CBD gegen chronische Schmerzen – eine neue Hoffnung?

CBD gegen SchmerzenInsbesondere im fortgeschrittenen Lebensalter sind chronische Schmerzen ein häufiges Thema. Arthrose, arthritische Erkrankungen, aber auch Haltungsschäden oder andere Krankheiten kommen mit ständigen oder häufig wiederkehrenden Schmerzen einher und belasten die Betroffenen. Vielen Menschen bleibt bislang nichts anderes übrig, als zu Schmerzmitteln zu greifen. Das Problem: Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Wirkstoffe, sodass die Dosis immer weiter erhöht werden muss, bis stärkere Mittel notwendig werden. Mit CBD ist nun ein Wirkstoff wiederentdeckt worden, der vor Jahrhunderten schon als gängige Heilpflanze genutzt wurde. Aber was hat es damit auf sich und kann das Mittel wirklich helfen?

Was ist CBD?

CBD, eigentlich als Cannabidoid bekannt, ist ein Wirkstoff aus der Hanfpflanze. Für dieses Mittel wird jedoch nicht der Hanf genommen, der aus der Drogenszene bekannt ist, sondern eine Variante der Pflanze, die gar kein oder nur sehr wenig THC besitzt. Das THC ist der eigentliche Wirkstoff, warum andere Hanfarten als Drogen genutzt werden, denn er besitzt eine psychoaktive Wirkung. Anders der Hanf, der auch für die Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. THC ist in dieser Pflanze allerhöchstens als minimale Spur enthalten, dafür sind die Anteile der heilenden Cannabidoide hoch [1]. Ein Überblick rund um CBD:

  • Bekanntheit – während das THC schon längst bekannt war, konnten Forscher erst in den 70ern die Cannabinoide nachweisen. Daher ist die Bekanntheit auch heute noch so gering, obgleich Wissenschaftler schon längst herausgefunden haben, dass Hanfpflanzen bereits vor über 1.000 Jahren als Heilmittel genutzt wurden.
  • Hirnareal – der Mensch besitzt im Hirn Rezeptoren, die besonders auf Cannabinoide ansprechen. Die beiden Rezeptoren CB1 und CB2 reagieren, sobald sie mit einem Cannabinoid in Berührung kommen. Der Rezeptor CB1 befindet sich sowohl im zentralen als auch im Nervensystem des Darms, während der Rezeptor CB2 auf den Zellen ruht, die für den Knochenstoffwechsel und für das Abwehrsystem zuständig sind.
  • Endocannabinoidsystem – dieses beinhaltet unter anderem die beiden Rezeptoren und ist für eine Fülle an Abläufen im Körper zuständig. Unter anderem regelt es das Abwehrsystem, die Stimmungslage, ist an der Entstehung von Ängsten beteiligt und, besonders wichtig, steuert die Schmerzwahrnehmung.

Freilich reagiert das System nicht allein auf CBD, sondern auch auf körpereigene Stoffe, die Endocannabinoide.

Wie wirkt es im Körper?

CBD-chronische-SchmerzenDa der Körper bereits eigenständig ähnliche Stoffe herstellt, kann das Endocannabinoidsystem sehr gut auf von außen eingeführtes CBD reagieren. Dabei erfüllt das Mittel nicht eine einzige Aufgabe, beispielsweise die Schmerzlinderung, sondern wirkt ganzheitlich. Die Inhaltsstoffe docken an den verschiedenen Rezeptoren an und werden vom Körper so verwertet, wie es vom System vorgesehen ist. Schmerzpatienten, die CBD einnehmen, erfahren häufig eine deutliche Schmerzlinderung, fühlen sich aber auch insgesamt von der Stimmung her besser. Das liegt daran, dass die Rezeptoren unter anderem für die Psyche zuständig sind und die Inhaltsstoffe des Mittels nun auch depressive Verstimmungen »mitbehandeln«. Die Forschungen rund um Cannabidiol sind längst noch nicht abgeschlossen, doch bislang ist bekannt, dass es bei unterschiedlichsten Schmerzarten und Krankheiten hilft [2]:

