen ‘Vinoth Chandar’ aufgenommen. Beide Werke unterliegen der CC-Lizenz (BY 2.0) | http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de


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