Wenn Augen älter werden – typische Augenerkrankungen im Seniorenalter

Augenerkrankungen SeniorenNatürliche Alterserscheinungen gehören zum Leben dazu. Auch wenn ein Mensch in seinem bisherigen Leben keine ernsthaften Probleme mit Krankheiten hatte, treten im Alter vermehrt Gesundheitsbeschwerden auf. Zu den wohl typischsten Erscheinungen im Seniorenalter zählt die schlechter werdende Sehkraft. Einige Augenerkrankungen treten dabei häufiger auf als andere. Wir führen in diesem Artikel vier typische Augenkrankheiten auf und erklären, was dahinter steckt.

Lidödem: Geschwollene Augenlider

Unter einem Lidödem ist eine Schwellung der Augenlider zu verstehen. Bei dieser handelt es sich um keine Erkrankung im herkömmlichen Sinne, dennoch ist sie eine unangenehme Erscheinung am Auge. In den meisten Fällen stecken harmlose Ursachen hinter dicken und verquollenen Augen. Schwillt das Augenlid an, ist im ersten Moment eine Dysfunktion der Tränensäcke anzunehmen.

Lidödeme können sowohl chronisch als auch akut auftreten. Von chronischen Fällen ist die Rede, wenn eine Allergie wie Heuschnupfen vorliegt. So sind oft Tierhaare oder Milben Auslöser von Lidschwellungen. Allergien können ebenso zu Bindehautentzündungen führen, bei denen neben angeschwollenen Augenlidern auch ein vermehrter Tränenfluss, Rötungen und starker Juckreiz auftreten. Bei chronischen Beschwerden ist unbedingt ein Augenarzt aufzusuchen, da auch ernste Krankheiten wie Nierenversagen, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen Verursacher für Lidödeme sein können.

Akute Lidödeme schwellen hingegen von alleine im Laufe des Tages wieder ab. Sie entstehen in aller Regel durch Schlafmangel, salzige Ernährung oder Weinen. Sollte die Schwellung von allein wieder abklingen, müssen sich Betroffene auch im Alter keine Sorgen machen.

Katarakt (Grauer Star): Trübung der Augenlinse

Unter der Krankheit Katarakt ist eine Trübung der Augenlinse zu verstehen. Im fortgeschrittenen Stadium ist hinter der Pupille eine graue Färbung zu erkennen, weshalb diese Erkrankung ihre Bezeichnung als Grauer Star erhalten hat. In Deutschland leiden rund zehn Millionen Menschen unter der Katarakt. Der Graue Star, bei dem die Augenlinse an Elastizität verliert und sich verhärtet, bringt vor allem unscharfes Sehen, schwächere Kontraste und schwindende Farben mit sich. Oft ist er eine Folgeerscheinung von Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus – hier ist dann die Rede von einem sogenannten Zuckerstar.

Doch auch ein ungesunder Lebensstil kann den Verlust der Sehkraft beschleunigen. Alkohol und Rauchen gehören genauso wie Kortison zu den Risikofaktoren für den Grauen Star. Zur Behandlung der Katarakt gibt es bisher keine Medikamente. Im Anfangsstadium können gute Brillengläser eine Verminderung der Sehfähigkeit abfangen, im späteren Krankheitsverlauf hilft nur noch eine Operation.

Glaukom (Grüner Star): Augeninnendruck beschädigt den Sehnerv

Bei der Erkrankung Glaukom, im Volksmund besser bekannt als Grüner Star, führt ein zu hoher Augeninnendruck zu einer Beschädigung des Sehnervs, die nicht rückgängig gemacht, aber gestoppt werden kann. Elementar ist hierfür die rechtzeitige Erkennung des Krankheitsbildes, damit frühzeitig mit der Behandlung begonnen werden kann. In Deutschland sind rund 2,3 Millionen Menschen von Glaukom sowie dessen Vorstadien betroffen, zudem ist der Grüne Star hierzulande die häufigste Ursache einer dauerhaften Erblindung.

Altersbedingte Makuladegeneration: Altersblindheit

Wenn man sich mit dem Thema Altersblindheit beschäftigt, trifft man früher oder später auf die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Bei dieser konkreten Erkrankung degeneriert sich die Makula, ein winziges, etwa sechs Quadratmillimeter großes Areal der Netzhaut. Probleme an dieser Stelle können besonders schwerwiegende Folgen haben, da hier beim Sehen, besonders beim Lesen, fokussiert wird.

In Deutschland sind rund zwei Millionen Menschen davon betroffen, wie Nicole Eter, Direktorin der Universitätsaugenklinik Münster in einem Artikel der „Welt“ offenlegt. Frauen erkranken häufiger daran als Männer. Neben dem Alter und den Erbanlagen steigert vor allem das Rauchen das Risiko, an AMD zu erkranken.

Recherchequellen


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