  • Migräne – bei Migräne und Kopfschmerzen im Allgemeinen kann es zu einer deutlichen Schmerzlinderung führen. Zugleich lindert es die Nebenbeschwerden der Migräne. Da CBD eine entspannende Eigenschaft hat und den Serotoninspiegel erhöht, steigert es gleich das Wohlbefinden.
  • Arthritis – bei Arthritis wirkt CBD gleich doppelt. Zum einen kommt die schmerzlindernde Wirkung zum Vorschein, zum anderen besitzt das CBD jedoch eine entzündungslindernde Eigenschaft, die nun besonders wichtig ist. Da es bei der Arthritis zu Entzündungen in den Gelenken kommt, ist die entzündungslindernde Eigenschaft natürlich besonders vorteilhaft.
  • Krebs – vorab sei gesagt, dass CBD niemals die herkömmliche Therapie ersetzt. Dennoch kann es die Symptome, die mit der Krankheit und der Behandlung zusammenhängen, lindern.
  • Fibromyalgie – Betroffene wissen, wie schlimm diese Krankheit, die nicht erklärbar ist und von vielen Ärzten gar nicht erkannt ist, ist [3]. Vielen Betroffenen bleibt nur die Einnahme starker Schmerzmittel, doch zeigen Ergebnisse, dass CBD die Beschwerden deutlich lindern kann.

Grundsätzlich kann CBD gegen Schmerzen sehr vielseitig eingesetzt werden, da es schmerzlindernd, krampflösend und entzündungslindernd ist. Zudem dockt es an den entsprechenden Rezeptoren an und wirkt im gesamten Körper. Zudem kann es auch helfen, Schlafstörungen zu lindern, die am nächsten Morgen ebenfalls für Kopfschmerzen sorgen.

Was ist bei der Nutzung zu beachten?

Generell ist es beim Auftreten von Schmerzen wichtig, die Ursache abklären zu lassen. Zudem sollte eine herkömmliche Behandlung niemals ohne vorherige Rücksprache mit dem Arzt abgebrochen werden. Dies gilt insbesondere für Krebsleiden. CBD als Öl oder Tabletten kann, sofern nichts dagegenspricht, dauerhaft genommen werden. Zumeist ist es zumindest möglich, die normalen Schmerzmittel deutlich zu reduzieren. Ansonsten gilt für die Einnahme:

  • Einnahmeart – CBD gibt es als Öl, Kapsel und als Liquid, welches auch in E-Zigaretten verdampft werden kann. Das Öl ist besonders schnell wirksam.
  • Einnahme – am wirkungsvollsten ist das Öl, wenn es unter die Zunge geträufelt wird. Da es recht bitter ist, bevorzugen viele Personen, es mit Flüssigkeit zu sich zu nehmen oder aber, stattdessen Kapseln zu nutzen.
  • Dosierung – die Menge ist unterschiedlich und muss getestet werden. Wichtig ist, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und zu schauen, wann die Schmerzlinderung eintritt.
  • Kosten – Ärzte können das CBD auf Rezept verschreiben. Dies ist aber meist nur bei schweren Krankheiten oder starken Schmerzleiden möglich. Viele Ärzte sind noch nicht ausreichend über das Mittel informiert.

Bei einigen Krankheiten ist es zudem möglich, die andere Version des Cannabis auf Rezept zu erhalten. THC-haltiges Cannabis ist für bestimmte Leiden als Medizinprodukt anerkannt und kann somit verschrieben werden. Dies geht allerdings naheliegenderweise auch mit einer Stilllegung der Fahrerlaubnis und ähnlichen Faktoren einher, da es stärker psychoaktiv wirkt und die deutsche Rechtsprechung hier bisher noch auf 0 Toleranz setzt (in anderen Kulturkreisen wie dem Arabischen ist dagegen Alkohol verpöhnt und verboten und Cannabis wird eher toleriert).

Fazit – ganzheitlich hilfreich

CBD macht nach gegenwärtigem Stand der Forschung weder süchtig noch hat es psychoaktive Eigenschaften, weshalb es sich ideal als Schmerzmittel bei vielen Schmerzleiden anbietet. Da es nicht als reines Schmerzmittel wirkt, sondern auch noch beruhigende, entzündungshemmende, stimmungsaufhellende und krampflösende Eigenschaften hat, bietet es sich durchaus im Alter als ständiger Begleiter an. Ob einem CBD als Tabakersatz selbst zusagt oder ob für Betroffene das Öl oder Kapseln sinnvoller sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Rechechequellen

[1] https://www.schmerzhilfe.de/cbd-oel/
[2] https://nordicoil.de/t/ueber-CBD
[3] https://www.fibromyalgie-fms.de/fibromyalgie/

Bildquellen: typographyimagestypographyimages, geralt & stevepb (pixabay.com)


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